Designerstück
Wer seinen WLAN-Router zur Schau stellen will, hat mit dem Asus Blue Cave leichtes Spiel. Wir haben lieber auf die Performance geguckt.
Asus verlässt das öde Einerlei der schwarzen Kisten mit Antennengeweih: Den Blue Cave muss man nicht verstecken, er geht als Designelement im Wohnzimmerregal durch. Auch technisch ist er aktuell: flottes Dualband-WLAN mit 4 MIMO-Streams und innenliegenden Antennen, das erfreulicherweise dank DFS das ganze 5-GHz-Band nutzen kann, rückseitig die üblichen 4 Gigabit-LAN-Ports und ein USB-3.0-Anschluss für Massenspeicher oder Drucker. An den ebenfalls dort sitzenden WAN-Port schließt man ein externes Modem an, über das der Router den Internetzugang aufbaut.
Mit dem Browser-Assistenten in der Firmware 3.0.1.4.383 war das Gerät an herkömmlichen xDSL-Anschlüssen (PPPoE) und in einer Routerkaskade (DHCP) problemlos zu konfigurieren. Bei der Telekom-VDSL100-Variante mussten wir dem Setup-Helfer an passender Stelle unter die Arme greifen (manuelle Einstellung, Spezielle Anforderungen, ISP-Profil manuell). Anschließend sind manuell noch IPv6 zu aktivieren und die Sommerzeit-Umschaltpunkte zu korrigieren. Die NAT-Performance beim Datenumschlag zwischen Internet und (W)LAN genügt auch für die nächste xDSL-Generation (siehe Tabelle).
Multicast-IPTV (Telekom Entertain) bekamen wir in dieser Konstellation indes nicht zum Laufen: Beim Aktivieren des fürs Telekom-VDSL nötigen VLAN-Taggings wird der IGMP-Proxy, der MC-IPTV ins LAN weiterleitet, zwangsweise abgeschaltet. In einer Router-Kaskade ließ sich der Proxy zwar aktivieren, aber das Bild ruckelte im LAN immer wieder; im WLAN lief der Multicast-Stream trotz aktivierten IGMP-Snoopings erst gar nicht an. Auch das Weiterreichen von IPv6-Subnetzen per DHCP-PD an nachgeschaltete Router funktionierte im Test nicht.
Im Vergleich zu einer Fritzbox 7580 zeigte der Blue Cave bessere WLAN-Performance gegen ein Acer-Notebook V13 (WLAN: QCA6174). Wie bei den WLAN-Mesh-Kits messen wir nun mit automatischer Kanalbreite auf 2,4 GHz. Auf kurze Distanz erreichten beide Geräte den gleichen Durchsatz (184 zu 186 MBit/s auf 2,4 GHz, 367 zu 342 MBit/s auf 5 GHz). Über 20 Meter durch Wände zog der Asus-Router im 2,4-GHz-Band schon leicht davon (Bestfall 134 zu 118 MBit/s), aber auf 5 GHz erst recht (224 zu 124 MBit/s). Anscheinend hat Asus mit der internen Antennenpositionierung einiges richtig gemacht.
Als NAS-Ersatz sollte man vom Blue Cave nicht viel erwarten: Erstens gibt es keine brauchbare Nutzerverwaltung mit individuellen Konten, weswegen die AiDisk-Funktion ohnehin nur für den Familiendatentümpel taugt. Zweitens maßen wir je nach Partitionstyp (FAT32, NTFS, EXT4) beim Schreiben einer 1,2 GByte großen Datei auf eine Windows-Freigabe nur zwischen 13 und 16 MByte/s; beim Lesen waren es durchgängig 39 MByte/s. Der Zugriff per FTP war immerhin halb so lahm.
Wer „einfach nur Internet“ braucht, das aber flott, der macht mit dem Blue Cave wenig falsch. Doch wenn Spezialitäten wie Multicast-IPTV oder IPv6-Subnetting wichtig sind, dann läuft Asus weiter AVM hinterher. (ea@ct.de)