Boards und Systeme mit Atom C3000
Außer Supermicro haben nun auch Asrock Rack und Gigabyte Mainboards mit Intels sparsamen Serverprozessoren der Baureihe Atom C3000 „Denverton“ angekündigt. Diese Chips besitzen bis zu 16 CPU-Kerne mit Goldmont-Architektur (wie Apollo Lake) und zahlreiche PCIe-3.0-Lanes, die sich auf SATA-6G-Betrieb umschalten lassen. Controller für 10-GBit-Ethernet (10GbE) sind im System-on-Chip ebenfalls integriert. Einige Atom C3000 enthalten Hardware-Einheiten für Ver- und Entschlüsselung sowie Dekompression von Netzwerkdaten; das nennt Intel Quick-Assist Technology (QAT). Ein C3000-Board lässt sich mit bis zu 128 GByte ECC-RAM bestücken: vier DDR4-RDIMMs mit je 32 GByte.
Viele der C3000-Mainboards zielen auf Storage-Systeme, beispielsweise das Gigabyte MA10-ST0 mit dem stärksten Atom C3958. Das Board kann von einem aufgelöteten eMMC-Flash mit 32 GByte Kapazität booten und besitzt vier MiniSAS-x4-Buchsen für 16 SATA-6G-Medien. 8 der 16 Lanes lassen sich alternativ für den PCIe-x16-Slot nutzen. Zwei SFP+-Cages sind für 10GbE-Verbindungen gedacht, außerdem gibt es zwei 1GbE-Ports und einen separaten Anschluss für Fernwartung mit dem Baseboard Management Controller (BMC) Aspeed AST2400. Den Preis nennt Gigabyte nicht, er dürfte aber über 800 Euro liegen – ähnlich viel verlangt Supermicro für das etwas anders ausgestattete Board A2SDi-H-TP4F. Hier kommt ebenfalls der Atom C3958 zum Einsatz, aber außer zwei SFP+-Ports kann man 10GbE auch mit 10GBaseT-Kupferkabeln anschließen. Statt 16 gibt es aber nur 12 SATA-Ports, eMMC-Flash fehlt.
Supermicro hat noch 12 weitere Denverton-Boards im Angebot, das billigste A2SDi-2C-HLN4F mit dem Doppelkerner Atom C3338 ist ab 230 Euro erhältlich. Asrock hat bisher drei Denverton-Boards avisiert, davon zwei im Mini-ITX-Format. Auch Embedded-Systems-Zulieferer wie DFI und Kontron haben C3000-Module im Angebot. Axiomtek baut den Atom C3000 in eine Network Appliance mit vier SFP+- und sechs 1GbE-Ports ein. (ciw@ct.de)