c't 25/2018
S. 148
Praxis
Unbeaufsichtigte Windows-Installation
Aufmacherbild
Bild: Thorsten Hübner

Frag nicht, mach hin!

Mit Antwortdateien automatisiert Windows installieren

Für Admins und PC-Hersteller hat Microsoft in Windows Mechanismen eingebaut, mit denen sich die Installation automatisieren lässt. Davon profitieren auch alle anderen Nutzer, die Windows oft installieren.

Während und nach jeder Neuinstallation von Windows gilt es, einige Entscheidungen zu treffen, und wer das häufiger zu erledigen hat, stellt dabei schnell fest, dass die meisten immer gleich ausfallen. Bequemer ist es dann, dem Setup-Programm eine Datei unterzuschieben, in der alles bereits vorab festgelegt ist. Denn dann stellt das Programm nur noch jene Fragen, die Sie jedes Mal individuell beantworten wollen. Der Grad der Automatisierung kann bis zur Vollautomatik reichen, sodass vom Einschalten eines PCs mit leerem internen Datenträger bis zum Erscheinen des Desktops keine einzige Eingabe mehr erforderlich ist.

Der einfachste Weg zum Unterschieben der Antwortdatei ist, sie einfach auf einen USB-Stick zu kopieren und diesen vor dem Booten des Installationsmediums an den PC anzustöpseln. Das Setup-Programm findet und nutzt die Datei dann von allein, sofern sie den festgelegten Namen Autounattend.xml trägt. Falls Sie eh von einem Stick installieren, kann der auch gleich die Datei aufnehmen. Eine Anleitung zum Erstellen eines Installations-Sticks haben wir in [1] veröffentlicht, in [2] finden Sie zusätzliche Tipps für Viel-Installierer.

Eine Antwortdatei können Sie mit einem kostenlosen Programm von Microsoft einfach selbst zusammenklicken. Dessen Bedienoberfläche mag anfangs zwar etwas unübersichtlich wirken, doch wenn Sie sich damit vertraut machen, winkt als Lohn eine Zeitersparnis, die umso größer wird, je häufiger Sie eine Antwortdatei einsetzen. Als Einführung zeigen wir hier, wie Sie per Antwortdatei dem Setup-Programm während einer Standard-Installation die Nachfragen abgewöhnen, und zwar am Beispiel von Windows 10 Version 1803. Voraussetzung zum Nachvollziehen sind zwei PCs/Notebooks: ein Gerät zum Zusammenklicken der Antwortdatei (Arbeits-PC) sowie ein weiteres zum Testen, ob alles klappt (Test-PC).

Vorbereitungen

Auf der Festplatte/SSD des Arbeits-PCs sollten mindestens 10 GByte Platz frei sein. Entscheiden müssen Sie zudem, ob Sie nur 64-Bit-Installationen automatisieren wollen oder auch 32-bittige. Letzteres erfordert als Arbeitsbasis nämlich ein 32-Bit-Windows. Es mag seltsam klingen, ist aber wirklich so: Unter 32-Bit-Windows können Sie Antwortdateien sowohl für 32- als auch für 64-Bit-Installationen erzeugen, unter 64-Bit-Windows hingegen nur solche für 64-Bit-Installationen.

Der Windows System Image Manager (WSIM)

Installieren Sie auf dem Arbeits-PC das „Windows Assessment and Deployment Kit“ (ADK), welches Sie über ct.de/ygtw finden. Achtung, auf der Website finden Sie mehrere Versionen; wählen Sie die zu der Windows-Version auf Ihrem Arbeits-PC passende (winver verrät bei Bedarf, welche das ist). Was Sie herunterladen, ist nur ein kleiner Installer. Nach dem üblichen Vorgeplänkel (Installationspfad, Lizenz …) bietet er eine Auswahl an, was er alles installieren kann. Für das Erstellen der Antwortdatei reicht es aus, lediglich die knapp 100 MByte großen „Bereitstellungs-Tools“ auszuwählen. Nach deren Installation gibt es im Startmenü unter „Windows Kits“ den „Windows System Image Manager“ (WSIM) – das ist das benötigte Werkzeug.

