c't 11/2021
S. 162
Praxis
c’t-WIMage
Bild: Andreas Martini

Werkzeug-Tuning

Tipps und Tricks zu c’t-WIMage

Unser Sicherungsskript c’t-­WIMage fertigt auf einem ­einzigen USB-Datenträger ­Backups all Ihrer Windows-­Installationen an, und zwar so, dass sie sich sogar auf nahezu beliebigen anderen PCs zurückspielen lassen. Hier finden Sie Tipps und Tricks, wie Sie es noch effi­zienter und flexibler einsetzen.

Von Axel Vahldiek

Alle Windows-Versionen und -Editionen von 8.1 bis 10 sichert c’t-WIMage auf demselben USB-Datenträger. Wie das geht, haben wir gerade erst ausführlich in [1] beschrieben, ergänzt um eine umfangreiche FAQ in derselben Ausgabe [2]. Doch zu c’t-WIMage gibt es noch mehr zu erzählen, denn es ist flexibler, als es auf den ersten Blick ohnehin schon wirkt. Wussten Sie beispielsweise, dass sich aus den mit c’t-WIMage erzeugten Sicherungen auch einzelne Dateien wiederherstellen lassen? Dass Sie Ordner, Dateien und Dateitypen von der Sicherung ausnehmen können? Dass Sie vom c’t-WIMage-Datenträger mit ein paar Handgriffen auch Windows sauber neu installieren können? Sie können die Sicherungen sogar mit BitLocker verschlüsseln. Wir haben in diesem Beitrag die besten Tipps und Tricks rund um c’t-WIMage zusammengetragen.

Einzelne Dateien wiederherstellen

Mit c’t-WIMage erzeugte Sicherungen können Sie nicht nur vollständig wiederherstellen. Sie können auch sehr einfach einzelne Dateien herausholen. Das passende Werkzeug dafür ist das Open-­Source-Packprogramm 7-Zip. Falls Sie das nicht ohnehin schon haben, finden Sie via ct.de/yjgg zwei Versionen: eine zum Installieren sowie eine portable, die ohne Installation auskommt (sie landet als selbstentpackendes Archiv in Ihrem Download-Ordner). Welche Sie verwenden, ist reine Geschmackssache.

Ihre Sicherungen liegen allesamt in einer Datei namens Install.wim. Die finden Sie auf dem Laufwerk, welches der Explorer mit dem Namen CT-WIMAGE anzeigt. Wo genau auf dem Laufwerk, hängt davon ab, wie Sie das Laufwerk eingerichtet haben. Ist es ein reines 32- oder 64-Bit-c’t-WIMage-Laufwerk, dann liegt die Datei Install.wim darauf im Ordner Sources. Bei einem für beide Architekturen eingerichteten Laufwerk gibt es hingegen zwei Install.wim: eine unter x86\Sources für die 32-Bit-Sicherungen und eine unter x64\Sources für die 64-Bit-­Sicherungen. Suchen Sie die passende heraus – doch Obacht, bitte erst weiterlesen, bevor Sie mit 7-Zip darauf losgehen.

Es lauert hier nämlich eine Falle: 7-Zip kann Ihre Install.wim durchaus komplett entpacken, doch was dabei herauskommt, kann den freien Platz selbst auf sehr großen Datenträgern komplett vollschreiben. Denn das Programm würde dabei alle (!) in der Install.wim enthaltenen Sicherungen auf einen Schlag entpacken. Der Clou an den Sicherungen in der Install.wim sind ja die hocheffizienten Platzsparmethoden, doch nach dem Entpacken belegt halt alles wieder so viel wie vor dem Sichern.

Alle Sicherungen stecken in einer gemeinsamen Datei namens Install.wim. Mit 7-Zip können Sie einzelne Dateien daraus entpacken. Die einzelnen Images stecken in nummerierten Ordnern.

