c't 10/2018
S. 30
News
Linux

Dortmund evaluiert Open-Source-Software

Dortmund liebäugelt mit Open-Source. Foto: Lucas Kaufmann (CC BY-SA 4.0)

Im Rahmen des „Masterplan Digitales Dortmund“ will die Stadtverwaltung Dortmund das Potenzial von Open-Source-Software für den Einsatz in der Verwaltung untersuchen. Die Stadt hatte bereits den Einsatz offener Standards im Masterplan festgeschrieben und diesen jetzt um das Projekt „Freie Software und Offene Standards“ erweitert.

Die Untersuchung auf Einsparpotenziale führt die Arbeitsgruppe Freie Software durch. Sie besteht aus der Bürgerinitiative Do-FOSS, der Verwaltung und dem städtischen IT-Dienstleister Dortmunder Systemhaus (dosys). Do-FOSS setzt sich seit Langem für mehr freie Software in der Verwaltung ein und bezeichnete den Beschluss als „Meilenstein“.

Dortmund ist damit in Nordrhein-Westfalen Vorreiter. Das nordrhein-westfälische E-Government-Gesetz schreibt den Verwaltungen vor, dass sie in der Kommunikation mit Bürgern offene und standardisierte Dateiformate nutzen sollen.

Die Erarbeitung des „Masterplan Digitales Dortmund“ wurde im Juli 2016 durch den Rat der Stadt beschlossen. Aufgrund der erwarteten Komplexität des Vorhabens gliedert es sich in die drei Bereiche „Digitale Wirtschaft, Digitale Bildung und Digitale Stadtverwaltung“.

Eines der Ziele der Initiative ist es, mehr Herstellerunabhängigkeit und Flexibilität zu erreichen. Sie soll auch zu datenschutzfreundlicherer Technik führen und längere Hardware-Lebenszyklen ermöglichen. Für den nächsten Sommer soll auch ein Konzept zur Einführung von Open Data erarbeitet werden. (mls@ct.de)

Red Hat Enterprise Linux Version 7.5 veröffentlicht

Nach acht Monaten ist ein neues Minor-Release von Red Hat Enterprise Linux (RHEL) erschienen. Version 7.5 soll sich laut Red Hat besser für Hybrid-Cloud-Umgebungen eignen. Neu ist der Virtual Data Optimizer (VDO), der mittels Deduplikation, Kompression und Zero-Block-Elimination Speicherplatz und Bandbreite sparen soll. VDO basiert auf einem Kernel-Modul, das alle Schreib- und Lesevorgänge auf Block-Devices überwacht. Dabei überprüft das Modul zunächst, ob die zu schreibenden Daten nur aus Nullen bestehen. Anstelle solche leeren Blöcke wirklich zu schreiben, werden die leeren Datenblöcke nur in den Dateisystem-Metadaten verzeichnet. Ist das nicht der Fall, greift die Deduplikation und prüft, ob die Daten bereits auf dem Speicher liegen und spart damit weitere Schreibvorgänge ein. Ist auch das nicht gegeben, werden die Daten komprimiert und geschrieben.

Verbessert wurde die mit RHEL 7.4 eingeführte Network-Bound Disk Encryption (NBDE). Mittels NBDE können verschlüsselte Datenträger ohne die Eingabe eines Passwortes entschlüsselt werden, wenn sie sich im korrekten Netzwerk befinden. Der Schlüssel für den Datenträger wird dafür von einem speziellen Server abgerufen. Nun kann RHEL Dateisysteme auch vollautomatisch ohne den Eingriff eines Administrators entschlüsseln.

Die Umsetzung von Compliance-Richtlinien mittels Ansible wurde durch die Integration von OpenSCAP vereinfacht. Administratoren können Richtlinien nun direkt in den Ansible Playbooks festlegen.

RHEL nutzt jetzt standardmäßig Version 3 des SMB-Protokolls. SMB2 und SMB3 beherrschen mittlerweile DFS-Freigaben (Distributed File System), mittels derer sich mehrere SMB-Freigaben zusammenfassen lassen. (mls@ct.de)