c't 19/2023
S. 81
Test & Beratung
E-Book-Reader

Bunt fürs Leben

Der E-Book-Reader InkPad Color 2 von PocketBook kommt mit einem neuen E-Ink-Display. Doch die Verbesserungen tauchen nicht da auf, wo man denkt.

Bei E-Book-Readern tickt die Innovationsuhr langsam. Während der tonangebende Konzern E-Ink Corporation bereits vollfarbige E-Paper-Displays mit dem Namen Gallery bewirbt, findet man in farbfähigen E-Book-Readern weiter die Großelterngeneration Kaleido Plus.

PocketBook hat die neue Reihe seiner farbfähigen Reader genau damit ausgestattet. Das InkPad Color 2 zeigt Farben durch den bei Kaleido Plus aufgemotzten Farbfilter etwas brillanter an. Buntes wirkt damit zwar minimal farbenfroher als beim InkPad Color der vorherigen Generation. Dennoch bleibt es bei 4096 Farben. Und weiterhin zeigt der Reader Farbiges nur mit 100 dpi Auflösung an. Das „Plus“ im Namen der Displaytechnik zielt auf schwarze Schrift, denn die sticht nunmehr genauso scharf wie bei herkömmlichen monochromen Geräten mit 300 dpi hervor.

Auf mehr Farbauflösung brächte es die E-Ink-Generation Kaleido 3, nämlich auf 150 dpi. Die gibt es bislang nur in wenigen Geräten, etwa dem Bigme Inknote Color+, das fast doppelt so teuer ist. Für Grafiken und Illustrationen sowie für Comics reicht, was das InkPad Color 2 bietet, vollkommen. Die geringe Anzahl darstellbarer Farbnuancen disqualifiziert es jedoch für Bildbände oder Zeitschriften.

Anders als beim Vorgänger schwitzt im Inneren des Plastikgehäuses ein Quad-Core-Prozessor mit 1,8 Gigahertz Taktfrequenz. Verglichen mit dem 1 GHz Dual-Core ist das eine ordentliche Aufwertung. So merkt man dem Reader keine Gedenksekunden oder Hakler an. Nur die WLAN-Synchronisation mit der Buchcloud auf den PocketBook-Servern ist etwas behäbig, aber dafür kann der Prozessor nichts. Der Buchshop von PocketBook hat zwar viele Bücher, ist aber noch immer dysfunktional (siehe Test des InkPad 4 in c’t 17/2023, S. 94). Man kann aber anderswo gekaufte Bücher etwa im Epub-Format übers USB-Kabel aufs Gerät nudeln. Die Shop-Probleme sind dem Hersteller bekannt und Abhilfe ist seit Längerem versprochen.

Das InkPad Color 2 mit seiner Diagonale von 19,8 Zentimeter (7,8 Zoll) ähnelt in vieler Hinsicht dem monochromen InkPad 4, das nur 30 Euro weniger kostet. Auf den Reader passen mit 32 GByte Speicherplatz ausreichend Bücher auch für sehr lange Ferien. PocketBook hat ihm Wasser- und Staubschutz mit IPX8 attestiert. Dafür wurde die Speicherkartenschublade geopfert, durch die sonst Wasser hineindrinnen könnte. Der fest eingebaute 2900-mAh-Akku soll für einen Monat reichen, was plausibel erscheint. Der Reader spielt Hörbücher mit einem Lautsprecher ab, aber auch per Bluetooth, und liest herkömmliche E-Books mit einer Text-to-Speech-Funktion vor.

Insgesamt: Das farbfähige InkPad Color 2 ist aufgrund seines geringen Mehrpreises eine direkte Konkurrenz zum InkPad 4, das sonst etwa das Gleiche bietet. Wer schon das alte „InkPad Color“ hat, darf mit dem Upgrade entspannt warten, bis die neuen E-Ink-Techniken wirklich brillante Farben bringen. (mil@ct.de)

PocketBook InkPad Color 2
E-Book-Reader
Hersteller, URL PocketBook, pocketbook.de
Anschluss USB-C, WLAN (2,4 / 5 GHz), Bluetooth
Formate E-Books: ACSM, CHM, DJVU, DOC, DOCX, EPUB, EPUB(DRM), FB2, FB2.ZIP, HTM, HTML, MOBI, PDF, PDF (DRM), PRC, RTF, TXT, CBR, CBZ, Hörbücher: M4A, M4B, OGG, OGG.ZIP, MP3, MP3.ZIP
Preis 319 €

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