c't 5/2025
S. 162
Tipps & Tricks

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Alle bisher in unserer Hotline veröffentlichten Tipps und Tricks finden Sie unter www.ct.de/hotline

Starlink Mini im Segelboot

In Ihrem Test des „Starlink Mini“-Satellitenmodems (c’t 22/2024, S. 80) vermisse ich eine Angabe zur Reichweite des eingebauten WLAN-Routers. Ich trage mich mit dem Gedanken, mir das Gerät für meine Segeljacht anzuschaffen. Dort würde ich es im Außenbereich am Heck montieren. Die WLAN-Geräte wie PC, Mobiltelefon oder Tablet benutze ich eher unter Deck. Die Entfernung von der Antenne bis zum am weitesten entfernten Punkt beträgt knapp 15 Meter; das Schiff ist aus GFK gebaut. Wird das funktionieren oder ist die Sende- und Empfangsleistung des WLAN-Routers dafür zu schwach?

WLAN-Reichweiten zu schätzen, ohne tatsächlich den detaillierten Aufbau eines Gebäudes oder Vehikels zu kennen, ist immer etwas Orakelei. Ungeachtet des Funkstandards ist die Reichweite von elektromagnetischen Wellen abhängig von der Umgebung, in der sie sich ausbreiten. In einem Altbau mag ein WLAN-Router zwei Stockwerke à 60 m2 versorgen, in einem Stahlbetonbau vielleicht nur einen Raum. Deshalb geben wir die Reichweite nie an oder höchstens anhand konkreter Beispiele.

Grundsätzlich ist GFK für elektromagnetische Wellen durchlässig, da seine Bestandteile nur gering mit diesen Wellen interagieren. Ob das Mini wirklich durch den gesamten Rumpf reicht, hängt davon ab, was drin ist. Sind etwa zusätzlich verstärkende Bleche oder Metallkonstruktionen im Weg, beeinträchtigen diese das Signal definitiv. Kurzum: Die Chancen sind gut, dass der integrierte WLAN-Router des Mini das gesamte Boot versorgt, aber Klarheit bringt nur der Versuch.

Unser Tipp: Wenn Sie ohnehin Kabel ziehen, um das Mini mit Spannung zu versorgen, verlegen Sie doch gleich ein RJ45-Kabel mit und schließen es über einen wasserdichten Adapter ans Mini an, wie es ihn beispielsweise von Lonlonty im Versandhandel gibt. Sollte das WLAN wider Erwarten nicht das ganze Boot abdecken oder Ihnen der Funktionsumfang des integrierten Routers irgendwann nicht mehr genügen, können Sie einfach eine Fritzbox oder einen anderen Router daran anschließen. (amo@ct.de)

Kurzbefehle für ChatGPT

ChatGPT lässt sich in den Einstellungen unter „ChatGPT individuell konfigurieren“ an die persönliche Nutzung anpassen. Dort gibt es ein Freitextfeld, in dem man dem Chatbot zum Beispiel beschreibt, wie formell er antworten soll oder wie lang Antworten sein sollen. Dieses Feld lässt sich auch dafür nutzen, Kurzbefehle für Aufgaben zu definieren, die man immer mal wieder mit dem Chatbot bearbeitet. Geben Sie dort zum Beispiel folgendes ein:

Wenn ich einen der nachfolgenden 
Kurzbefehle verwende, führe die 
entsprechende Anweisung aus. Wenn ich 
eine URL angebe, verwende den 
Kurzbefehl für den Text aus der URL.

H  – gib "ZF Zusammenfassung, 
EM Emojis, Ü Überschriften, 
SM Social-Media" aus
ZF – Fasse den bereitgestellten Text 
zusammen
EM – Erstelle 5 passende Emojis
Ü  – Erzeuge 5 passende Überschriften
SM – Erzeuge Social-Media-
Zusammenfassungen für Bluesky und 
Mastodon
ChatGPT versteht auch im Konfigurationsfenster frei formulierte Anweisungen. So lässt sich die Sprach-KI um eigene Kurzbefehle erweitern.
ChatGPT versteht auch im Konfigurationsfenster frei formulierte Anweisungen. So lässt sich die Sprach-KI um eigene Kurzbefehle erweitern.

Diese Kurzbefehle lassen sich anschließend in allen Sitzungen nutzen. So können Sie sich mit einer Eingabe wie zf https://heise.de/-10235492 eine News-Meldung aus heise online in ein paar Sätzen zusammenfassen lassen. (jo@ct.de)

Standardbrowser in elementary OS

Angeregt durch Ihren Bericht in c’t 2/2025 („Elementar weiter“, S. 154) habe ich mir mal elementary OS installiert. Ich bin auch Ihrem Rat gefolgt und habe einen alternativen Browser installiert, in meinem Fall „Brave“. Leider kann ich ihn nicht als „Internet-Browser“ festlegen. Das Löschen des vorinstallierten Browsers „Web“ (Epiphany) hat nicht geholfen. Wie kann ich das Problem lösen?