Woher Ihr Installationsmedium stammt, ist für das Vorhaben an sich erst mal egal. Wichtig ist aber, dass im Ordner Sources darauf eine Datei namens Install.wim liegt (darin stecken die Installations-Images). Sollte sich stattdessen dort eine Datei namens Install.esd befinden (eine hochkomprimierte Variante der WIM-Datei), müssen Sie diese erst umwandeln. Infos zu WIM-Dateien inklusive einer Anleitung zum Umwandeln finden Sie bei Bedarf in [3].

Erstkontakt

Der WSIM besteht aus unbekanntem Grund darauf, dass Install.wim auf einem beschreibbaren Laufwerk liegt, also kopieren Sie die Datei bei Bedarf dorthin. Starten Sie danach den WSIM. Klicken Sie in der Menüleiste unter Datei auf „Windows-Abbild auswählen“ und öffnen Sie die Datei Install.wim. Sofern mehrere Images darin stecken, wählen Sie eines aus. Es folgt üblicherweise die Beschwerde, dass WSIM die zum ausgewählten Image gehörende Katalogdatei nicht öffnen kann, weil es sie noch nicht gibt; akzeptieren Sie das Angebot zum Erstellen der Datei. Das dauert etwas. In dem Katalog verzeichnet der WSIM nun alles, was Sie während der Installation des ausgewählten Images potenziell vorab festlegen können.

Dieser Dialog, der nach Auswahl des Windows-Images im WSIM erscheint, sieht zwar im ersten Moment wie eine Fehlermeldung aus, erklärt aber letztlich bloß wortreich, dass Sie nur auf „Ja“ klicken müssen, damit es weitergeht.

Im Bereich „Windows-Image“ erscheint anschließend der frisch erstellte Katalog als Baumansicht. Die beiden oberen Ebenen heißen „Components“ und „Packages“. Letzteres meint beispielsweise Sprachpakete und Ähnliches, was hier aber erst mal keine Rolle spielt. Entscheidend sind die „Components“, dazu gleich mehr.

Erstellen Sie nun eine leere Antwortdatei („Datei/Neue Antwortdatei“). Auch hier gibt es wieder „Components“ und „Packages“ und auch hier können Sie letzteres wieder ignorieren. Was im ersten Moment irritieren mag, sind die mit 1 bis 7 durchnummerierten Unterpunkte unter „Components“. Gemeint sind damit die sieben Phasen, die eine Windows-Installation durchlaufen kann, und während jeder können Sie Antworten vorgeben. Das klingt aber komplizierter, als es ist, denn während einer Standardinstallation werden nur vier der Phasen durchlaufen und nur zwei davon spielen hier eine Rolle: Nach dem Booten vom Setup-Medium startet Windows PE, unter dem das Setup-Programm das Image auf das interne Laufwerk aufspielt (Phase 1: „windowsPE“), danach bootet bereits das frisch installierte Windows und der OOBE-Prozess führt durch die nutzerspezifischen Einstellungen (Phase 7: „oobeSystem“, die Abkürzung steht für „out of box experience“): Hier wird der Nutzername vergeben, das Netzwerk konfiguriert und so weiter. Details zu allen Phasen einer Windows-Installation finden Sie bei Bedarf im Artikel auf Seite 154.

Schritt für Schritt: Wählen Sie aus dem Katalog eine Komponente aus und entscheiden Sie sich für eine Phase.
Markieren Sie in der Antwortdatei die Einstellung, für die Sie eine Antwort vorgeben wollen.
Drücken Sie F1 zum Öffnen der Online-Hilfe. Sie landen direkt an der richtigen Stelle – jedenfalls meistens.
Tragen Sie die Antwort ein und lassen Sie sie vom WSIM überprüfen.

Nun sind Sie bereit für die ersten Festlegungen in der Antwortdatei. Das Vorgehen in Kurzform: Aus dem Katalog im Bereich „Windows-Image“ wählen Sie eine Komponente, die Sie der Antwortdatei hinzufügen wollen. Anschließend müssen Sie sich für eine Phase der Installation entscheiden, für die diese Komponente gelten soll (hier entweder 1 oder 7). Schließlich legen Sie im Bereich „Eigenschaften“ jene Einstellungen fest, die das Setup-Programm später übernehmen soll.

