c't 9/2023
S. 181
Test & Beratung
Buchkritik

Wachhalter

Auch nach der Coronakrise finden Workshops vielerorts per Videokonferenz statt. Hedi Schaefer zeigt Planern und Anleitern, wie sie die Besonderheiten des digitalen Mediums nutzen, um solche Veranstaltungen besser und erfolgreicher zu machen.

Bei Online-Workshops geht es nicht nur darum, Informationen zu vermitteln; vielmehr sollen Teilnehmer selbst gemeinschaftlich Ergebnisse erarbeiten. Hedi Schaefer hat während der Corona-Krise selbst als Seminarleiterin die Übergangsphase von Präsenzveranstaltungen hin zu reinen Online-Veranstaltungen durchlitten. Sie fand dabei Wege, die Besonderheiten der Online-Situation für die Events fruchtbar zu machen. Auch nach dem Ende der Lockdowns bleiben ihre Erkenntnisse für online und hybrid stattfindende Workshops wertvoll.

Das A und O für den Erfolg solcher Veranstaltungen ist Schaefer zufolge die Vorbereitung. Die kann damit beginnen, sich über die Besetzung des Workshops und dessen primäres Ziel Gedanken zu machen. Anders als in herkömmlichen Besprechungen kennen Workshop-Teilnehmer einander oft nicht persönlich. So beschreibt die Autorin Übungen, die helfen, online das Eis zu brechen und etwas übereinander zu lernen. Weil Workshops andere Ziele verfolgen als durchschnittliche Besprechungen, lohnt es sich, über zusätzliche technische Werkzeuge nachzudenken – beispielsweise Whiteboard-Tools wie Miro und Mural. Ausführlicher widmet sich die Autorin der Frage, wie man eine Agenda sinnvoll gestaltet und welche Leitplanken man für den Verlauf setzen kann. So favorisiert sie großzügige Pausen und ermuntert zur Bewegung. Oft sind es Schaefer zufolge ganz banale Versäumnisse, die Online-Veranstaltungen unnötig anstrengend machen.

Hilfreich sind etwa die Check-in-Varianten, die sie vorstellt – diese sollen das Teambuilding befördern und die Kreativität wecken. Sie scheut sich auch nicht davor, Musik einzusetzen. Ferner hält sie manchen Tipp für die richtige Begrüßung und einen angemessenen Hintergrund parat. Einige Ratschläge erscheinen zunächst trivial, aber insgesamt ergibt die Lektüre ein sehr stimmiges und überzeugendes Bild. Das kleine Format der Druckausgabe macht Abbildungen mit kleinen Texten schwer lesbar, aber die Verlagsseite zum Buch bietet alle Vorlagen zum kostenlosen Download an. (Maik Schmidt/psz@ct.de)

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