Tipps & Tricks
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Alle bisher in unserer Hotline veröffentlichten Tipps und Tricks finden Sie unter www.ct.de/hotline
ECC-Funktion in Windows 11 prüfen
In meinem Windows-11-Rechner möchte ich Speicher mit ECC-Schutz verwenden. Mein Prozessor, die RAM-Riegel und das Mainboard sollten das können, doch als ich den aktiven ECC-Modus laut Ihrem Tipp aus c’t 4/2018, Seite 152 mit dem WMIC-Aufruf wmic memphysical get memoryerrorcorrection prüfen wollte, gab es nur eine Fehlermeldung.
Sie haben nichts falsch gemacht, das früher in Windows enthaltene Administrationstool Windows Management Instrumentation Commandline, kurz WMIC, ist inzwischen veraltet („deprecated“) und wird von Microsoft bei einer Neuinstallation von Windows 11 nur noch als Bedarfsfunktion (Feature on Demand) zur Verfügung gestellt. Der Versuch, WMIC aufzurufen, endet dann wie bei Ihnen in einer Fehlermeldung (siehe oberen Bildteil).
Sie könnten es zwar in Ihrem Windows noch über „Optionale Features“ nachinstallieren, doch das empfehlen wir nicht. Denn dieselbe Auskunft erhalten Sie über ein eingebautes PowerShell-Kommando. Starten Sie eine PowerShell, indem Sie Windows+R drücken und dann powershell eingeben, und tippen Sie dann den Befehl Get-CimInstance Win32_PhysicalMemoryArray | Select MemoryErrorCorrection.
Das Kommando gibt bei korrekter Funktion von Multi-Bit ECC schnörkellos die Ziffer 6 für MemoryErrorCorrection aus. Das ist zum Beispiel auf AMD-Ryzen-Plattformen der Fall. Bei einigen Xeon-Systemen erscheint der Wert 5 für Single-Bit ECC. Ist der Speicherschutz nicht aktiv, wie es bei den meisten Systemen der Fall ist, gibt der Aufruf die Ziffer 3 zurück.
Dahinter steht die Windows Management Instrumentation (WMI) respektive deren moderneres und universelleres Pendant Common Information Model (CIM). Die Hintergründe dazu haben wir bereits in c’t 2/2019, Seite 176 ausführlich beschrieben. (csp@ct.de)
Fern-fritz.box per Fritzbox
Um die Fritzbox meiner Eltern aus der Ferne zu überprüfen, habe ich eine WireGuard-Verbindung in deren WLAN eingerichtet. Aus dem Büro und per Smartphone-Tethering komme ich nun im Browser wie gewünscht per WireGuard und „fritz.box“ auf ihre Fritzbox. Doch von zu Hause aus lande ich so nur auf meiner eigenen Fritzbox. Wie kann ich das lösen?
Vermutlich laufen beide Fritzboxen mit den vorgegebenen Einstellungen als 192.168.178.1. Die ferne Fritzbox erzeugt eine conf-Datei für WireGuard mit der Zeile AllowedIPs = 192.168.178.0/24,0.0.0.0/0, die normalerweise dafür sorgt, dass Ihr PC allen Traffic ans 178er-Netz durch den WireGuard-Tunnel routet.
Das geht dann schief, wenn Ihr lokales Netz auch ein 178er ist und Sie macOS nutzen. Denn bei macOS reicht diese „.0/24“ nicht aus, damit „fritz.box“ oder „192.168.178.1“ über WireGuard gehen, sondern die landen in Ihrem lokalen Netz.
Als Abhilfe könnten Sie also die ferne Fritzbox von einem Windows-PC aus ansteuern – oder weiterhin nur aus dem Büro oder per Mobilfunk. Oder Sie konfigurieren Ihr Heimnetz oder das Ihrer Eltern auf einen anderen IP-Bereich um, was je nach Besonderheiten einige Arbeit verursacht.
Einfacher als diese Lösungen ist allerdings, in der WireGuard-Konfiguration in obiger Zeile das „.0/24“ in „.1“ zu ändern, entweder in WireGuard über „Tunnel verwalten/Bearbeiten“ oder in der conf-Datei, die Sie danach erneut importieren; WireGuard zeigt das dann als „.1/32“ an.
Falls Sie nicht nur auf den Router im fernen Netz zugreifen möchten, sondern auch direkt auf weitere Geräte, sollten Sie diese alle einzeln per IP in dieser Zeile auflisten. Für beispielsweise per TeamViewer ferngewartete PCs ist das aber nicht nötig, da die sich auch ganz ohne WireGuard und direkten IP-Zugriff finden. (jow@ct.de)
Papierformat in Pages ändern
Ich will über die Apple-eigene App Pages ein Dokument mit speziellen Maßen erstellen. Doch in den Dokument-Einstellungen finde ich nur voreingestellte Formate und keine Möglichkeit, ein neues anzulegen.