Es geht anders: Neben dem Ordner Sources, in dem die Install.wim liegt, finden Sie eine Textdatei namens Backupliste.txt. Darin sind alle Sicherungen verzeichnet, die in der Install.wim enthalten sind. Für jede Sicherung ist jeweils ganz am Anfang eine Indexnummer angegeben. Suchen Sie die Indexnummer jener Sicherung heraus, aus der Sie eine Datei wiederherstellen wollen.

Nun öffnen Sie die Install.wim mit 7-Zip (nochmals: nicht entpacken!). Sie sehen Ordner, die als Namen die Index-­Nummern tragen. Öffnen Sie den Ordner mit der gerade herausgesuchten Nummer, dann sehen Sie die eigentliche Sicherung vor sich, genauer: alle darin enthaltenen Dateien und Ordner. Suchen Sie die Datei, die Sie wiederherstellen wollen, wählen Sie aus ihrem Kontextmenü „Kopieren nach“ und im nächsten Dialog ein Ziel, an dem Sie Schreibrechte haben. Voilà: Die Datei ist wiederhergestellt.

Ausnahmen

Eine Sicherung mit c’t-WIMage muss keineswegs alles enthalten, was auf Laufwerk C: liegt. Sie können Ausnahmen definieren. Dem von c’t-WIMage zum Sichern genutzten Windows-eigenen Programm Dism.exe können Sie solche Ausnahmen mitteilen, indem Sie sie in eine Datei namens ct-WIMage.ini eintragen. Die finden Sie im Sources-Ordner. Bei USB-Datenträgern für beide Architekturen gibt es zwei ct-WIMage.ini: eine unter x86\Sources für die 32-Bit- und eine unter x64\Sources für die 64-Bit-Sicherungen. (Es gibt eine weitere im Ordner ct-WIMage auf CT-BOOT, die aber beim Sichern keine Verwendung findet.) Die INI-Datei ist eine simple Textdatei, die Sie mit Notepad oder einem anderen Editor bearbeiten können. Sie enthält zwei Abschnitte: [ExclusionList] und [CompressionExclusionList]. In beiden Abschnitten stehen bereits Einträge, wobei eine Zeile jeweils eine Ausnahme definiert.

Die Einträge im oberen Abschnitt [ExclusionList] sind Standard-Ausnahmen. Was hier steht, sichert Dism.exe ohnehin nicht mit, also auch dann nicht, wenn es gar keine ct-WIMage.ini gibt. Am Aufbau der vorhandenen Zeilen können Sie das Muster ablesen, wie Sie weitere Ausnahmen hinzufügen. Wenn Sie beispielsweise direkt im Wurzelverzeichnis von C: mal einen Ordner für Testzwecke namens „Test“ eingerichtet haben, den aber nicht mitsichern wollen, dann ergänzen Sie im Abschnitt [ExclusionList] eine Zeile mit dem Inhalt \Test. Soll Dism.exe nur einen der Unterordner ignorieren, tragen Sie beispielsweise \Test\Tinnef ein.

In einer INI-Datei können Sie Aus­nahmen definieren für Ordner, Dateien und Dateitypen, die c’t-WIMage nicht mitsichern soll.

Auch Dateitypen können Sie angeben, zum Beispiel *.axv. Auch pro Dateityp ist eine separate Zeile erforderlich. Alle Dateien mit der Endung .axv werden daraufhin von Dism.exe ignoriert.

Sie können Pfad- und Dateityp­angaben auch kombinieren: \Test\*.axv ignoriert alle Dateien dieses Typs, sofern sie in diesem Ordner liegen.

Im zweiten Abschnitt [Compression­ExclusionList] stehen jene Dateitypen, bei denen Dism.exe gar nicht erst versuchen soll, sie beim Sichern zu komprimieren. Sie können hier zwar beliebige Dateitypen eintragen, doch sinnvoll ist das nur bei solchen, die ohnehin schon komprimiert sind. Denn bei denen würde ein weiterer Kompressionsversuch keinen Platz in der Sicherung sparen, sondern bloß Zeit kosten. Das gilt zum Beispiel für alle modernen Office-Dokumenttypen mit Endungen wie .docx, .xlsx, .odt, .ods und so weiter; das sind im Grunde alles ZIP-Archive.

