c't 19/2019
S. 82
Hintergrund
Recruiting-Trends: Präsentation von IT-Kenntnissen
Aufmacherbild

Selbstdarsteller

IT-Fähigkeiten mit Online-Werkzeugen wirkungsvoll präsentieren

Hersteller-Zertifikate und Zeugnisse vom Arbeitgeber sind nur ein Weg, Programmierkenntnisse unter Beweis zu stellen. Gut gepflegte Repositories und Open-Source-Mitarbeit sind ebenso aussagekräftig.

Entwickler mit mindestens sechs Jahren Kubernetes-Erfahrung gesucht. Diese Stellenausschreibung fand ich auf einer Job-Gesuche-Wand bei einer Cloud-Konferenz. Sie war sicherlich scherzhaft gemeint, feierte man während der Konferenz gerade den fünften Geburtstag des Container-Orchestrators Kubernetes. Sie hatte dennoch ein ernstes Anliegen: Administratoren und Entwickler, die sich nebenbei mit Container-Technik, sei es Docker oder Kubernetes, auskennen, sind gefragt. Insgesamt waren es gute 15 Quadratmeter Whiteboard, vollgeschrieben mit Job-Angeboten. Andere häufige Experten-Gesuche: Programmierer mit Unit-Testing- und CI/CD-Kenntnissen, also Erfahrung im automatischen Testen und Verteilen von Software.

Ich nutzte die Gelegenheit und sprach einige der Arbeitgeber direkt an, worauf es ihnen bei den Bewerbern ankommt. Ob es zum Beispiel bestimmte Programmiersprachen gibt, die man können muss, um überhaupt eine Chance zu haben. Die Antworten können all jene beruhigen, die glauben, die „falsche“ Sprache gelernt zu haben: Es komme, so die einhellige Meinung meiner Stichprobe, nicht darauf an, in welcher Programmiersprache man in der Uni oder bei bisherigen Arbeitgebern programmiert habe. Sicherlich gibt es Vorlieben für bestimmte Sprachen je nach Branche des Unternehmens. Von einem fähigen Programmierer wird aber erwartet, sich in endlicher Zeit in eine bisher unbekannte Welt einzuarbeiten.

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