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WLAN-Router Speedport Smart 4 fürs Telekom-Netz
Mit dem Speedport Smart 4 macht die Deutsche Telekom ihren Kunden modernes WLAN erschwinglich: Der Router funkt flott und bindet auf Knopfdruck passende Repeater ein, um große Wohnungen mit einem Mesh-Funknetz abzudecken.
Mit 170 Euro senkt der xDSL-Router Speedport Smart 4 für Telekom-Kunden die Einstiegsschwelle für modernes WLAN: Er funkt gemäß Wi-Fi 6 über vier MIMO-Streams und im 5-GHz-Band, wenn möglich, mit einem doppelt breiten 160-MHz-Kanal. Das macht den Router nominell im WLAN ebenso flott wie das aktuelle Spitzenmodell Speedport Pro Plus (Test in c’t 3/2021, S. 20). Passend dazu hat der Smart 4 einen extraschnellen Ethernet-Port bis 2,5 GBit/s, den man fürs LAN oder für den Internetzugang über ein externes Glasfasermodem nutzen kann.
Ein weiteres Highlight ist das OLED-Display: Nach erfolgreichem Setup – am Telekom-Netz im Kern nur anschließen, einschalten, warten – funkelt dort ein Feuerwerk. Die grafische Anzeige hilft Hobby-Admins bei der Fehlersuche sehr, wenn es nicht auf Anhieb klappt. Wer einen älteren Speedport-Router ersetzt, der seine Konfiguration per EasySupport in der Telekom-Cloud gespeichert hat, findet direkt sein gewohntes WLAN wieder, ebenso automatisch wird die Festnetz-Telefonie eingerichtet.
Etwas Nacharbeit per Browser sollte man in die Router-Konfiguration investieren , damit sich Besucher nicht zu leicht ins interne Funknetz mogeln können: Ändern der aufs Typenschild gedruckten Daten Konfigurationspasswort, WLAN-Name und WLAN-Passwort, Deaktivieren der Display-Anzeige der WLAN-Zugangsdaten samt QR-Code. Löblicherweise funkt das Gerät ab Werk mit der verbesserten WLAN-Verschlüsselung WPA2+3 (Mixed Mode). Im Gastnetz müssen Besucher indes auf IPv6 verzichten.
Die optionalen neuen Mesh-Repeater Speed Home WLAN (im Bild links und rechts) sind zwar per Knopfdruck leicht gekoppelt und in die Router-Konfiguration eingebunden. Aber sie verbreiten das Gastnetz nicht weiter, was andere Mesh-Systeme durchaus tun. Wenigstens lassen sich die mit zwei Gigabit-Ethernet-Ports ausgestatteten Repeater auch per LAN-Kabel anbinden, was das Funkspektrum von den weiterzuleitenden Daten verschont.
Funktionen
Bei den Router-Funktionen bietet der Speedport Smart 4 das Meiste dessen, was Heimnutzer brauchen. Auch Portfreigaben für eigene Server lassen sich anlegen, gemeinsam für IPv4 und IPv6. Läuft der Server mit aktivierten IPv6-Privacy-Extensions (automatisch wechselnder Host-Part der IPv6-Adresse, hintere 64 Bit), dann funktionieren IPv6-Freigaben eventuell nach einiger Zeit nicht mehr: Man kann keinen festen Host-Part (auch IID) für die Zieladresse eintragen.
Routerkaskaden sind beispielsweise für WGs oder Co-Working-Spaces interessant, damit alle ein eigenes, von den anderen getrenntes (W)LAN bekommen. Läuft der Smart 4 als Haupt-Router an der Internetleitung, dann bekommen die nachgeschalteten Geräte mangels Präfixdelegation (DHCPv6-PD) leider kein IPv6. Umgekehrt spricht der Smart 4 auf seinem WAN-Port nur PPPoE, kann also nicht als nachgeschalteter Router mit DHCP arbeiten.
Im Frühjahr 2020 war die Telekom mit WireGuard als VPN-Protokoll unter den Vorreitern, doch kann man WireGuard nur alternativ zu L2TP/IPsec verwenden und weiterhin nur eine einzige VPN-Verbindung anlegen. Das soll sich laut Hersteller demnächst mit einem Firmware-Update ändern.
Den USB-2.0-Port kann man zur Freigabe eines Druckers oder Massenspeichers im (W)LAN nutzen. Die langsame USB-Variante begrenzte den Dateidurchsatz auf rund 38 MByte/s. Leider spricht der Server (Samba 3.0.37 vom Oktober 2009) in der getesteten Firmware-Version (siehe Tabelle) auch nur das obsolete SMB1-Protokoll, das in Windows 10 ab Werk deaktiviert ist. Wer mehr als das eine mögliche Nutzerkonto für Dateifreigaben braucht oder hohen Durchsatz möchte, ist mit einem separaten Netzwerkspeicher (NAS) besser bedient.
Die integrierte DECT-Basis koppelt bis zu fünf Schnurlos-Telefone, auch in HD-Sprachqualität, und steuert DECT-ULE-Komponenten im Magenta-Smarthome. Als zweites Smart-Home-Protokoll lässt sich Zigbee per USB-Stick nachrüsten, auch für Homematic IP.
