c't 18/2024
S. 160
Tipps & Tricks

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Alle bisher in unserer Hotline veröffentlichten Tipps und Tricks finden Sie unter www.ct.de/hotline

Firefox trackt Nutzer ungefragt

Mit der Version 128 des beliebten Internetbrowsers Firefox bringt die Mozilla-Foundation eine neue Trackingfunktion mit dem euphemistischen Namen „datenschutzfreundliche Werbe-Messungen“. Besonders perfide: Sie wird per automatischem Browser-Update verteilt und standardmäßig aktiviert. Verständlicherweise möchte nicht jeder, dass seine Spuren im Internet nachverfolgt werden, und geschehe das auch noch so datenschutzfreundlich.

Um diese Option wieder loszuwerden, wechseln Sie per Mausklick auf das Dreistrich-Menü („Burger-Menü“) in die Firefox-Einstellungen und navigieren dort zum Abschnitt Datenschutz & Sicherheit. Die gesuchte Option findet sich unter „Werbeeinstellungen für Websites“ im unteren Teil der Liste. Ein Klick auf den ab Werk gesetzten Haken beendet den Spuk fürs Erste. Ob die Mozilla-Foundation die Trackingfunktion mit einem kommenden Update wieder automatisch aktiviert, einfach in Ruhe lässt oder wieder aus dem Browser entfernt, ist noch unklar. Bis zur Klärung lohnt sich von Zeit zu Zeit ein Besuch in den Datenschutzeinstellungen. (csp@ct.de)

In den Datenschutz-Einstellungen des Firefox-Browsers schalten Sie die neue Funktion für Werbe-Tracking wieder ab.
In den Datenschutz-Einstellungen des Firefox-Browsers schalten Sie die neue Funktion für Werbe-Tracking wieder ab.

Keine Store-Anmeldung im Heroic Games Launcher

Ich nutze unter Linux den Heroic Games Launcher, um meine PC-Spiele Store-übergreifend zu verwalten. Seit Kurzem kann ich mich aber weder im Epic Games Store noch bei meinem Amazon-Konto anmelden. Es erscheint eine Meldung, ich sei nicht eingeloggt, solle mich aber nicht über die im Hintergrund erscheinende Seite anmelden, sondern stattdessen den gezeigten Anmeldeknopf drücken. Doch wenn ich den klicke, passiert nichts. Ich hatte meinen Pi-hole im Verdacht, der bei solchen Phänomenen in der Vergangenheit schon häufiger benötigte Inhalte weggeblockt hat, habe in seinem Query-Log aber keine Auffälligkeiten entdeckt.

Mit Ihrem Verdacht liegen Sie richtig – der Saboteur ist hier der Pi-hole, wenngleich sicherlich unabsichtlich. Über eine aktualisierte Block-Regel hat er wohl Anweisung erhalten, die Adresse cdn.cookielaw.org zu blocken. Vermutlich ist die Domain auf der Blockliste gelandet, weil sie die von vielen als nervig empfundenen Cookie-Banner in EU-Ländern ausspielt. Offenbar holt sich der Heroic Games Launcher aber von dort auch Elemente seiner integrierten Store-Seiten. Setzen Sie diese Adresse auf die Whitelist, dann sollte der Login funktionieren, sobald Sie die Store-Seite das nächste Mal öffnen. (bkr@ct.de)

Wenn der Heroic Games Launcher beharrlich diese Meldung anstelle des Anmeldedialogs für einen der Game-Stores zeigt, ist vermutlich der Pi-hole schuld.
Wenn der Heroic Games Launcher beharrlich diese Meldung anstelle des Anmeldedialogs für einen der Game-Stores zeigt, ist vermutlich der Pi-hole schuld.

Integrität von ISO-Dateien überprüfen

Ich lese auf den Internetseiten von Linux-Distributionen und in Onlineforen, ich solle die Integrität der Installations-Images überprüfen. Wie mache ich das?

In seltenen Fällen kann es zu Fehlern bei der Dateiübertragung kommen. Außerdem ist es theoretisch möglich, dass ein Angreifer vor oder während des Downloads die ISO-Datei gegen ein manipuliertes Installationsimage austauscht. Mit einer Prüfsumme stellen Sie sicher, dass die heruntergeladene ISO-Datei exakt der vom Projekt veröffentlichten entspricht. Technisch handelt es sich bei der Prüfsumme um einen kryptografischen Hash; der dazu am häufigsten verwendete Algorithmus heißt SHA-256.

Sie überprüfen die ISO-Datei, indem Sie eine Prüfsumme berechnen und diese mit der vom Projekt bekannt gegebenen Prüfsumme vergleichen. Diese finden Sie meist in einem checksum-file; eine Textdatei, welche die Prüfsumme der ISO-Datei enthält und mit PGP kryptografisch signiert ist. Die Datei mit der Prüfsumme finden Sie auf der Downloadseite, wo Sie auch das ISO heruntergeladen haben. Bei Linux Mint etwa heißt die Datei sha256sum.txt.

