iX 2/2025
S. 100
Wissen
Physische Sicherheit

Zutrittskontrolle

Der klassische Schlüsselbund ist out. Wer wann wo Zutritt haben soll, wird in Zutrittsmanagementsystemen verwaltet, die elektrisch betätigte Schlösser auf- und zusperren. iX wirft einen Blick auf ausgewählte Produkte.

Von Jürgen Seeger

Was schon im Kleinbetrieb nervt, ist in größeren Firmen völlig unpraktikabel: Manuell zu betätigende Türschlösser, für die physische Schlüssel verteilt werden. Zu schnell ist die Übersicht verloren, wer wo hineindarf, nicht zu reden von den Folgen eines Schlüsselverlusts oder unautorisierten Kopierens. Da ist das Management digital verwaltbarer Schlüssel, auf denen beliebig feingranular hinterlegt werden kann, wer wann wo Zutritt erhält, nicht nur offenkundig einfacher und protokollierbar, sondern auch im Rahmen von Sicherheitsaudits besser nachvollziehbar. So ist die physische Zutrittskontrolle ein elementarer Bestandteil des Sicherheitskonzepts einer Firma oder einer Behörde.

Zudem lässt sich die EU-Richtlinie zur Cybersicherheit NIS2 durchaus so interpretieren, dass ihr gefahrenübergreifender Ansatz die physische Zugangssicherung einschließt. Das vertreten derzeit (Ende 2024) natürlich erst einmal die Anbieter solcher Systeme, eine definitive juristische Klärung steht aus. Aber auch die ENISA, die EU-Behörde für Cybersicherheit, sieht in der physischen Sicherheit einen entscheidenden Faktor und forderte in ihrem Report über die Sicherheitslage 2023 dazu auf, die Lücke zwischen Cybersicherheit und physischer Sicherheit zu schließen. Zudem kommt 2025 das KRITIS-Dachgesetz. Was Rechenzentren und Serverräume angeht, hat das BSI klare Vorgaben im Baustein INF.2 gemacht. Andere Dokumente dieser Behörde fordern darüber hinaus generell ein nachvollziehbares Schlüsselmanagement.

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