c't 13/2018
S. 126
Hintergrund
Robotik
Aufmacherbild
Bild: Franka Emika

Mit Feingefühl und auch mal autonom

Roboterassistenten entwickeln Tastsinn und Lernfähigkeit

Zunehmend durchmischen sich die Arbeitsbereiche von Mensch und Roboter. Die Hersteller von Cobots und Servicerobotern wollen die Industrieautomation weitertreiben und zielen auch auf Privathaushalte.

Die feste Regel, dass Roboter ähnlich wie Elefanten im Zoo ausschließlich hinter Schutzzäunen in der Industrie zu sehen sind, gilt heute nicht mehr. Roboterassistenten, sogenannte Cobots, finden zunehmend ihren Platz innerhalb des Arbeitsbereiches der menschlichen Kollegen. Diese Cobots sind leicht, ihre Formen sind abgerundet, selbst auf leichte Kollisionen reagieren sie binnen einer Millisekunde. In vielen Fällen wird die Nachgiebigkeit dieser Modelle auch genutzt, um sie per Hand zu führen und ihnen auf diese Weise neue Fahrwege direkt zu zeigen, um sie zu „teachen“. Einfache Programmierung und höchster Mitarbeiterschutz sind für Cobots eherne Gesetze.

Der Automatisierer Kuka hat in diesem Jahr zur Hannover Messe den Leichtbauroboter LBR Iisy vorgestellt, eine kleinere Variante des LBR Iiwa, der bereits seit sechs Jahren auf dem Markt ist. Die LBR-Reihe kann im direkten Arbeitsumfeld des Menschen eingesetzt werden, da sie mit ihren Gelenkmoment-Sensoren in allen Achsen sensibel und schnell auf Kollisionen reagiert. Die kleinere Cobot-Variante Iisy ist als stationärer Roboterarm mit sechs Achsen, 3 Kilogramm Traglast bei 18,8 Kilogramm Eigengewicht und 600 Millimeter Reichweite besonders für den Einsatz in der Montage von Elektronikkomponenten konzipiert. Das neue Modell wird nicht nur über ein handelsübliches Tablet bedient, es kann mit seiner Sensibilität in allen Achsen auch selbst Touchdisplays bedienen und so etwa Prüfaufgaben in der Qualitätssicherung von Tablets oder Smartphones erledigen.

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