Zahlen, Daten, Fakten
MINT-Arbeitsmarkt
Laut dem arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft waren im Oktober 2022 rund 502.000 MINT-Stellen unbesetzt, knapp 177.000 Personen suchten einen MINT-Job. Die Differenz wird als MINT-Lücke bezeichnet.
Die Gründe für diese Lücke sind vielfältig. So ist die Zahl der Studienanfänger in MINT-Fächern rückläufig: Im Studienjahr 2021/22 nahmen rund 172.000 Menschen ein MINT-Studium auf – 13 Prozent weniger als fünf Jahre vorher. Der größte Engpass herrscht allerdings bei den MINT-Fachkräften, also Personen, die eine berufliche Ausbildung im dualen System absolviert haben, und auch die Zahl der MINT-Azubis sinkt seit Jahren.
Zwei Maßnahmen liegen auf der Hand: Mehr Frauen für MINT-Jobs begeistern, denn der Frauenanteil bei MINT-Akademikern und -Fachkräften stagniert seit Jahren auf niedrigem Niveau, und mehr Arbeitskräfte mit ausländischen Wurzeln in MINT-Positionen beschäftigen. Letzteres scheint inzwischen zu gelingen. Allein in akademischen MINT-Berufen waren im ersten Quartal 2022 laut Bundesanstalt für Arbeit 24.662 Personen aus Indien in Deutschland tätig. Platz 2 der Einwanderungsländer belegt in dieser Statistik die Türkei (11.249 Personen), gefolgt von Italien (10.106), China (8732) und Russland (8074). (dwi@ct.de)