Die Faltphones kommen
Samsung hat ein Smartphone mit Falt-Display angekündigt, Royole verkauft bereits ein faltbares Handy.
Langsam zeichnet sich ein konkretes Produkt ab, nachdem Samsung seit Jahren auf Messen roll- oder faltbare OLED-Displays zeigt: Auf seiner Entwicklerkonferenz SDC hat Samsung in San Francisco sein erstes Falt-Smartphone präsentiert. Es hat vorne ein konventionelles, kleines Display – doch klappt man das Handy auf, offenbart sich ein beeindruckend großer Bildschirm mit einer Diagonale von 7,3 Zoll (18,5 Zentimeter) und einer Auflösung von 2152 × 1536 Pixeln (420 dpi). Das Display soll „Hunderttausende“ von Falt-Vorgängen ohne Schaden überstehen.
Die Massenproduktion des Falt-Bildschirms beginnt laut Samsung bereits „in den kommenden Monaten“. Details zu Geräten, in denen das sogenannte „Infinity Flex“-Display zum Einsatz kommt, gibt es noch nicht.
Die auf dem vorderen kleinen Display dargestellte App soll nach dem Aufklappen so gut wie verzögerungsfrei auf dem großen Bildschirm erscheinen. Für die Unterstützung des Falt-Bildschirms sorgt Samsungs neue Benutzeroberfläche „One UI“. Eine weitere Funktion ist die gleichzeitige Darstellung von drei Apps auf dem Display, Samsung nennt das „Multi Active Window“. Ein Falthandy-Emulator für Entwickler soll noch in diesem Jahr auf der Samsung-Entwickler-Website veröffentlicht werden.
Auch Google hat bereits angekündigt, ab der nächsten Version seines Mobil-Betriebssystems Android Falt-Smartphones zu unterstützen. Google nennt die neue Gerätegattung „Foldables“.
Samsung ist nicht der einzige Hersteller mit Falt-Handys – und auch nicht der erste: Das chinesische Unternehmen Royole hat mit dem FlexPai bereits ein Foldable auf dem Markt, aufgeklappt ist dessen Bildschirm 7,8 Zoll groß. Einen separaten vorderen Bildschirm wie bei Samsung gibt es beim FlexPai nicht. Erhältlich ist das Handy zurzeit nur in China für umgerechnet 1140 Euro.
Das Royole FlexPai wirkt deutlich dicker als das Samsung-Gerät; allerdings konnten wir letzteres nur wenige Sekunden bei schlechten Lichtverhältnissen in Augenschein nehmen – aus der Hand gegeben wurde das Falt-Telefon nicht. Produktfotos hat Samsung bislang ebenfalls nicht veröffentlicht, es gibt lediglich Schemazeichnungen. (jkj@ct.de)