Der Katalog

Die Komponenten im Katalog tragen allesamt lange Namen, die einem Schema folgen. Sie beginnen jeweils mit der Architektur, also entweder „x86“ oder „amd64“. Bei Katalogen für 64-Bit-Images gibt es zudem „wow64“, was für „Windows on Windows 64“ steht und das 32-Bit-Subsystem meint – diese wow64-Komponenten können Sie hier allesamt ignorieren.

Der nächste Teil des Namens steht für die Software, für die die Komponente gilt, was hier fast ausschließlich „Microsoft-Windows“ ist. Alle Komponentennamen enden einheitlich mit der Versionsnummer und der Sprachversion. Bei einem Katalog für ein Windows-10-Version-1803-Image ist das stets „10.0.17134.1_neutral“. Der interessanteste Teil des Namens ist der in der Mitte, denn der bezeichnet das, worum es eigentlich geht. Nachfolgend nennen wir für jede Komponente nur diesen Mittelteil des Namens, denken Sie sich also amd64 beziehungsweise x86 sowie den Rest vorneweg und hinterher dazu.

Sobald Sie eine Komponente markieren, erscheint rechts im Bereich „Eigenschaften von“ unter „Einstellungen“, welche Antworten sich für diese Komponente vorgeben lassen. Falls sich für eine Frage mehrere Antworten gleichzeitig geben lassen, sind sie in einen Unterpunkt ausgelagert. Stöbern Sie ruhig ein wenig herum, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen, kaputt machen können Sie dabei nichts.

Beim Stöbern hilft es, sich anzugewöhnen, bei jeglichen Unklarheiten F1 zu drücken. Dann landen Sie in Microsofts englischsprachiger Onlinehilfe, und zwar direkt an der passenden Stelle. Sie besteht aus einer Ordnerstruktur: Links gibt es eine Baumansicht aller Komponenten, im großen rechten Bereich erscheint der Hilfetext. War vor dem F1-Drücken im WSIM eine Komponente markiert, landen Sie üblicherweise auf einer Sammelseite, auf der die vordefinierbaren Antworten einzeln verlinkt sind. Wenn Sie im WSIM im rechten Fenster „Eigenschaften von“ eine Einstellung markieren und F1 drücken, landen Sie bei der dazugehörigen Unterseite.

Leider pflegt Microsoft die Hilfe etwas schludrig. Manchmal landet man nicht beim gesuchten Text, sondern auf der Startseite der Doku und muss sich selbst zum gesuchten Inhalt durchhangeln. Sofern er denn überhaupt verfügbar ist, denn für manche Themen gibt es noch keine Hilfetexte oder sie sind wieder verschwunden. Dann muss man sich mit einer Suchmaschine selbst weiterhelfen.

Die erste Antwort

Die erste Nachfrage des Setup-Programms während einer Standardinstallation gilt den Spracheinstellungen und die Antworten dazu stecken im Katalog in der Komponente „Windows-International-Core-WinPE“ (nicht zu verwechseln mit „Windows-International-Core“). Der Onlinehilfe können Sie entnehmen, in welche Installationsphasen die Komponente passt – in diesem Fall steht da „can be applied only in the windowsPE configuration pass“, die Komponente passt also nur in die erste Phase.

Zum Hinzufügen zur Antwortdatei klicken Sie im Bereich „Windows Image“ rechts auf die Komponente „Windows-International-Core-WinPE“ und wählen „Einstellung zu Pass 1 windowsPE hinzufügen“. Sie erscheint nun im mittleren Fenster. Wenn Sie sie dort markieren, können Sie rechts unter „Eigenschaften“ Antworten vorgeben. Welche das Setup-Programm versteht, verrät die Onlinehilfe: Die Sprache wird über einen String definiert, der sich aus einem Sprachcode und einer Region zusammensetzt. Klingt kompliziert, ist aber einfach: „en-US“ steht für die englische Sprache und die Region USA, „en-GB“ steht für Englisch und Großbritannien, „de-DE“ für Deutsch in Deutschland, „de-AT“ für Deutsch in Österreich und „de-CH“ für Deutsch in der Schweiz. Welche Kombis Sie wählen können, finden Sie in den Hilfetexten der einzelnen Antworten jeweils über Links, die „Available Language Packs“ oder „Supported Language Packs and Default Settings“ heißen, aber immer die gleichen Infos liefern.