In der Pages-Oberfläche selbst ist das auch nicht möglich. Apple hat die Option unter „Ablage“ in „Papierformat“ versteckt: Im neuen Kontextfenster öffnen Sie das Drop-down-Menü neben „Papierformat“ und wählen ganz unten „Eigene Papierformate…“ aus. Nun können Sie eigene Maße sowie einen Namen für das neue Format vergeben. (wid@ct.de)
PowerToys-Variante auswählen
Wann immer Sie über Microsofts PowerToys berichten, packen Sie einen Link zum GitHub-Repository dazu. Aber welchen Download soll ich nehmen?
Im Bereich „Releases“ der PowerToys-GitHub-Seite gibt es für jedes Release im Regelfall vier Downloads, und zwar zur Installation „Per User“ oder „Machine Wide“, jeweils für die Architekturen „x64“ und „arm64“. Die Machine-Wide-Variante installiert die PowerToys so, dass sie allen Benutzerkonten, die in Windows auf dem PC eingerichtet sind, zur Verfügung stehen (also systemweit), vorgenommene Einstellungen aber auch alle Benutzer betreffen. Eine Per-User-Installation hingegen installiert die PowerToys in Ihrem Windows-Benutzerprofil. Eventuelle Mitbenutzer des Rechners installieren die PowerToys nach Wunsch jeweils selbst und können ihre eigenen Einstellungen vornehmen. „Per User“ ist daher die Installationsmethode, die wir (und auch Microsoft selbst) empfehlen.
Als Architektur ist in den allermeisten Fällen „x64“ die richtige Wahl, genauer: immer dann, wenn in Ihrem Rechner ein Prozessor von AMD oder Intel steckt. „arm64“ ist nur dann erforderlich, wenn das Gerät einen Chip mit ARM-Architektur hat – der dann entweder Qualcomm Snapdragon oder Microsoft SQ heißt.
Wenn Sie nicht über unseren Link, sondern über eine Websuche auf das PowerToys-GitHub-Repository gelangen, landen Sie vermutlich auf der Startseite des Projekts. Zu den Downloads gelangen Sie dann per Klick auf „Releases“ in der rechten Spalte. (jss@ct.de)
PowerToys auf GitHub: ct.de/yjk1
PC von CSM- auf UEFI-Modus umschalten
Mein alter PC bootet noch im BIOS-kompatiblen Modus, nun wollte ich auf den UEFI-Startmodus mit Secure Boot umstellen. Dabei kommt mir aber (für mich) überraschend die Grafikkarte in die Quere, eine AMD Radeon HD 7850. Das BIOS meldet „Display device does not support UEFI Graphics Output Protocol (GOP)“ – wie kann ich trotzdem Secure Boot nutzen?
Mit dieser Grafikkarte vermutlich gar nicht. Denn für Secure Boot ist UEFI eine zwingende Voraussetzung und das Booten im UEFI-Modus klappt wiederum nur, wenn alle dabei beteiligten Komponenten UEFI-kompatibel sind. Damit das BIOS die Grafikkarte beim Start einbinden kann – etwa um das BIOS-Setup anzuzeigen oder auch Diagnosemeldungen – braucht die Grafikkarte eine UEFI-kompatible Firmware, also ein UEFI-taugliches VGA-BIOS.
Von der bald 13 Jahre alten AMD Radeon HD 7850 etwa gab es Varianten ohne UEFI-kompatible Firmware. Sie bräuchten also ein Firmware-Update vom Hersteller Ihrer Grafikkarte, nicht vom Hersteller der GPU (AMD), und für eine mehr als 10 Jahre alte Karte stellt kaum ein Hersteller noch Firmware-Updates bereit. Theoretisch kann ein UEFI-BIOS auch im UEFI-Modus booten, wenn eine inkompatible Grafikkarte im System steckt; dann sieht man beim Booten eben kein Bild und auch das BIOS-Setup lässt sich nicht nutzen. Das ist jedoch eine Sonderfunktion, die das UEFI-BIOS des Mainboards ausdrücklich mitbringen muss.
Uns ist derzeit kein Mainboard bekannt, das diese Funktion beherrscht. Daher ist es einfacher, die Grafikkarte zu tauschen, falls Sie die restliche Hardware weiternutzen möchten. (ciw@ct.de)