Li-Fi: Datenfunk per Licht
Das Heinrich-Hertz-Institut (HHI) der Fraunhofer-Gesellschaft hält sein erstes Li-Fi-Produkt für marktreif: Das LED-Backhaul arbeitet als Ethernet-Richtstrecke und wurde in Zusammenarbeit mit der japanischen Sangikyo Corporation entwickelt. Es arbeitet knapp unterhalb des sichtbaren Lichts auf 850 Nanometer Wellenlänge mit einem 100 MHz breiten Übertragungskanal.
Bei ungestörter Strecke laufen maximal 500 MBit/s über 100 Meter, und zwar wechselweise in jede Richtung (Halb-Duplex, TDD). Über gut die doppelte Distanz – 215 Meter – erreicht der Link noch 200 MBit/s. Das liegt auf dem gleichen Niveau wie Richtfunkstrecken für das lizenzfrei nutzbare 60-GHz-Band: An der MetroLinq PTP60-35 maßen wir 450 MBit/s über 130 Meter mit einem TCP-Stream; mit sechs Streams waren es sogar 832 MBit/s (c’t 14/2016, S. 68).
Die Bandbreite des Li-Fi-Links bricht bei Sonneneinstrahlung zwar ein, die Verbindung bleibt jedoch stabil. Auch bei starker Auslastung soll die Latenz höchstens 2 Millisekunden betragen. Die Massenproduktion und damit ein Preis stehen noch aus. Laut dem HHI wird die Technik aber aktuell schon von mehreren Firmen getestet. Li-Fi wird vermutlich Ende 2018 in der IEEE-Norm 802.15.13 standardisiert und soll nicht nur für Richtstrecken, sondern auch zur Inhouse-Vernetzung innerhalb einzelner Räume dienen. (amo@ct.de)