c't 11/2018
S. 24
News
Netze

Li-Fi: Datenfunk per Licht

Noch experimentell: Das Fraunhofer LED-Backhaul überträgt per Li-Fi 500 MBit/s über 100 Meter.

Das Heinrich-Hertz-Institut (HHI) der Fraunhofer-Gesellschaft hält sein erstes Li-Fi-Produkt für marktreif: Das LED-Backhaul arbeitet als Ethernet-Richtstrecke und wurde in Zusammenarbeit mit der japanischen Sangikyo Corporation entwickelt. Es arbeitet knapp unterhalb des sichtbaren Lichts auf 850 Nanometer Wellenlänge mit einem 100 MHz breiten Übertragungskanal.

Bei ungestörter Strecke laufen maximal 500 MBit/s über 100 Meter, und zwar wechselweise in jede Richtung (Halb-Duplex, TDD). Über gut die doppelte Distanz – 215 Meter – erreicht der Link noch 200 MBit/s. Das liegt auf dem gleichen Niveau wie Richtfunkstrecken für das lizenzfrei nutzbare 60-GHz-Band: An der MetroLinq PTP60-35 maßen wir 450 MBit/s über 130 Meter mit einem TCP-Stream; mit sechs Streams waren es sogar 832 MBit/s (c’t 14/2016, S. 68).

Die Bandbreite des Li-Fi-Links bricht bei Sonneneinstrahlung zwar ein, die Verbindung bleibt jedoch stabil. Auch bei starker Auslastung soll die Latenz höchstens 2 Millisekunden betragen. Die Massenproduktion und damit ein Preis stehen noch aus. Laut dem HHI wird die Technik aber aktuell schon von mehreren Firmen getestet. Li-Fi wird vermutlich Ende 2018 in der IEEE-Norm 802.15.13 standardisiert und soll nicht nur für Richtstrecken, sondern auch zur Inhouse-Vernetzung innerhalb einzelner Räume dienen. (amo@ct.de)

Multigigabit-Switch

Der Trendnet TEG-30102WS hat acht 2.5G-Ports und zwei SFP+-Ports für 10-GE-Uplinks.

Trendnets neuer Switch TEG-30102WS bringt acht RJ45-Ports für Ethernet nach NBase-T mit. Sie laufen mit 100 MBit/s (Fast Ethernet), 1 GBit/s (Gigabit-Ethernet) und 2,5 GBit/s, lassen aber die höheren NBase-T-Raten (5 und 10 GBit/s) aus. Daneben sitzen zwei separate SFP+-Slots für 10-Gigabit-Ethernet über Glasfasermodule (Mini-GBIC für lange Strecken) oder Direct-Attach-Kabel zur Vernetzung innerhalb des IT-Schranks.

Laut Datenblatt liefert der Switch sonst alles, was der Admin wünscht: Er versteht RSTP und MSTP für automatische Link-Auswahl auf redundanten Verbindungen, ist vollständig IPv4/IPv6-fähig, kann für beide Protokolle 32 statische Routen speichern und lauscht auf bis zu acht Adressen. Zur Konfiguration und Überwachung erreicht man ihn über eine serielle Schnittstelle (RS-232 mit RJ45-Buchse), per Telnet, SSH, HTTP(S), SNMP und RMON.

Zwecks LAN-Zugangskontrolle unterstützt das Gerät die Authentifizierung per MAC-Adresse, Radius/IEEE 802.1X oder Tacacs+. Der TEG-30102 soll ab sofort für 450 Euro zu haben sein. Das Schwestermodell TPE-30102WS mit Energieeinspeisung nach IEEE 802.3at (PoE+, max. 240 Watt gesamt) für WLAN-Basen oder VoIP-Telefone ist mit 570 Euro etwas teurer. (amo@ct.de)

RDX-Option für Firmen-NAS

Der 2017 eingeführte Netzwerkspeicher QNAP TVS-882BR steht jetzt auch mit per SATA angebundenem RDX-Laufwerk anstelle des bisher erhältlichen Bluray-Brenners für Backups zur Verfügung. Die Datentransferleistung des Tandberg QuikStor 8813-RDX soll bis zu 330 MByte/s erreichen. Passende 5,25-Zoll-Wechselmedien gibt es mit integrierter Festplatte (500 GByte bis 5 TByte), SSD-basiert (128 oder 256 GByte) oder als WORM (Write-once-read-many, 1 bis 4 TByte), nicht nur vom Erfinder, sondern inzwischen auch aus anderen Quellen.

Die Grundausstattung des TVS-882BR besteht je nach Modell aus einem Core-i5-7500- oder Core-i7-7700 Prozessor nebst 16 oder 32 GByte RAM. Dazu kommen acht 5,25-Zoll-Plattenbuchten sowie zwei interne M.2-SATA-Slots. Das Gerät hat ab Werk vier Gigabit-Ethernet-Ports, eine 10-GE-Schnittstelle lässt sich per PCI-Express-Karte nachrüsten. Mit den weiteren Ports (5 × USB 3.0, 3 × HDMI 1.4b, Audio-I/O) wird das NAS einem Desktop-Server ähnlicher als einem reinen Netzwerkspeicher. (ea@ct.de)