c't Retro 2018
S. 65
Geschichte
DDR-CPU
Aufmacherbild
Bild: Jan Peter Kasper/Bundesarchiv/CC-BY-SA 3.0

Von Ochs und Esel aufgehalten

Wie die DDR ihren ersten Megabit-Speicher entwickelte

Mit dem U61000 erblickte im Osten kurz vor dem Mauerfall der erste DDR-DRAM-Speicher das Licht der Welt.

Es sollte ein Meilenstein auf dem Weg der technischen Aufholjagd des Ostblocks werden: der erste 1-Megabit-Speicherchip, der in der DDR entwickelt und gebaut wurde. Am 12. September 1988 präsentierten Projektleiter Bernd Junghans, Chefkonstrukteur Jens Knobloch und weitere Kollegen den „U61000” im Sitzungszimmer des Politbüros in Berlin. Auf einer sechseinhalb Meter langen Papierbahn stellten die Forscher vom Dresdener Forschungszentrum Mikroelektronik des VEB Carl Zeiss den Schaltkreis des DDR-DRAM-Chips vor.

Knobloch erinnert sich später, wie er dem Politbüro die Kapazität des Speichermoduls erläuterte: „Auf einen solchen Chip passt der Text von rund 60 DIN A4-Seiten mit jeweils etwa vierzig Zeilen zu sechzig Zeichen. Meine Zuhörer machten große Augen, vermutlich begriff keiner so recht, worum es ging.”

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