BitLocker 1: Einrichten

Das Laufwerk CT-WIMAGE können Sie mit BitLocker verschlüsseln, um Ihre Sicherungen vor unbefugten Zugriffen zu schützen. Immerhin könnte Ihr USB-Datenträger mal in fremde Hände gelangen, sei es durch Diebstahl, Liegenlassen im Taxi oder spätestens, wenn er wegen Defekt entsorgt wird. Das große Aber: Der BitLocker-Schutz stellt eine zusätzliche Hürde beim Wiederherstellen dar, denn CT-WIMAGE lässt sich im Zuge dessen nur per Kommandozeilenbefehl entsperren.

Zum Einrichten von BitLocker stöpseln Sie den USB-Datenträger an einen Windows-PC an. Es muss eine Pro-, Education- oder Enterprise-Edition installiert sein. Home taugt nicht, weil diese Edition das Einrichten von BitLocker nicht erlaubt. Einmal eingerichtete Laufwerke lassen sich unter Home jedoch nutzen, sodass Sie Ihre Home-Editionen trotzdem mit c’t-WIMage auf dem BitLocker-­geschützten Laufwerk sichern können.

Sie können nicht den ganzen USB-­Datenträger verschlüsseln, sondern nur CT-WIMAGE. Das andere Laufwerk CT-BOOT muss unverschlüsselt bleiben, denn sonst bootet davon nichts. Zudem enthält CT-BOOT auch die nötige Software zum Entsperren von BitLocker. Da Ihre Sicherungen aber ohnehin alle auf CT-­WIM­AGE liegen und CT-BOOT standardmäßig keine persönlichen Dateien enthält, macht das nichts.

Klicken Sie im Kontextmenü von CT-WIMAGE auf „BitLocker aktivieren“. Es startet ein Assistent. Wählen Sie „Kennwort zum Entsperren des Laufwerks verwenden“. Vergeben und bestätigen Sie ein Kennwort. Sie müssen sich dieses unbedingt sehr gut merken, denn ohne können Sie später weder weitere Sicherungen anfertigen noch – und das wäre im Ernstfall fatal – Sicherungen wiederherstellen. Am besten schreiben Sie es auf einen Zettel und legen ihn in einen feuerfesten Tresor.

Nun verlangt der Assistent, dass Sie den Wiederherstellungsschlüssel speichern. Das ist der Noteingang für CT-­WIMAGE, falls Sie das Kennwort doch mal vergessen sollten. Achtung: Kennwort und Wiederherstellungsschlüssel sind die einzigen Wege, das Laufwerk zu entsperren. Ist beides futsch, können Sie auf die Daten auf CT-WIMAGE nicht mehr zugreifen! Daran kann weder Microsoft noch ein Datenretter noch sonst wer etwas ändern. Es ist daher nicht die schlechteste Idee, den Wiederherstellungsschlüssel kurzerhand auszudrucken und ebenfalls in den Tresor zu legen. Wenn Sie ihn stattdessen speichern, dann besser nicht „Im Microsoft-Konto“, denn dann landet der Schlüssel in Microsofts Cloud. Sie hätten damit dem Konzern den Schlüssel zu Ihren privaten Sicherungen ausgehändigt. Speichern Sie ihn stattdessen etwa auf einem USB-Stick. Dort landet eine Textdatei. Erzeugen Sie davon mindestens eine weitere Kopie auf einem weiteren externen Laufwerk, beide gehören wieder in den Tresor.

