c't 7/2019
S. 94
Report
Spieleentwicklung in Deutschland
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Kunstloses Brot

Warum in Deutschland so wenige innovative Spiele entstehen

Deutsche Entwickler haben es schwer im Games-Geschäft. Deshalb freuen sie sich über die von der Bundesregierung in Aussicht gestellten Fördergelder in Höhe von 50 Millionen Euro. Einige Entwickler möchten das Geld jedoch weniger für kreative Experimente als für internationale Großproduktionen verwenden.

Deutschland ist bei einem Jahresumsatz von rund 3,5 Milliarden Euro einer der weltweit fünf größten Märkte für digitale Spiele. Doch anders als in Japan, Großbritannien, Kanada, China und den USA liegt der Umsatzanteil einheimischer Hersteller im unteren einstelligen Prozentbereich. Keines der 20 erfolgreichsten Spiele des Jahres 2018 stammt aus deutscher Produktion – selbst der „Landwirtschaftssimulator“ wird in der Schweiz gefertigt.

Für dieses Manko gibt es Gründe: Bei deutschen Spielentwicklern handelt es sich um verhältnismäßig kleine Firmen. Sobald sie zu nennenswerter Größe heranwachsen, offerieren internationale Unternehmen lukrative Übernahmeangebote. So firmiert das auf Free-to-Play-Spiele spezialisierte Unternehmen Innogames neuerdings unter schwedischer Flagge, und die Hamburger Firma Bigpoint wechselte in chinesische Hände. Ende 2018 übernahm das israelische Unternehmen Playtika den Berliner Casual-Games-Hersteller Wooga, der mit seinen knapp 200 Mitarbeitern zu den fünf größten deutschen Games-Herstellern gehört. 

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