Wir konnten den Fehler reproduzieren, kennen aber seine Ursache nicht. Immerhin gibt es einen Workaround über einen Konsolenbefehl. Öffnen Sie ein Terminal und geben Sie als ganz normaler User ein:

xdg-settings set default-web-browser com.brave.Browser.desktop

xdg-settings setzt Vorgabeanwendungen und ist ein desktopübergreifender Standard (XDG = freedesktop.org). Es speichert seine Einstellungen in Desktop-Dateien, wo Name, Befehl et cetera definiert sind. Die Dateien liegen in verschiedenen Verzeichnissen, je nach Distribution und Installationsmethode. So können systemweite Zuordnungen in /usr/share/applications/ oder /var/lib/flatpak/exports/share/applications/ gespeichert sein, benutzerspezifische in ~/.local/share/applications/ oder ~/.local/share/flatpak/exports/share/applications/. (ktn@ct.de)

Passwörter speichern in Android?

Mir ist aufgefallen, dass immer mehr Android-Apps, die zu irgendwelchen Dienstkonten gehören, anbieten, die Zugangsdaten wie Benutzernamen, Kartennummern oder Kennwörter zu speichern. Meinem Eindruck nach passiert das dann nicht in der App selbst, sondern in Android beziehungsweise in der Google-Cloud. Können Sie die Nutzung dieser Komfortfunktionen vorbehaltlos empfehlen oder sollte man da eher vorsichtig sein?

Gespeicherte Kennwörter in Android-Apps landen im Google Passwort Manager. Über dessen Einstellungen können Sie konfigurieren, ob er Sie automatisch anmelden soll.
Gespeicherte Kennwörter in Android-Apps landen im Google Passwort Manager. Über dessen Einstellungen können Sie konfigurieren, ob er Sie automatisch anmelden soll.

Es handelt sich um Funktionen des Google Password Managers, der insbesondere für Nutzer von Android und Google Chrome durch seine weitreichende Integration in diese Produkte eine solide Wahl ist. Nennenswerte Sicherheitsprobleme sind bisher nicht bekannt geworden.

Der Google Password Manager ist sehr zugänglich und in jedem Fall besser, als gar keinen Passwortmanager zu verwenden. Wer speziellere Bedürfnisse hat, findet auf dem Markt jedoch auch zahlreiche alternative Programme wie Bitwarden, 1Password & Co., die aber teilweise kostenpflichtig sind. Gründe für die Wahl dieser Alternativen können bestimmte Funktionen wie das Passwort-Sharing in Familien oder Firmen oder auch die Flexibilität sein, etwa beim Benutzen unterschiedlicher Browser. (rei@ct.de)

Proxmox-Backup läuft voll

Ich habe vor einigen Monaten einen Proxmox-Backupserver aufgesetzt. Jetzt ist die Festplatte mit den Backups vollgelaufen, Backups scheitern und ich kriege keinen Platz durch Löschen von alten Backups freigeräumt. In den Proxmox-Foren finden sich ähnliche Fälle, aber leider keine konkrete Abhilfe, wie ich dem Server wieder Luft verschaffen kann. Was kann ich tun?

Um freien Platz auf einem solchen Server zu schaffen, genügt es nicht, Backups zu löschen. Aufgrund der Art und Weise, wie er Daten speichert, müssen Sie danach einen Aufräumprozess starten (Garbage Collection). Dieser Prozess braucht leider etwas Plattenplatz für die Organisation seiner Aktivitäten. Wenn jedoch der Datastore für die Backups bereits vollständig gefüllt ist, misslingt schon dieser erste vorbereitende Schritt.

Die einzige Chance, die Sie dann haben, ist es, den Datastore zu vergrößern. Das lässt sich durch dauerhaftes Hinzufügen von Platten bewerkstelligen, aber unter Umständen auch temporär: Wenn Sie für den Datastore eine separate Festplatte eingesetzt haben, können Sie Teile der Backupdaten vorübergehend auf ein Verzeichnis auf der Systemplatte kopieren, auf der Platte des Datastores löschen und durch symbolische Links ersetzen.

Der Aufräumprozess kann dann starten und seiner Aufgabe nachgehen. Ist er durchgelaufen und ist durch das Aussortieren alter Backups genug Platz freigeworden, können Sie die auf die Systemplatte verschobenen Dateien zurück auf die Festplatte mit dem Datastore kopieren. Für das Kopieren verwenden Sie cp -ar, um rekursiv zu arbeiten und Rechte und Zugriffsstempel zu erhalten.

Wir haben das Ganze selbst notgedrungen durchgespielt: Es genügte, bei einem Backupvolumen von rund 3 TByte 32 Unterverzeichnisse aus dem Verzeichnis .chunks in unserem Datastore auf die Systemplatte zu verschieben (0220 bis 023f) mit insgesamt rund 1,5 GByte. Rechnen Sie damit, dass der Prozess des Garbage Collect fast einen Tag läuft.

Während der Operationen am Backup-Datastore, also dem Wegkopieren der Dateien und Ersetzen durch symbolische Links, sollte der unbedingt im Wartungsmodus stehen, um auszuschließen, dass konkurrierende Zugriffe zum falschen Moment geschehen. Für den Aufräumprozess darf der Datastore allerdings nicht im Wartungsmodus sein.

Um sicherzustellen, dass während des Aufräumens keine Backupaufträge den freien Platz auffressen, sollten Sie diese abwehren. Da die Aufträge per Push an den Server gelangen und wir keine Funktion auf der Serverseite gefunden haben, um sie abzulehnen, haben wir uns schlicht mit Firewall-Regeln geholfen, die Zugriffe auf Port 8007 der Backup-Clients an den Server ablehnen. (ps@ct.de)