„InputLocale“ ist das Tastaturlayout, „SystemLocale“ die Standardsprache für Bitmap-Fonts und Code-Pages, „UILanguage“ die Sprache der Bedienoberfläche und „UserLocale“ definiert Uhrzeit und Währungsformat. Wenn Sie diese Antworten vorgeben, erscheint der Sprachauswahl-Dialog am Anfang der Installation nicht mehr. Tragen Sie bei allen vieren das Gleiche ein, beispielsweise de-DE. Standard-Installationsmedien sind eh nur sehr eingeschränkt mehrsprachig, und es geht hier wohlgemerkt nur um Windows PE und nicht um die später auf der Platte landenden Installationen (für die existieren separate Komponenten, dazu später mehr). Klicken Sie dazu im rechten Bereich „Eigenschaften von“ rechts neben eine Einstellung, woraufhin ein Cursor erscheint. Obacht, der schmale Rahmen um das Eingabefeld ist auf manchen Monitoren schwer zu erkennen.

„Layered Driver“ können Sie ignorieren, wenn Sie nicht auf japanische oder koreanische Tastaturlayouts angewiesen sind. „UILanguageFallBack“ können Sie ebenfalls ignorieren, denn das ist die Sprache für nicht-lokalisierte Ressourcen, doch die ist bei deutschsprachigen Windows-Images ohnehin auf Englisch festgenagelt. Dieses Beispiel zeigt übrigens auch, dass Sie keinesfalls immer alle Einstellungen einer Komponente in der Antwortdatei ausfüllen müssen, sondern nur die, die Sie wirklich vorgeben wollen.

Noch mehr Sprachauswahl

In der Antwortdatei finden Sie unterhalb von „Windows-International-Core-WinPE“ einen Eintrag namens „SetupUILanguage“. Hier geht es um die Sprache des Setup-Prozesses selbst. Es gibt zwei Einstellungen: „UILanguage“ sowie „WillShowUI“. Bei ersterer können Sie ebenfalls den gewünschten Sprach-String eintragen. Letztere ist in der Online-Hilfe als „deprecated“, also veraltet, bezeichnet und soll nach dem Willen Microsofts nicht mehr verwendet werden. Sie können solche Einstellungen trotzdem verwenden, müssen dann aber erstens damit rechnen, dass sie bei künftigen Windows-Versionen keine Berücksichtigung mehr finden und zweitens auch jetzt bereits nicht mehr von Microsoft mitgetestet werden.

Der WSIM prüft beim Eingeben einer Eigenschaft automatisch auf einige ihm bekannte Fehler, die dann unten im Bereich „Meldungen“ erscheinen. Sie sollten sich darauf aber nicht zu sehr verlassen: Wenn die Kontrollfunktion etwas zu meckern hat, hat sie damit üblicherweise zwar Recht, doch wenn sie alles prima findet, heißt das nicht, dass alles korrekt ist. Eine erneute Prüfung können Sie veranlassen, indem Sie in der Menüleiste unter Extras auf „Antwortdatei überprüfen“ klicken.

Installations-Image auswählen

Während einer Standardinstallation steht nun die Entscheidung an, welches Image auf die Platte aufgespielt werden soll. Geregelt wird das üblicherweise durch die Eingabe des Installationsschlüssels: Tippen Sie einen für Home ein, landet Home auf der Platte. Vorgeben können Sie den Schlüssel in der Komponente „Windows-Setup“ – doch fügen Sie diese noch nicht der Antwortdatei hinzu. Denn unter „Windows-Setup“ kann man vieles konfigurieren, was für eine Standard-Installation unnötig ist. Übersichtlicher bleibt Ihre Antwortdatei, wenn Sie das Hinzufügen nicht über das Kontextmenü von „Windows-Setup“ erledigen, sondern über das von „Windows-Setup/UserData/ProductKey“. Falls Sie sich mal verklicken: Überflüssige Komponenten im Bereich „Antwortdatei“ können Sie markieren und dann durch Drücken von Entf löschen.

