Verzögerter Xeon-Start
Server-CPU Intel Xeon E-2100 jetzt wirklich im Rennen
Der Xeon E-2100 ist eine Abwandlung des Core i-8000. Er bringt Workstations und kleinen Servern sechs CPU-Kerne und später auch 128 GByte RAM.
Wichtigster Unterschied zwischen Xeon E-2100 und Core i-8000 ist der RAM-Fehlerschutz Error Correction Code (ECC): Den verwehrt Intel sowohl Core i5 als auch Core i7. Xeon-E-2100-CPUs laufen nur auf Mainboards mit den Chipsätzen C242 oder C246, die wiederum eng mit Serie-300-Typen wie B360 und Z390 verwandt sind. Der C246 enthält die Fernwartungsfunktion Active Management Technology (AMT), der C242 nicht.
Die Xeon-Reihe E-2100 löst die 2011 eingeführte Familie E3-1200 ab. Der Xeon E-2100 startet in zehn Varianten, sechs davon mit integriertem Grafikprozessor (IGP). Die vier oder sechs CPU-Kerne liefern ähnliche Rechenleistungen wie die in Core i5 oder i7 mit vergleichbarer Taktfrequenz. Der billigste Vierkerner Xeon E-2124 steht mit 193 US-Dollar in der Preisliste, hier muss man auf Hyper-Threading und IGP verzichten. Flaggschiff ist der Sechskerner Xeon E-2186G (450 US-Dollar) mit Hyper-Threading und aktivierter GPU. Letztere heißt UHD Graphics P630, das „P“ steht hierbei für die Profi-Grafik. Dafür liefert Intel einen Treiber, der für bestimmte Workstation-Software zertifiziert ist. Eine aktuelle Liste der Anwendungen fanden wir aber nicht. Möglicherweise kommt noch ein Achtkern-Xeon in der Baureihe E-2100.
Bisher funktionieren ECC-UDIMMs (EUDIMMs) mit höchstens 16 GByte, vier davon ergeben 64 GByte Hauptspeicherkapazität. 2019 will Intel auch 32-GByte-Module für den Xeon E-2100 freigeben, dazu werden BIOS-Updates erwartet.
Server
Rack-Server mit Xeon E-2100 haben Asus, Asrock Rack, Fujitsu, HPE, Lenovo, Quanta QCT, Tyan und Supermicro im Programm. Der QuantaMicro X11C-8N quetscht acht Einschübe mit je einem Xeon in ein Chassis mit zwei Höheneinheiten (2 HE). Vier Einschübe nehmen alternativ je zwei PCIe-Karten auf.
Server in klassischer Tower-Bauform verkaufen Asus (TS100/TS300-E10), Fujitsu, HPE (ProLiant ML30 Gen10), Lenovo (ThinkSystem ST50, ST250) und Supermicro (SuperServer 5029C-T). Besonders kompakt ist der Fujitsu Primergy TX1320 M4, der trotzdem mit redundantem Netzteil zu haben ist und mit Hotswap-Rahmen für acht 2,5-Zoll-Festplatten oder SSDs. Kommt der PCIe-Hostadapter PRAID EP540i zum Einsatz, dürfen darunter sogar vier U.2-SSDs mit PCIe-NVMe-Controllern sein. Workstations mit Xeon E-2100 verkaufen Dell, HPE und Lenovo bereits.
Mainboards
LGA1151v2-Mainboards mit C242 und C246 haben Asus, Asrock Rack, Gigabyte, Fujitsu (siehe S. 48), Supermicro und Tyan angekündigt. Die integrierte P630-GPU lässt sich bei Workstation-Boards mit C246 nutzen, einige haben zwei DisplayPorts für Monitore bis zur 4K-Auflösung.
Im C246 steckt Intels Fernwartung AMT. Auf Serverboards mit C242 sitzt stattdessen meistens ein IPMI-tauglicher Baseboard Management Controller (BMC) wie der Aspeed AST2500, der auch die Bildausgabe übernimmt. Auf solchen Boards setzt man eher einen Xeon ohne GPU ein – oder einen billigeren Vier- oder Zweikerner. ECC funktioniert auf diesen Boards nämlich auch mit Core i3-8000, Pentium Gold G5000 und Celeron G4000, nur nicht mit Core i5 oder i7.
Die meisten Serverboards haben je zwei Gigabit-Ethernet-(GE-)Chips, einige vier und das Supermicro X11SCM-LN8F hat sogar acht. Asrock Rack lötet auf das E3C242D4U2-2T den 10GE-Chip Intel X550-AT2 mit zwei Ports. Tyan hat das Tempest CX S5552 im Angebot, das zusätzlich zu den acht SATA-6G-Ports des C246 noch acht SAS-12G-Ports bereitstellt – dank des Zusatzchips LSI SAS3008. Besonders kompakt ist das rund 185 Euro teure Mini-ITX-Board P11C-I von Asus mit sechs SATA-6G-Ports und optionalem Fernwartungsmodul. (ciw@ct.de)