c't 20/2019
S. 164
Know-how
Raspberry-Pi-4-Prozessor
Aufmacherbild

Raspi-Kernschau

Das Prozessor-Innenleben des Raspberry Pi 4 im Detail

Der Raspberry Pi 4 ist nicht nur schneller als seine Vorgänger, sondern hat auch viel mehr und schnellere Schnittstellen. Dazu wurde sein Prozessor stark überarbeitet – und es gab noch etliche weitere Veränderungen.

Der Einplatinencomputer Raspberry Pi ist begehrt, weil er flexibel nutzbar ist, ein passendes Linux mitbringt und sich zahllose Projekte damit umsetzen lassen. Vor allem aber kostet er bloß 40 Euro. Um trotz gleichem Preis jeder neuen Raspi-Generation mehr Funktionen und Performance zu verleihen, legt sich die Raspberry Pi Foundation mit dem Mastermind Eben Upton sehr ins Zeug. Raspi-Herzstück ist jeweils ein hoch integrierter Kombiprozessor von Broadcom, ein sogenanntes System-on-Chip (SoC). Die jüngste Version BCM2711 bringt überraschend viele Verbesserungen im Vergleich zu seinen Vorgängern – wir schauen auf seinen Aufbau und erläutern viele Details.

Der Ur-Raspi kam 2012 mit dem BCM2835, den Broadcom vor allem für Settop-Boxen entwickelt hatte – also für Kabel- und Satelliten-TV-Tuner oder auch für Streaming-Player. Wichtiger als der schon damals etwas angestaubte ARM-Prozessorkern vom Typ ARM1176JZF-S mit nur 700 MHz war der Grafik- beziehungsweise Videoteil. Der entstammt beim BCM2835 und seinen Nachfolgern Broadcoms hauseigener VideoCore-Familie, die Eben Upton maßgeblich mitentwickelt. Dank HDMI-Buchse ließ sich schon der erste Raspi problemlos an viele Monitore und TV-Geräte anschließen und grafisch bedienen. Außerdem brachte er Hardware-Decoder für die flüssige Wiedergabe passend kodierter Videos mit, weshalb viele Bastler ihn fürs Streaming nutzten – etwa mit der Multimedia-Software Kodi beziehungsweise LibreElec.

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