c't Retro 2018
S. 188
Praxis & Wissen
Retro-Webdesign
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Zombie-WWWebdesign

Das gruselige Web-Layout der 90er-Jahre mit modernen Mitteln wiederbeleben

Als das Internet noch „Datenautobahn“ hieß, war die multimediale „Homepage“ der letzte Schrei. Sie konnte nicht nur Texte, sondern auch Bilder anzeigen – und sogar Töne abspielen! Mit unserem Programmierprojekt unternehmen Sie einen Ausflug ins Webdesign der 90er.

Vor einem Vierteljahrhundert mussten sich frühe Webentwickler noch nicht mit Node.js-basierenden Build-Tools, responsiven Layout-Grids oder MVVM-Frameworks für One-Pager herumschlagen. CSS war noch im Entstehen begriffen, in JavaScript war der Austausch eines Bildes oder das Aufklappen eines Menüs das Höchste der Gefühle.

Dafür lieferten die Browser-Entwickler in rasantem Tempo Ideen, wie man Webseiten bunter, bewegter, lauter und manchmal auch nützlicher machen konnte. Dass diese Ideen oft nicht ausgereift und miteinander inkompatibel waren, stellte die Webdesigner der 90er-Jahre vor Herausforderungen.

Überraschend viele der damaligen HTML-Errungenschaften haben bis heute überlebt – wenn auch in der von „obsolete“- und „deprecated“-Warnungen umzäunten Schmuddelecke. <font>- und <center>-Elemente funktionieren noch immer, ebenso Layout-Tabellen. Selbst Microsofts abscheuliches <marquee>-Tag lässt nach wie vor Text über den Bildschirm flitzen.

Sein nicht minder abstoßendes Netscape-Gegenstück, das <blink>-Element, ist dagegen im WWW-Himmel, wie auch das Platzhalter-Element <spacer>. Nur noch der Nostalgie-Browser Internet Explorer versteht <basefont> oder <bgsound>, das mittels .wav- oder .midi-Sound den Besuch einer Website zum multimedialen Erlebnis machte.

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