Bei der nächsten Frage des Assistenten belassen Sie die Voreinstellung „Nur verwendeten Speicherplatz verschlüsseln“. Um mit c’t-WIMage auch Windows 8.1 sichern zu können, belassen Sie auch im nächsten Dialog die Voreinstellung „Kompatibler Modus“. Nach einem Klick auf „Verschlüsselung starten“ wird BitLocker aktiv. Das Verschlüsseln dauert einige Zeit.

BitLocker 2: Entsperren

Sobald Sie den USB-Datenträger ab- und wieder anstöpseln, ist das Laufwerk CT-WIMAGE gesperrt. Nicht mal der Laufwerksname erscheint im Explorer, aber immerhin die Bezeichnung „USB-­Laufwerk“. Ein Doppelklick darauf lässt einen Eingabedialog für Ihr Kennwort erscheinen (auch unter Home). Nach dem Eintippen ist das Laufwerk wie gewohnt nutzbar, Sie können die laufende Installation also mit c’t-WIMage darauf sichern.

Wie erwähnt ist das Wiederherstellen einer Sicherung nun kniffliger. Booten Sie vom USB-Laufwerk und warten Sie, bis das Setup-Programm mit der Sprachauswahl erscheint. Klicken Sie in diesem Moment aber nicht auf „Weiter“, sondern drücken Sie stattdessen Umschalt+F10. Es erscheint eine Eingabeaufforderung.

c’t-WIMage sichert Ihre Windows-Installationen auf das Laufwerk CT-WIMAGE. Das können Sie mit BitLocker verschlüsseln. Beim Wiederherstellen müssen Sie das Laufwerk dann jedoch per Kommandozeilenbefehl entsperren.

Zum Entsperren von CT-WIMAGE müssen Sie zuerst herausfinden, welchen Laufwerksbuchstaben das Laufwerk derzeit hat. Der einfachste Weg dazu: Tippen Sie notepad in die Eingabeaufforderung ein, um den Editor zu starten. Drücken Sie Strg+O zum Aufrufen des Öffnen-Dialogs und klicken Sie darin auf „Dieser PC“. Auch hier erkennen Sie CT-WIMAGE wieder an der Bezeichnung „USB-Laufwerk“. Merken Sie sich den Laufwerksbuchstaben, beispielsweise E:.

Schließen Sie Öffnen-Dialog und Notepad wieder. Tippen Sie folgenden Befehl in die Eingabeaufforderung zum Entsperren von CT-WIMAGE (Laufwerksbuchstaben anpassen):

manage-bde -unlock e: -pw

Folgen Sie der Aufforderung, Ihr Kennwort einzugeben. Obacht: Während des Tippens bewegt sich weder der Cursor vorwärts noch erscheinen Sternchen oder andere Zeichen; das ist normal. Nach dem Abschicken des Kennworts erscheint trotzdem eine Erfolgsmeldung (sofern Sie sich nicht vertippt haben). Nun können Sie die Eingabeaufforderung schließen, im Setup-Programm auf „Weiter“ klicken und Ihre Sicherungen wie gewohnt wiederherstellen.

Tipp: Schreiben Sie den Befehl zum Entsperren (aber nicht das Kennwort!) in eine Textdatei, die Sie auf CT-BOOT speichern. Im Ernstfall ist im Oberstübchen ohnehin schon genug Alarm, und es ist mir selbst schon passiert, dass ich mich just in so einem Moment partout nicht an die korrekte Schreibweise des Entsperr-Befehls erinnern konnte. Mit der Textdatei, benannt beispielsweise als „Befehl zum BitLocker entsperren.txt“ direkt im Wurzelverzeichnis von CT-BOOT umgehen Sie das Problem. Was ebenfalls nützlich sein kann beim Erinnern, ist das Wissen, dass „bde“ für „BitLocker Drive Encryption“ steht.

Falls Sie BitLocker wieder deaktivieren wollen, entsperren Sie CT-WIMAGE und wählen aus dem Kontextmenü „BitLocker verwalten“ (erfordert wieder Pro, Education oder Enterprise). Es erscheint eine Übersicht aller Laufwerke. Klicken Sie bei CT-WIMAGE auf den Link „Bit­Locker deaktivieren“ und bestätigen Sie die Nachfrage.

