Gegen den Strom
Warum BMW ein Wasserstoffauto in Serie bauen will
Wasserstoff ist tot, es lebe der Wasserstoff: Eigentlich wollte sich die Autoindustrie beim Wasserstoff auf den Frachtverkehr konzentrieren, doch nun will BMW mit einem Brennstoffzellen-Pkw 2028 in Serie gehen. Auch in das Thema Wasserstoffkernnetz kommt langsam Bewegung.
Die Anzahl an Fahrzeugmodellen mit Wasserstofftechnik ist hierzulande arg begrenzt: Es gibt den Mirai von Toyota und den Nexo von Hyundai. Das ist bereits die komplette Auswahl – immerhin sind diese beiden Modelle in unterschiedlichen Farben zu haben. Die Technik schien im Pkw-Bereich auf dem Rückzug begriffen (siehe c’t 2/2024, S. 54), doch nun will BMW der Dritte im Bunde werden und einen Brennstoffzellen-Pkw in Serie fertigen. In vier Jahren soll es so weit sein. Die Entscheidung, welches Modell des BMW-Portfolios Brennstoffzellen und die dazugehörigen Gastanks mit Wasserstoff erhält, ist noch nicht gefallen. Das Fahrzeug soll von denselben Bändern rollen wie künftige Modelle mit batterieelektrischem oder Hybrid-Antrieb.
Schon heute bewegt BMW eine Testflotte mit rund 100 Fuel Cell Elecric Vehicles (FCEF). Die Antriebstechnik ist in das SUV-Modell X5 eingebaut. Die c’t-Redaktion konnte den iX5 Hydrogen bereits testen (siehe c’t 2/2024, S. 58). Aber warum benötigt der Hersteller noch mal vier Jahre bis zur Serienreife? „Wir entwickeln eine neue Systemgeneration bei den Zellen, wollen den Platinanteil in den Membranen senken, die Effizienz steigern und so mehr Reichweite herausholen, um am Ende zu einem industrialisierten Produkt zu kommen“, sagt Jürgen Guldner, BMWs Projektmanager für Hydrogen Technology, im Gespräch mit c’t.