Unter Windows berechnen Sie die Prüfsumme mit dem Befehl certutil. Öffnen Sie über Windows+X ein Terminal und geben Sie certutil -hashfile ein. Ziehen Sie dann die ISO-Datei in das Terminalfenster, damit Windows den Pfad zur Datei ergänzt, und ergänzen Sie dahinter sha256. Der gesamte Befehl, um die Prüfsumme zu berechnen, lautet wie folgt, wobei ISODATEI für den Dateipfad steht (zum Beispiel „C:\Users\ct\Dowloads\linuxmint…64bit.iso“):

certutil -hashfile "ISODATEI" sha256

Unter Linux gelangt man noch einfacher ans Ziel:

sha256sum ISODATEI 

Vergleichen Sie das Ergebnis mit dem in sha256sum.txt hinterlegten Wert. Falls sie nicht identisch sind, laden Sie die ISO-Datei noch einmal herunter. Gegen den unwahrscheinlichen Fall eines Manipulationsversuchs schützen Sie sich, indem Sie zusätzlich auch die PGP-Signatur der Referenzdatei überprüfen. (ktn@ct.de)

Gigabit oder Gigabyte bei Speichermodulen und -chips

Ich stolpere immer wieder über die Kapazitätsangaben von Speicherchips. Manchmal liest man etwas von Gigabyte, dann wieder von Gigabit – und die Abkürzungen GB, Gb, GBit und GByte machen es nicht besser. Was stimmt?

Im IT-Branchenjargon hat es sich eingebürgert, die Kapazität einzelner Speicherchips in Gigabit anzugeben, bei kompletten Modulen, Komponenten und Systemen jedoch in Gigabyte. Gigabit wird oft mit GBit oder Gb (mit kleinem „b“) abgekürzt, Gigabyte hingegen mit GByte oder GB. Entsprechendes gilt für Megabit, Terabit und Petabit. 

Diese Konvention hat einen technischen Hintergrund. Acht Bit ergeben ein Byte (also 1 GByte = 8 GBit) und einzelne Chips können unterschiedlich viele Signalleitungen haben. DDR5-SDRAM-Chips gibt es beispielsweise mit 4, 8 oder 16 Datenleitungen (abgekürzt x4, x8, x16), bei LPDDR5 und GDDR5 sind 16 oder 32 üblich. Pro Taktschritt überträgt ein solcher Chip unterschiedlich viele Daten, je nach Anzahl seiner Datenleitungen.

Ein Dual Inline Memory Module (DIMM) für PCs und Server kann wiederum zwar mit unterschiedlich vielen Chips bestückt sein, hat aber stets 64 Leitungen für die Nutzdaten. Pro Taktschritt überträgt es also stets 8 Byte (64 : 8 = 8). Kennt man die Übertragungsrate, ergibt sich durch Multiplikation sofort die theoretisch maximale Datentransferrate. Bei einem DDR5-5600-Modul sind es also 44,8 GByte/s (5,6 Gigatransfers pro Sekunde · 8 Byte). Auch die kleineren Small-Outline-DIMMs (SO-DIMMs) für Notebooks haben 64 Nutzdatenleitungen.

Im Grunde ist es sogar noch etwas komplizierter, weil es auch DRAM-Chips gibt, die mehrere einzelne DRAM-Siliziumplättchen enthalten, sogenannte Dies. Auch die Gesamtkapazität solcher Multi Chip Packages (MCPs) wird üblicherweise in Gigabit angegeben.

Die unterschiedlichen Bezeichnungen sind auch bei NAND-Flash-Speicher üblich, ein 1-TBit-Chip fasst umgerechnet 128 GByte. Eine 512-GByte-SSD kann beispielsweise 16 Chips mit je 256 GBit enthalten oder auch acht mit je 512 GBit oder nur vier mit je 1 TBit. (ciw@ct.de)

Ein Speichermodul (DIMM) hat stets 64 Nutzdatenleitungen, kann aber trotz gleicher Kapazität mit unterschiedlich vielen SDRAM-Chips bestückt sein. Es ist üblich, die Kapazität kompletter Module in Gigabyte (GByte, GB) anzugeben, die einzelner Chips hingegen in Gigabit (Gb, GBit).
Ein Speichermodul (DIMM) hat stets 64 Nutzdatenleitungen, kann aber trotz gleicher Kapazität mit unterschiedlich vielen SDRAM-Chips bestückt sein. Es ist üblich, die Kapazität kompletter Module in Gigabyte (GByte, GB) anzugeben, die einzelner Chips hingegen in Gigabit (Gb, GBit).

Cherry-Tastatur funktioniert nur noch eingeschränkt

Ich verwende die Tastatur Cherry G80-3000N RGB. Plötzlich funktionieren Windows- und Menütaste sowie Tastenkombinationen mit Alt nicht mehr. Ist meine Tastatur defekt?

Nein. Vermutlich haben Sie aus Versehen mit Fn+F9 die Windows-Lock-Funktion (WinLK) aktiviert. Diese legt einige Windows-Tastenkombination tot, damit man bei hektischen Eingaben zum Beispiel bei Computerspielen nicht aus Versehen aus dem Spiel herauswechselt oder plötzlich aufpoppende Kontextmenüs weitere Eingaben unmöglich machen. Bei Cherry-Tastaturen können Sie mit Fn+F9 Windows-Lock wieder abschalten, auf einer Sharkoon Purewriter ist es Fn+Windows. Bei Tastaturen anderer Hersteller beziehungsweise Notebooks kann es für diese Funktion auch andere Kombinationen oder eine separate Taste zum Ein- und Ausschalten geben. (chh@ct.de)