Neuinstallationen

Der USB-Datenträger kann nicht nur Ihre c’t-WIMage-Sicherungen aufnehmen und wiederherstellen. Wenn Sie wollen, können Sie vom selben Laufwerk Windows auch frisch installieren. Zwei Wege gibt es dazu: einen eher hemdsärmeligen, bei dem Sie vorab im Explorer ein paar Ordnernamen umbenennen. Das müssen Sie nach der Neuinstallation wieder rückgängig machen, um später wieder Ihre Sicherungen restaurieren zu können. Der andere Weg führt über einen bandwurmartigen Kommandozeilenbefehl: Lohn der Mühe ist dann, dass das Setup-Programm Ihnen nicht nur Ihre Sicherungen, sondern auch ein frisches Windows zur Auswahl anbietet.

Zuerst zum hemdsärmeligen Weg, der einen PC mit laufendem Windows voraussetzt: Auf dem Laufwerk CT-BOOT finden Sie je nach Architektur im Wurzelverzeichnis oder jeweils unterhalb von x64 oder x86 einen Ordner namens „sources“. Dieser wurde von c’t-WIMage erstellt. Neben dem Ordner liegt ein weiterer namens „sources.org“. Das ist der Sources-Ordner, der ursprünglich vom Media Creation Tool (MCT) erstellt und von c’t-WIMage umbenannt wurde. Um wieder Windows sauber neu vom USB-­Datenträger installieren zu können, reicht es aus, den Ordner „sources“ beispielsweise in „sources.wimage“ umzubenennen und den Ordner „sources.org“ in „sources“. Wenn Sie anschließend vom USB-Datenträger booten, wird Ihnen das Setup-Programm nicht mehr Ihre Sicherungen zur Installation anbieten, sondern das frische Windows, das das MCT ursprünglich auf das Laufwerk gespielt hat. Wenn Sie nach der Neuinstallation das Umbenennen der beiden Ordner wieder rückgängig machen, bietet Ihnen das Setup-Programm wieder Ihre Installationen an.

Deutlich aufwendiger, aber dafür nur einmal erforderlich ist es, die vom MCT auf CT-BOOT hinterlegten frischen ­Windows-Images mit Ihren Sicherungen in einer gemeinsamen Install.wim zu vereinen (wenn Sie die Mühe scheuen, lesen Sie einfach im nächsten Abschnitt weiter).

Das Vereinen erledigt das Windows-eigene Programm Dism.exe, welches c’t-WIMage unter der Haube auch zum Sichern Ihrer Installationen verwendet. Eine umfassende Einführung in DISM haben wir in [3] veröffentlicht. Im Prinzip reicht ein einziger Befehl, den Sie aber mehrfach abschicken müssen. Prüfen Sie zuerst, welche Laufwerksbuchstaben die Laufwerke CT-BOOT und CT-WIMAGE derzeit haben. Als Beispiel hat CT-BOOT den Laufwerksbuchstaben I:, CT-WIM­AGE hat J:. Tippen Sie folgendes in einer mit Administratorrechten laufenden Eingabeaufforderung ein:

dism /export-image /SourceImageFile:I:\Sources.org\Install.esd /DestinationImageFile:J:\Sources\Install.wim /compress:max /SourceIndex:1

Dieser Bandwurmbefehl ist in einer einzigen Zeile einzugeben, die Laufwerksbuchstaben hinter /SourceImageFile: und /DestinationImageFile: passen Sie bitte an. Beachten Sie, dass zwischen den Doppelpunkten am Ende der beiden Befehle und dem jeweils folgenden Laufwerksbuchstaben kein Leerzeichen stehen darf. Haben Sie einen USB-Datenträger für beide Architekturen, passen Sie die Pfade bitte an, aus I:\Sources.org\Install.esd wird also beispielsweise I:\x64\Sources.org\Install.esd und aus J:\Sources\Install.wim wird J:\x64\Sources\Install.wim. Achten Sie darauf, dass in beiden Pfaden einheitlich entweder x64 oder x86 steht – mit Mischungen aus beiden kann das Setup-Programm nichts anfangen, Sicherungen ließen sich dann aus der Install.wim nur mit komplizierten Diskpart-, DISM- und BCDBoot-Befehlen wiederherstellen!

