Cloud-Rahmen
Viele Urlaubserinnerungen und einzigartige Schnappschüsse fristen ihr tristes Dasein im Smartphone-Speicher. Auras Digitalrahmen bringt sie via Cloud zu Freunden und Familie ins Wohnzimmer.
Der digitale Bilderrahmen Carver des US-Unternehmens Aura steckt in einem stylishen Gehäuse aus mattiertem Kunststoff. In ihm steckt ein 10,1-Zoll-Display ohne Touchfunktion. An der Oberseite findet sich eine Sensorleiste. Zum Einrichten des Carver ist die für iOS und Android kostenlos erhältliche Aura-App erforderlich. Man muss zunächst einen Cloud-Account anlegen und das Gerät im WLAN anmelden.
Alternativ konfiguriert man den Rahmen als Geschenk und erdichtet eine individuelle Willkommensbotschaft, die der Beschenkte beim Einschalten angezeigt bekommt. Kennt man dessen WLAN-Zugangsdaten und hinterlegt sie vorab, ist der Carver am Zielort sofort betriebsbereit.
Um Fotos auf den Rahmen zu bekommen, lädt man sie mit der Aura-App in die Herstellercloud, von wo aus sie auf den Rahmen gelangen. Der Onlinespeicher ist nicht begrenzt und kostenfrei. Die App ist übersichtlich gestaltet. Fotos lassen sich für den Rahmen anpassen, etwa um aus einem Hoch- ein Querformat zu machen. Auf Wunsch kann man seinen Aura-Account mit Google Drive verbinden, um von dort automatisiert Bilder aus einer Freigabe aufs Display zu spielen.
Zudem kann man über die App mehrere Personen einladen, die dann ebenfalls Fotos auf den Carver schicken. Als weitere Quelle gibt es eine Website, über die man per Webbrowser Fotos hochladen kann. Sowohl in der App als auch am Rahmen hat man die Möglichkeit, auf Bilder mit Emoticons zu reagieren. Im Test spiegelten sich die versendeten Herzen und Smileys allerdings nicht auf dem jeweils anderen Gerät wider.
Der Rahmen lässt sich mit seinem Standfuß nur quer aufstellen, zwei hochformatige Fotos werden immerhin zu einer vollformatigen Queransicht zusammengelegt. Lokale Fotos lassen sich nicht anzeigen, selbst die Gerätekonfiguration erfolgt über die Cloud. Sollte Aura den Dienst einmal einstellen, bleibt einem nur ein schicker Briefbeschwerer.
Ein Werksreset direkt am Bilderrahmen ist nicht vorgesehen, man muss ihn über die App initiieren. Beim simulierten Benutzerwechsel kam es vor, dass der Carver zwar vom Aura-Account getrennt war, jedoch noch nach dem alten WLAN-Einstiegspunkt suchte. Die Situation ließ sich nur lösen, indem man diesen temporär als Hotspot aufzog. Hat man das alte Passwort vergessen, schaut man allerdings in die Röhre.
Das IPS-Panel liefert ein kontrastreiches Bild mit knackigen Farben bei einer maximalen Helligkeit von 423 cd/m2 in der Bildmitte. Das ist genug, um die Fotos auch bei hellem Umgebungslicht zu genießen. Über die Touchfläche kann man auch ohne App direkt am Rahmen zum nächsten Bild wechseln, ansonsten rotieren die Bilder im gewünschten Zeitintervall. Je nach Umgebungslicht passt sich die Helligkeit des Rahmens an, über eine Zeitschaltfunktion kann man ihn nachts ausschalten.
Unbedarfte Nutzer werden bei dieser Gerätekategorie von einer Touch-Funktion ausgehen. Der Bilderrahmen könnte durch spitze Fingernägel oder unsanftes Drücken Schaden nehmen, denn das IPS-Panel fühlt sich wie ein resistives Touch-Display vergangener Tage an. Besser wäre es gewesen, Aura hätte es zumindest mit einer zusätzlichen Glasscheibe geschützt.
Wer um Cloudangebote einen Bogen macht, wird auch den Carver meiden. Für alle anderen liefert Aura einen schicken Bilderrahmen, der von verschiedenen Seiten aus bespielbar ist und beim Besitzer zur Not auch ohne App funktioniert. (sha@ct.de)
| Aura Carver | |
| Digitaler Bilderrahmen | |
| Hersteller, URL | Aura, auraframes.de |
| Display | 10,1 Zoll IPS, 1920 × 1200 Pixel, 224 PPI |
| Kommunikation | WiFi 4, Bluetooth LE |
| Upload-Formate | JPG, PNG, GIF, TIF (jeweils bis 10 MByte) |
| Abmessung | 27 cm × 19 cm × 6,6 cm |
| Leistungsaufnahme | 4,2 Watt (Betrieb) / 3,6 Watt (Standby) |
| Preis | 160 € |