Man muss nicht die ganze Komponente zur Antwortdatei hinzufügen, mitunter reichen auch Teile davon.

In den Eigenschaften von „ProductKey“ können Sie den gewünschten Installationsschüssel eintragen, das Format lautet 12345-12345-12345-12345-12345. Bei unseren Tests reichte es allerdings nicht aus, nur den Schlüssel in der Antwortdatei zu hinterlegen. Stattdessen mussten wir zusätzlich eintragen, welches Image genau auszuwählen war. Dazu hinterlegen Sie am besten dessen Namen in einer weiteren Antwort. Die Namen der Editionen in Ihrer Install.wim können Sie bei Bedarf mit folgendem dism-Befehl in einer mit Administratorrechten laufenden Eingabeaufforderung ausgeben lassen (Pfad und Dateiendung anpassen):

dism /get-wiminfo :

./wimfile:f:\sources\install.wim

Zurück zum WSIM: Fügen Sie folgende Komponente zu Phase 1 hinzu: „Windows-Setup/ImageInstall/OSImage/InstallFrom/MetaData“ (Achtung: „OSImage“, nicht „DataImage“). In die Einstellung „Key“ gehört /IMAGE/NAME (ohne Leerzeichen dazwischen), bei „Value“ tragen Sie den ausgelesenen Namen ein, beispielsweise Windows 10 Pro.

Jedes Mal ein anderes Image

Falls Sie kein Image vorauswählen wollen, können Sie trotzdem eine Antwortdatei für alles andere verwenden, doch dürfen Sie darin die Komponente für den Installationsschlüssel nicht einfach weglassen, sonst bricht das Setup-Programm später mit einer Fehlermeldung ab.

Fügen Sie stattdessen die Komponente „Windows-Setup/UserData/ProductKey“ der Antwortdatei hinzu, lassen „Key“ aber leer und setzen „WillShowUI“ auf „Always“. Dann fragt setup.exe später erst nach dem Schlüssel und wenn Sie keinen eingeben, bietet es die gefundenen Images zur Auswahl an. Obacht: Die im vorigen Abschnitt genannten zusätzlichen Antworten in der Komponente „Windows-Setup/ImageInstall/OSImage/InstallFrom/MetaData“ dürfen Sie in diesem Fall nicht hinzufügen.

In der Komponente „Windows-Setup“ können Sie noch mehr festlegen. Direkt unter „UserData“ entscheiden Sie über das automatische Zustimmen zu den Lizenzbestimmungen („AcceptEULA“ auf „true“), zudem können Sie Name und Organisation des Besitzers festlegen.

Nicht jede Antwort müssen Sie selbst eintragen, manchmal können Sie auch aus einem Pull-down-Menü auswählen.

Die Komponente „Windows-Setup“ enthält zudem Einstellungen unter anderem für das Netzwerk und die Firewall, doch Achtung: Seien Sie sich bewusst, dass es hier um die PE-Phase geht. Die F1-Hilfe ist auch hier wieder Ihr Freund, denn die weist deutlich darauf hin, dass die Antworten nicht für die spätere Installation gelten. Das gilt letztlich für alle Komponenten: Stöbern Sie ruhig in deren Eigenschaften herum, ob etwas für Sie dabei ist, aber verlassen Sie sich nie auf den ersten Eindruck, sondern bemühen Sie stets die Hilfe, um Klarheit zu erlangen.

