c't 25/2018
S. 36
News
Gadgets

Die Faltphones kommen

Samsung hat ein Smartphone mit Falt-Display angekündigt, Royole verkauft bereits ein faltbares Handy.

Falt-Handys („Foldables“ in Google-Sprech) sollen ab der nächsten Android-Version offiziell unterstützt werden.

Langsam zeichnet sich ein konkretes Produkt ab, nachdem Samsung seit Jahren auf Messen roll- oder faltbare OLED-Displays zeigt: Auf seiner Entwicklerkonferenz SDC hat Samsung in San Francisco sein erstes Falt-Smartphone präsentiert. Es hat vorne ein konventionelles, kleines Display – doch klappt man das Handy auf, offenbart sich ein beeindruckend großer Bildschirm mit einer Diagonale von 7,3 Zoll (18,5 Zentimeter) und einer Auflösung von 2152 × 1536 Pixeln (420 dpi). Das Display soll „Hunderttausende“ von Falt-Vorgängen ohne Schaden überstehen.

Die Massenproduktion des Falt-Bildschirms beginnt laut Samsung bereits „in den kommenden Monaten“. Details zu Geräten, in denen das sogenannte „Infinity Flex“-Display zum Einsatz kommt, gibt es noch nicht.

Die auf dem vorderen kleinen Display dargestellte App soll nach dem Aufklappen so gut wie verzögerungsfrei auf dem großen Bildschirm erscheinen. Für die Unterstützung des Falt-Bildschirms sorgt Samsungs neue Benutzeroberfläche „One UI“. Eine weitere Funktion ist die gleichzeitige Darstellung von drei Apps auf dem Display, Samsung nennt das „Multi Active Window“. Ein Falthandy-Emulator für Entwickler soll noch in diesem Jahr auf der Samsung-Entwickler-Website veröffentlicht werden.

Auch Google hat bereits angekündigt, ab der nächsten Version seines Mobil-Betriebssystems Android Falt-Smartphones zu unterstützen. Google nennt die neue Gerätegattung „Foldables“.

Samsung ist nicht der einzige Hersteller mit Falt-Handys – und auch nicht der erste: Das chinesische Unternehmen Royole hat mit dem FlexPai bereits ein Foldable auf dem Markt, aufgeklappt ist dessen Bildschirm 7,8 Zoll groß. Einen separaten vorderen Bildschirm wie bei Samsung gibt es beim FlexPai nicht. Erhältlich ist das Handy zurzeit nur in China für umgerechnet 1140 Euro.

Das Royole FlexPai wirkt deutlich dicker als das Samsung-Gerät; allerdings konnten wir letzteres nur wenige Sekunden bei schlechten Lichtverhältnissen in Augenschein nehmen – aus der Hand gegeben wurde das Falt-Telefon nicht. Produktfotos hat Samsung bislang ebenfalls nicht veröffentlicht, es gibt lediglich Schemazeichnungen. (jkj@ct.de)

FashionTech: Mode disruptiv

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Android Nougat fürs Fairphone 2

Das Fairphone 2 bekommt ein Android 7.1.2-Update, laut Hersteller als einziges Snapdragon-801-Gerät der Welt.

Der niederländische Smartphone-Hersteller Fairphone stattet seine mittlerweile drei Jahre alten, modularen Geräte mit Android „Nougat“ 7.1.2 aus. Fairphones der zweiten Generation werden aktualisiert, neue direkt mit Nougat ausgeliefert. Kunden haben die Wahl zwischen einem Android mit Google-Diensten und einer quelloffenen, Google-freien Variante.

Fairphone hatte 2015 die zweite Generation seines modularen Smartphones mit dem Betriebssystem Android 5 „Lollipop“ auf den Markt gebracht. 2017 folgte das Update auf Android 6 „Marshmallow“, seit kurzem wird 7.1.2 ausgeliefert.

Laut Hersteller ist das Fairphone 2 das einzige Smartphone mit einem Qualcomm-Snapdragon-801-Chipsatz, auf dem eine offizielle Version von Android 7.1.2 läuft. Der Chipsatz wird von Hersteller Qualcomm nämlich nicht mehr unterstützt. Daher war für das Update jede Menge Zeit und Arbeit nötig, sieben Monate lang arbeiteten der Hersteller und die Open-Source-Community an dem Update. Laut Fairphone-Mitgründer Bas van Abel seien die Anstrengungen aber notwendig, schließlich spiele Software für die Langlebigkeit eines Smartphones eine wichtige Rolle.

100.000 Fairphones der zweiten Generation seien derzeit im Umlauf, deren Benutzer nun auf das kostenlose Update zugreifen können. Laut Fairphone lassen sich auch andere Smartphones mit Snapdragon 801 mit dem quelloffenen Update auf Android 7.1.2 aktualisieren; es müssten lediglich kleine Anpassungen vorgenommen werden. (jube@ct.de)

Vive Focus mit 6DOF-Controllern

Die Handcontroller des VR-Headsets Vive Focus arbeiten mit Ultraschall.

Für das autarke Virtual-Reality-Headset Vive Focus (Test in c’t 11/18) soll es künftig auch sogenannte 6DOF-Controller geben; also Controller, die auf allen sechs Bewegungsachsen im ganzen Raum erfasst werden. Der mitgelieferte Controller wird nur auf drei Achsen getrackt (3DOF). Nur mit 6DOF-Controllern haben Nutzer das Gefühl, wirklich in die VR hineingreifen zu können. In einem kurzen Testlauf machten die Vive-Focus-Controller, die sich per Ultraschall orientieren, einen recht guten Eindruck; allerdings fiel uns im Vergleich zu optisch getrackten Controllern wie denen der Oculus Rift eine ganz leichte Verzögerung auf. Wann das 6DOF-Controllerpaar in den Handel kommt ist noch unklar, genauso wie der Preis. Das Headset selbst, das bislang nur in Asien erhältlich war, soll nun für 700 Euro auch in Europa verkauft werden. (jkj@ct.de)