c't 15/2019
S. 140
Know-how
Godot Game Engine
Aufmacherbild

Kein Warten auf Godot

Einstieg in die Spieleprogrammierung mit der Game-Engine Godot

Von Godot fühlen sich zurzeit eher Literaten statt Entwickler angesprochen – aber das dürfte sich schnell ändern: Die Game-Engine hat den Reifegrad eines ausgewachsenen Produktes erreicht, unterstützt alle wesentlichen Plattformen und kostet nichts – auch nicht für kommerzielle Anwendungen. Wir zeigen, wie man damit einen einfachen Asteroids-Klon baut.

Nur 23 schmale MByte ist das komplette Programmpaket der Godot Game Engine groß. Zum Vergleich: Eine typische Unity-Installation umfasst zwischen 2 und 8 GByte Speicherplatz und dauert gern mal zwei Stündchen oder drei. Unreal ist sogar noch fetter. Trotzdem nimmt es Godot in Sachen Funktionsumfang mit den beiden Standard-Engines auf.

Eine Game-Engine ist ein Softwarepaket, das alle hardwarenahen Funktionen übernimmt, es dem Entwickler also einfacher macht, ein Spiel oder eine andere Software mit 3D-Grafik zu programmieren. Darunter fallen Bild- und -Ton-Ausgabe, aber auch Maus- und Tastatureingabe, Physik und Netzwerkfunktionen.

Die populärsten Engines sind zurzeit Unity und Unreal; beide kommen mit einer freien Einsteiger-Version. Bei Unity muss man aber auf eine monatliche Lizenzgebühr aufstocken, wenn man einen gewissen Mindest-Umsatz überschreitet. Unreals Mutterfirma Epic streicht einen Teil des Umsatzes ein. Ganz anders Godot: Die Software ist zu 100 Prozent Open Source, steht unter MIT-Lizenz und kann damit frei kommerziell benutzt werden. Wer will, kann die Entwickler über die Finanzierungsplattform Patreon unterstützen.

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