Die Ziel-Partition

Nun zu der nächsten Frage des Setup-Programms: In welcher Partition soll Windows installiert werden? Hier lauert ein gewaltiger Haken, denn die vordefinierbaren Antworten sind für Admins und PC-Hersteller gedacht, die auf einen Schlag eine Vielzahl identischer Maschinen mit einheitlichen Installationen versorgen und dabei keinerlei Rücksicht auf bereits vorhandene Daten nehmen müssen. Die Folge: Sie können die Antwortdatei zwar so weit mit Antworten füllen, dass das Setup-Programm später das interne Laufwerk komplett löscht, alle Partitionen neu einrichtet und danach Windows installiert. Doch wenn Sie einen Setup-Stick mit einer solchen Antwortdatei am falschen Rechner stecken lassen und dann noch versehentlich davon booten, sind anschließend sämtliche Daten weg.

Falls Sie es trotzdem versuchen wollen: Sie finden die Antworten in der Komponente „Windows-Setup“ unter „DiskConfiguration“. Beachten Sie beim Konfigurieren dieser Einstellungen, dass die Partitionierung bestimmten Vorgaben folgen muss und zudem davon abhängt, ob der PC im UEFI- oder klassischen BIOS-Modus (CSM) bootet. Details hat c’t in [4] veröffentlicht. Gehen Sie mit entsprechend vorbereiteten Installationsmedien verantwortungsbewusst um. Verhindern Sie, dass ein Laie eines davon jemals in die Hand bekommt. Es gab durchaus schon den Fall, dass jemand ungefragt so einen Stick auslieh, am nächsten Morgen den PC startete und dann nach dem Kaffeeholen nicht von seiner vertrauten Installation, sondern von einem frischen Windows begrüßt wurde.

Vermeiden können Sie solche Fallen, indem Sie die Partitionierung nicht durch die Autounattend.xml erledigen lassen. Das erlaubt zudem, eine versehentlich gestartete Installation doch noch abbrechen zu können. Zu dem Zeitpunkt, wenn der Dialog zur Auswahl der Zielpartition erscheint, wurde an der Platte noch nichts geändert.

OOBE

Die Antworten für die PE-Phase haben Sie nun zusammen, nun zu jenen für die OOBE-Phase. Auch die will wieder Informationen zu den Spracheinstellungen von Ihnen. Die stecken unter „Windows-International-Core“ (diesmal ohne „Win-PE“ im Namen). Fügen Sie diese Komponente zu Phase 7 hinzu. Die Eigenschaften der Komponenten kennen Sie alle bereits aus den gleichnamigen für die PE-Phase.

Viele weitere Antworten lassen sich in der Komponente „Windows-Shell-Setup/OOBE“ vorgeben; fügen Sie sie der Antwortdatei hinzu. Die vordefinierbaren Einstellungen sind meist selbsterklärend: Sie können diverse Dialoge ausblenden, indem Sie die Einstellung jeweils auf „true“ setzen: Lizenzbestimmungen („HideEULAPage“), Erstellen eines lokalen („HideLocalAccountScreen“) oder Online-Kontos („HideOnlineAccountScreens“), WLAN („HideWirelessSetupInOOBE“) und, sofern vorhanden, OEM-Registrierung („HideOEMRegistrationScreen“) werden dann allesamt übersprungen.

Die anderen Einstellungen können Sie hier ignorieren, bis auf eine Ausnahme: „ProtectYourPC“. Die F1-Hilfe verblüfft damit, dass man hier zwar wahlweise 1, 2 oder 3 eintragen kann, 1 und 2 aber dasselbe meinen. Der Hintergrund: Vor Windows 10 wurde mit dieser Einstellung das Windows-Update-Verhalten gesteuert, doch Microsoft hat den Schalter umgewidmet. Er steuert nun jene Datenschutzeinstellungen, die sonst das Setup-Programm beantwortet. Setzen Sie 1 oder 2, wirkt das, als hätten Sie allen Nachfragen auf einmal zugestimmt, bei 3 hingegen alle in einem Rutsch abgelehnt. Konkret sind das die Dialoge „Spracherkennung“, „Standort“, „Mein Gerät suchen“, „Umfang der Diagnosedaten“, „Freihand- und Eingabeerkennung verbessern“, „Mithilfe von Diagnosedaten angepasste Erfahrungen erhalten“ und „Apps Werbe-ID verwenden lassen“.