Der Befehl exportiert aus der vom MCT erstellten Datei Install.esd das erste Image in Ihre Install.wim. Wenn das erledigt ist, drücken Sie die Cursor-hoch-Taste, woraufhin der Befehl wieder erscheint. Zählen Sie die letzte Ziffer des Befehls um eins hoch, ändern Sie also /SourceIndex:1 zu /SourceIndex:2. Schicken Sie den Befehl erneut ab, daraufhin exportiert Dism.exe das zweite Image in Ihre Install.wim. Das gelingt deutlich schneller als beim ersten Export, weil die Schnittmenge der Daten der Images sehr hoch ist und die meisten Daten schon beim ersten Export in der WIM-Datei landeten. Wiederholen Sie das Prozedere bis /SourceIndex:6, dann sind bei einem vom MCT erstellten Datenträger alle Images exportiert. Nachprüfen können Sie das am schnellsten, indem Sie versuchen, /SourceIndex:7 zu exportieren. Das endet mit „Fehler: 87“, weil es ein Image mit einer so hohen Nummer nicht gibt.

Wiederholen Sie die beschriebenen Schritte bei Bedarf mit den x86-/x64-Pendants.

Sobald Sie die nächste Sicherung mit c’t-WIMage angefertigt haben, erscheinen die exportierten Images in der Datei Backupliste.txt. Wenn Sie Platz auf CT-BOOT sparen wollen, können Sie nach dem Exportieren die Datei Install.esd aus dem Ordner Sources.org löschen – deren Inhalt steckt ja nun in der Datei Install.wim auf CT-WIMAGE. Noch mehr Platz spart es, einfach den kompletten Ordner Sources.org zu löschen, denn es steckt nun nichts mehr drin, was nicht auch auf CT-WIM­AGE liegt.

Platz sparen auf dem USB-Datenträger

Apropos Platz sparen: Das Laufwerk CT-BOOT ist in der Standardkonfiguration deutlich größer als notwendig. Der Grund: Das Einrichten des USB-Datenträgers ist dadurch erheblich einfacher, weil Sie sich dabei nicht selbst um das Partitionieren kümmern müssen. Doch wenn Sie das Umpartitionieren nicht scheuen, können Sie den Platzbedarf von CT-BOOT drastisch reduzieren.

Erstellen Sie irgendwo auf dem internen Datenträger einen Ordner namens „wimage“ und kopieren Sie zuerst mit Ausnahme von „System Volume Information“ und, sofern vorhanden, „Papierkorb“ den kompletten Inhalt des Laufwerks CT-WIM­AGE in diesen Ordner.

Erstellen Sie einen weiteren Ordner namens „ctboot“ irgendwo auf dem internen Datenträger. Kopieren Sie Folgendes vom Laufwerk CT-BOOT hinein: die Ordner „boot“ und „efi“ sowie die Dateien „bootmgr“, „bootmgr.efi“ und „setup.exe“. Zudem kopieren Sie je nachdem, wie Sie den USB-Datenträger eingerichtet haben, den Ordner „sources“ beziehungsweise die Ordner „x64“ und „x86“. Sofern Sie wie im Abschnitt „Neuinstallationen“ beschrieben die Images aus der Install.esd in die Install.wim exportiert haben, können Sie den beziehungsweise die Ordner „sources.org“ dabei überspringen, sonst kopieren Sie diese ebenfalls. Lesen Sie die Größe des Ordners „ctboot“ in dessen Eigenschaften ab, merken Sie sich den Wert.

