c't 25/2018
S. 60
Kurztest
E-Book-Reader

Kind vom Kindle

Der E-Book-Reader ist in der zehnten Generation trotz Speicherzuwachs dünner geworden – das Mehr an Speicher nutzt vor allem einer bestimmten Nutzergruppe.

Aufmacherbild

Mit meinem ersten Amazon Paperwhite-Reader aus dem Jahr 2014 war ich lange zufrieden. Bis ich den neuen aus der nunmehr zehnten Generation in die Hand nahm. Er ist durch das nunmehr plan montierte Display rund einen Millimeter dünner geworden und misst jetzt 8,2 Millimeter. Er übersteht einstündiges Wassern in einem Meter Tiefe und ist wasserfest nach IPX8. Der klassische Sturz in die Badewanne soll folgenlos bleiben, eingedrungenes Seifenwasser muss nur ablaufen. Nach dem Trocknen ist der Kindle wieder einsatzbereit. In der Praxis hielt er Duschen und einen Tauchgang im flachen Heise-Wasserbecken aus.

Schon mein alter Kindle mit „bloß“ 1,3 Gigabyte freiem Speicher hat Platz für rund 1100 Bücher. Den neuen Paperwhite gibt es mit 8 beziehungsweise 32 Gigabyte, jeweils abzüglich rund 900 Megabyte fürs System. Schon 8 Gigabyte reichen für monströs große E-Book-Bibliotheken. So ist die 32-Gigabyte-Version eher für Nutzer der hauseigenen Audible-Hörbücher interessant, weil Audiobooks mehr Platz brauchen: rund 30 MByte pro Stunde in CD-Qualität. Hörbücher konnte zwar auch schon der Kindle der achten Generation abspielen, der bot aber weniger Platz dafür. Zum Vorlesen sind Bluetooth-Kopfhörer oder -Lautsprecher nötig, denn eine Klinkenbuchse fehlt.

Anders als Amazons Top-Reader Oasis hat der Paperwhite keine Hardware-Tasten zum Umblättern, man blättert auf dem Touch-Display. Beim Paperwhite-Display gab es keine Änderungen. Es löst mit 300 Punkten pro Zoll auf. 1080 × 1440 Bildpunkte verteilen sich auf einen Lesebereich mit einer Bilddiagonale von 15,24 Zentimetern und einem Seitenverhältnis von 4:3. Der Bildschirm spiegelt fast gar nicht und ist gleichmäßig ausgeleuchtet. Im Labor maßen wir maximal 100 cd/m2. Klingt wenig, aber das ist rund fünfmal mehr, als man bei E-Paper zum Lesen in einem hellen Zimmer braucht. Der Kontrast ist auch bei ausgeschalteter Beleuchtung okay und dann mit Gedrucktem auf Recyclingpapier vergleichbar.

Amazons neue Buchschrift Bookerly auf dem Kindle ist durch ihre große Mittellängen auch für weniger gute Augen lesefreundlich, trotzdem passt viel auf die Seite.

Fazit: Wer nur lesen will, kann mit einem Kindle ab der dritten Paperwhite-Generation (entspricht der siebten Kindle-Generation) glücklich sein. Der neue Kindle lohnt vor allem für Leute, die sehr viele Hörbücher und E-Books auf einem Gerät bunkern, hören und lesen wollen. (mil@ct.de)

Tabelle
Tabelle: Kindle Paperwhite (10. Gen.)