Versehentlich der Antwortdatei hinzugefügte oder überflüssige (Unter-)Komponenten können Sie einfach wieder löschen.

Unterhalb von OOBE sehen Sie in der Antwortdatei den Punkt „VMModeOptimizations“, der hier nicht erforderlich ist. Er enthält spezielle Antworten für den Einsatz in einer virtuellen Umgebung (Details wie üblich mit F1). Markieren Sie den Punkt und drücken Sie die Entf-Taste zum Entfernen.

Falls Sie unter OOBE die Einstellung „HideLocalAccountScreen“ auf „True“ gesetzt haben, müssen Sie eine weitere Antwort vordefinieren, denn sonst können Sie sich später an die frische Installation mangels Konto nicht anmelden. Fügen Sie „Windows-Shell-Setup/UserAccounts/LocalAccounts“ zu Phase 7 hinzu. Im mittleren Bereich „Antwortdatei“ öffnen Sie das Kontextmenü von „LocalAccounts“ und wählen „Neuen LocalAccount einfügen“. In dessen Einstellungen tragen Sie bei „Description“, „DisplayName“ und „Name“ jeweils den Benutzernamen ein (darf immer derselbe sein). Bei „Group“ tragen Sie eine Gruppe ein. Mindestens ein vordefinierter Account muss der Gruppe der Administratoren angehören, wobei hier englisch „Administrators“ einzutippen ist. Achtung: WSIM kontrolliert die korrekte Schreibweise an dieser Stelle nicht, weil es außer den vordefinierten Gruppen auch welche mit beliebigen Namen geben kann.

Bei „Password“ unterhalb des gerade erstellten Accounts können Sie das Passwort vordefinieren. Damit das nicht jedermann lesen kann, klicken Sie in der Menüleiste unter „Extras“ auf „Sensible Daten ausblenden“. Anschließend erscheint vor dem gleichen Menüpunkt ein kleines Häkchen. In der XML-Datei landet dann nur ein unleserlicher Hash. Microsoft weist aber darauf hin, dass dieses Schutzlevel nicht mit Verschlüsselung gleichzusetzen ist, und empfiehlt, solche Antwortdateien sicher zu verwahren.

Testlauf

Sie haben nun alle Antworten zusammen und sind bereit für einen Testlauf. Speichern Sie die Datei in der Menüleiste unter „Datei/Antwortdatei speichern“ mit dem Namen „Autounattend.xml“. Achtung: Damit das Setup-Programm sie von allein findet, muss sie wirklich „Autounattend.xml“ heißen und keineswegs „Autounattended.xml“, wie mitunter im Netz zu lesen ist. Kopieren Sie die Datei anschließend ins Wurzelverzeichnis des USB-Sticks und lassen Sie eine Probe-Installation auf dem Test-PC durchlaufen. Die XML-Datei muss während des gesamten Installationsprozesses verfügbar bleiben, daher dürfen Sie den Stick währenddessen nicht abziehen.

War das erfolgreich, können Sie die Antwortdatei weiter an Ihre Wünsche anpassen. Dabei kann übrigens außer der F1-Hilfe noch ein weitere Option des WSIM hilfreich sein: die Lupe in der Symbolleiste. Darüber können Sie suchen, ob Einstellungen mit bestimmten Namen vorhanden sind. Beachten Sie, dass alle Einstellungen englischsprachig sind und keine Leerzeichen kennen, daher ist die Suche beispielsweise nach „ProductKey“ nur dann erfolgreich, wenn Sie es zusammenschreiben.

Im Artikel auf Seite 156 finden Sie weitere Tipps rund um den WSIM. Im Forum zu diesen Artikeln, das Sie unter ct.de/ygtw finden, können Sie sich gerne mit anderen Lesern über weitere Anpassungen austauschen. Falls Sie dort Einstellungen tauschen wollen: Die XML-Datei können Sie mit einem ganz normalen Texteditor öffnen und die zu tauschenden Abschnitte einfach als Text heraus- und hineinkopieren. (axv@ct.de)