Mit einer Kombination von Handgriffen können Sie das Laufwerk CT-BOOT drastisch schrumpfen, um mehr Platz auf dem USB-Datenträger für CT-WIMAGE zu schaffen.

Öffnen Sie die Datenträgerverwaltung (eine Einführung finden Sie bei Bedarf in [4]). Die darin zu erledigenden Handgriffe mögen im ersten Moment verwirrend umständlich erscheinen, umschiffen aber gleich zwei Windows-Eigenheiten: Windows schrumpft nämlich keine FAT32-Partitionen und per UEFI gebootete Windows-Installationen weigern sich, in der Datenträgerverwaltung auf einem MBR-­partitionierten Datenträger die erste primäre Partition aktiv zu setzen.

Löschen Sie das Volume „CT-­WIM­AGE“. Formatieren Sie die Partition CT-BOOT mit dem Dateisystem NTFS, behalten Sie den Namen bei. Wählen Sie nun „Volume verkleinern“. Die Gesamtgröße nach der Verkleinerung sollte den gemerkten Größenwert des Ordners „ctboot“ plus 1000 MByte betragen (es muss etwas Platz frei bleiben, und mit diesem Wert sind Sie auf der sicheren Seite). Wenn der Ordner „ctboot“ also beispielsweise 817 MByte groß ist, sollte CT-BOOT nach dem Verkleinern 1817 MByte groß sein. Dazu müssen Sie rechnen, denn der Verkleinerungsassistent fragt nicht nach der Zielgröße, sondern nach der Anzahl an MByte, um die verkleinert werden soll. Es kann sein, dass der Verkleinerungsassistent besonders hohe Verkleinerungswerte nicht akzeptiert, dann nehmen Sie den höchsten angebotenen. Formatieren Sie CT-BOOT nach dem Verkleinern erneut, dieses Mal mit FAT32, den Namen behalten Sie wieder bei.

Erstellen Sie im freien Platz hinter CT-BOOT eine weitere Partition namens „CT-WIMAGE“ mit dem Dateisystem NTFS, die den gesamten freien Platz belegt.

Kopieren Sie nun die Inhalte aus den Ordnern „ctboot“ und „wimage“ auf die entsprechenden Partitionen des USB-Datenträgers. Damit ist der Umbau abgeschlossen.

Platte tauschen

Wenn Sie den USB-Datenträger gegen einen anderen austauschen wollen, etwa weil dieser größer oder schneller ist, klappt das relativ simpel: Verwandeln Sie gemäß der Anleitung Ihre neue Festplatte genau wie die alte in ein Sicherungslaufwerk. Kopieren Sie anschließend vom alten Datenträger vom Laufwerk CT-­WIMAGE aus dem Ordner Sources die Datei Install.wim sowie aus dem Wurzelverzeichnis die Datei Backupliste.txt an die jeweils gleiche Stelle auf dem neuen Datenträger. Falls Sie die ct-WIMage.ini angepasst haben, kopieren Sie auch die. Bei einem Datenträger für 32- und 64-Bit-Sicherungen kopieren Sie die Dateien jeweils unterhalb von x64 beziehungsweise x86.

Vergessen Sie aber nicht, auch bei dem neuen Datenträger zu prüfen, ob Ihr PC wirklich von ihm bootet. Lassen Sie das Setup-Programm nach dem Booten von der Platte mindestens so weit laufen, bis es Ihnen die Images zur Auswahl anbietet. Falls dabei Schwierigkeiten auftreten, probieren Sie einen anderen Anschluss. Auch ist das Tauschen von Kabel oder Gehäuse einen Versuch wert.

