KI-Alltagstipps
Wer sich als Text- oder Bildschaffender von Large Language Models, Bildgeneratoren und anderen Tools auf Grundlage künstlicher Intelligenz helfen lassen will, wird die vielfältigen praktischen Hinweise und Workflow-Vorschläge im Buch von Berens und Bolk begrüßen.
Künstlich intelligente Kreativunterstützung ist Gegenstand kontroverser Diskussionen. Die Autoren und Dozenten Andreas Berens und Carsten Bolk lassen aber Fragen wie die nach sozialen Kipppotenzialen außen vor. Sie bedienen als KI-Optimisten die pragmatische Sicht von Nutzern, die wissen wollen, wie ihnen gängige und weniger prominente KI-Tools bei der Arbeit helfen können und wie sie sie möglichst sachgerecht handhaben.
Nach einem kurzen Blick auf die KI-Geschichte wenden sie sich der Arbeit mit Texten zu. Für Neulinge gibt es eine kurze Einführung ins Prompting, dann lernen Mitglieder der schreibenden Zunft, wie sie für ihre Zwecke das Beste aus ChatGPT & Co. herausholen. Bei all dem erfährt man auch etwas über fortgeschrittene Kunstgriffe, über das Phänomen regelrechter Prompt-Märkte und über KI-Suchmaschinen wie you.com.
Die Autoren stellen viele Werkzeuge vor, darunter DeepL Write, Duden Mentor und Language Tool. Vor allem aber beschreiben sie komplette Arbeitsabläufe, beispielsweise das KI-gestützte Schreiben von Blog-Artikeln unter Berücksichtigung von SEO. Die Ergebnisse beziehen aktuelle Webtechnik ein. So entsteht dabei etwa eine FAQ-Seite im Format JSON-LD.
Anschließend widmen Berens und Bolk sich audiovisuellen Medien. Sie zeigen, wie das Zusammenspiel verschiedenartiger Werkzeuge funktioniert. So können sich Podcaster etwa nicht nur beim Anfertigen von Skripten, sondern auch beim Einsatz von Audio-Effekten helfen lassen. Ähnlich gehen die Autoren ans Thema KI-gestützter Bilder und Videoproduktion heran, wobei sie dort noch manche Schwächen und Probleme sehen. Schließlich und endlich finden sich im Buch noch Ratschläge zum Content-Marketing und zur Entwicklung von Strategien, denn wer Inhalte schafft, will diese auch verbreiten und vermarkten.
Insgesamt überzeugt „Content Creation mit KI“ durch viele wertvolle Vorschläge für Arbeitsabläufe, aber auch durch die Kurzvorstellungen vieler Webdienste und anderer Werkzeuge. Der Hamburger Rechtsanwalt Oliver Scherenberg hat ein Kapitel über rechtliche Aspekte beigesteuert, welches das Buch abrundet. (Maik Schmidt/psz@ct.de)