Im Mesh-WLAN unterstützen Router und Repeater laut Beacons (Anwesenheitssignale) die üblichen Roaming-Helfer (IEEE 802.11k, Radio Resource Measurement, und 11v, BSS Transition). Bezüglich Wi-Fi 6 bieten sie die Standards (BSS Coloring für effizientere Spektrumsnutzung, TWT für erleichtertes Stromsparen in Mobilgeräten). Diese Roaming- und Effizienzfunktionen sind Selbstverständlichkeiten, werden aber auch bei Neuerscheinungen nicht immer geboten, wie wir kürzlich beim Test von Amazons eero-6-Kit feststellten (c’t 12/2021, S. 67).
Das Mesh-System leitete erwartungsgemäß das Telekom-eigene Multicast-IPTV MagentaTV störungsfrei im internen WLAN weiter, auch an die Ethernet-Ports der Repeater, sodass man eine Set-Top-Box ins Gästezimmer stellen kann. Doch im Gast-WLAN kam das Multicast-IPTV ebenso wenig an wie IPv6.
Performance
Am Telekom-VDSL-Anschluss mit Supervectoring lieferte der Router den erwarteten Durchsatz von rund 260 MBit/s im Downstream und 43 MBit/s in die Gegenrichtung. Das stimmte gut mit dem Ergebnis des integrierten, über das Display startbaren Speedtests überein. An schnelleren Anschlüssen – etwa einer Telekom-Glasfaser – könnte der Smart 4 deutlich mehr: Wir maßen bis zu 860 MBit/s PPPoE-Durchsatz, wobei unser Server begrenzte.
WLAN-seitig spielte der Smart 4 mit unserem Test-Client Intel AX200 sehr gut zusammen: Mit dem Test-PC am schnellen Ethernet-Port maßen wir bis zu 1437 MBit/s als Mittel aus Down- und Upstream, jedoch nur in unmittelbarer Nähe zum Router. Über die 20-Meter-Strecke durch Wände waren es immer noch über 200 MBit/s, je nach Ausrichtung der Geräte und Funkband auch einiges mehr.
Mit einem Mesh-Repeater Speed Home WLAN am 20-Meter-Punkt bekam der Client nochmals sechs Meter weiter durch eine Wand auch mindestens noch 134 MBit/s. Ohne Repeater ging dort gar nichts. Im AP-Betrieb (Anbindung per LAN-Kabel an den Router) kletterte die Geschwindigkeit auf 214 beziehungsweise 311 MBit/s. Für seine hohe Performance gönnte sich der Smart 4 aber mit 12 Watt aus der Steckdose auch einen guten Schluck.
Fazit
Braucht man bei den Netzwerkfunktionen mehr, als der Smart 4 kann, etwa Routerkaskaden oder mehrere VPN-Zugänge ins Heimnetz, dann muss man sich derzeit noch andernorts umsehen. Für „einfach nur Internet“ kann Telekom-Kunden der Neuanschluss oder Routerwechsel aber kaum leichter fallen: anschließen, einschalten, warten. Auch das Versorgen größerer Wohnungen mit schnellem Mesh-WLAN klappt mit den passenden Repeatern auf Knopfdruck – mit einem angekündigten Firmware-Update bald auch für Gäste. (ea@ct.de)
| Telekom Speedport Smart 4 | |
| Mesh-fähiger WLAN-Router | |
| Hersteller | Deutsche Telekom, www.telekom.de |
| WLAN | 2 × Wi-Fi 6 (4) = IEEE 802.11ax-1200 / 4800, WPA3, WPS, DFS |
| Bedienelemente | Reset, Neustart, WLAN, Menü, Connect, 3 Statusleuchten, Display |
| Anschlüsse | 5 × RJ45 (DSL bis Supervectoring, 3 × Gigabit-Ethernet, 1 × NBase-T bis 2,5 GBit/s), 1 × USB 2.0, 1 × TAE |
| getestete Firmware | 010139.1.1.001.2 (Repeater: 010143.1.0.018.0) |
| NAT-Perf. PPPoE (DS / US) | 860 / 505 MBit/s |
| IP-zu-IP (DS / US) | nicht unterstützt |
| WLAN 2,4 GHz nah / 20 m¹ | 417 / 246–350 MBit/s |
| 5 GHz nah / 20 m1 | 1437 / 202–293 MBit/s |
| Backbone-Durchsatz 20 m | 205–274 MBit/s |
| Client-Durchsatz 26 m 2,4 / 5 GHz1 | 203 / 134 MBit/s |
| Leistungsaufnahme Router2 | 12 W / 22 VA (Mesh-Node: 5,5 W/11 VA) |
| jährliche Stromkosten2 | 32 € (mit 2 Repeatern: 61 €) |
| Preis | 170 € (Router; Repeater: 80 €) |
| 1 gegen Intel AX200 2 idle, bei Dauerbetrieb, 30 Cent/kWh, gerundet | |