Sicherungen aufräumen

Im Laufe der Zeit wird die Datei Install.wim immer mehr Sicherungen enthalten, was naturgemäß zwei Folgen hat: Erstens belegt sie immer mehr Platz und zweitens veralten die enthaltenen Images. Es gibt verschiedene Methoden, dieser Platzverschwendung zu begegnen. Eine sehr simple Methode: Sammeln Sie in einer Install.wim immer nur die Sicherungen beispielsweise eines Jahres. Ende des Jahres benennen Sie sie um beispielsweise in Install2021.wim. Auch die Datei Backupliste.txt benennen Sie entsprechend um, etwa in Backupliste2021.txt. c’t-WIMage erzeugt dann bei der nächsten Sicherung beide Dateien neu.

Stellen Sie 2022 fest, dass Sie doch noch mal eine Sicherung von 2021 be­nötigen, benennen Sie die aktuelle Install.wim in Install2022.wim um, die Install2021.wim in Install.wim, und schon können Sie die alten Sicherungen wiederherstellen. Anschließend machen Sie die Umbenennungen rückgängig. Falls der Platz auf CT-WIMAGE knapp wird, ­können Sie ältere WIM-Dateien auf ­andere Datenträger auslagern. Ganz alte WIM-­Dateien können Sie irgendwann löschen.

Wer glaubt, dass das Entfernen einzelner Sicherungen aus der Install.wim ebenfalls Platz schafft, geht leider fehl. Im Gegenteil kann das Entfernen die Größe der Install.wim sogar minimal erhöhen. Trotzdem gibt es einen guten Grund, überflüssig gewordene Sicherungen zu entfernen: Das erhöht die Übersichtlichkeit im Auswahldialog beim Wiederherstellen.

Lassen Sie DISM zuerst die Images auflisten, den Pfad passen Sie bitte an:

Dism /Get-ImageInfo /ImageFile:J:\Sources\Install.wim

Suchen Sie das erste überflüssige Image heraus; identifizieren können Sie es anhand der Zeile „Beschreibung“, in der unter anderem der von Ihnen vergebene Computername der Sicherung steht. Die dazugehörige Indexnummer brauchen Sie für den nächsten Befehl, der das Image aus der Install.wim entfernt. Das X ganz am Ende ersetzen Sie durch die Indexnummer:

Dism /Delete-Image /ImageFile:J:\Sources\Install.wim /Index:X

Um weitere Images zu entfernen, wiederholen Sie beide Befehle. Obacht: Das erneute Abfragen der Indexnummern ist wichtig, weil nach dem Entfernen eines Images die dahinterliegenden eine um 1 niedrigere Nummer bekommen.

Der Inhalt der Datei Backupliste.txt stimmt nach dem Entfernen zwar nicht mehr, doch nach der nächsten Sicherung ist er wieder korrekt.

Mit ein paar weiteren Handgriffen können Sie nach dem Entfernen der Sicherungen übrigens doch noch Platz sparen: Exportieren Sie alle verbliebenen Images in eine neue Datei beispielsweise namens Installneu.wim. Den Export-Befehl finden Sie im Abschnitt „Neuinstallationen“. Nach dem Export aller Sicherungen löschen Sie die Install.wim (oder sichern sie auf einen anderen Datenträger) und benennen die Installneu.wim um in Install.wim.

Um es noch mal zu sagen: Auf Dauer ist das Umbenennen von Install.wim und Backupliste.txt sinnvoller. So behalten Sie nämlich nicht nur den Überblick über Ihre Sicherungen, sondern können alte auch viel leichter entsorgen. Im Ernstfall empfiehlt es sich ohnehin, eine Sicherung wiederherzustellen, bei der zwischen Erstelldatum und Ernstfall möglichst noch nicht so viel Zeit verstrichen ist. Und wenn Sie der Empfehlung folgen, stets vor dem Patchday am zweiten Dienstag in jedem Monat eine Sicherung zu erzeugen, haben Sie ja stets genau so eine. (axv@ct.de)

7-Zip, c’t-WIMage: ct.de/yjgg

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