Digitale Souveränität: Infomedien
Das Schlagwort „digitale Souveränität“ beherrscht das Jahr 2025. Aber während Digitalminister Karsten Wildberger auf der re:publica bekräftigt, dass Deutschland künftig auf souveräne IT setzen werde, kauft die Bundeswehr noch Google-Cloud-Produkte. Dabei sollen doch europäische Alternativen her. Die bleiben aber immer noch unter dem Radar, meist überstrahlt von der Featurebreite der Angebote amerikanischer Hyperscaler. Vor allem quelloffene Angebote haben dabei mit mangelnder Aufmerksamkeit zu kämpfen, da ihnen Marketingteams fehlen. Es gibt jedoch praktisches Informationsmaterial, um einen Überblick darüber zu erhalten, mit welchen quelloffenen oder europäischen Möglichkeiten sich die eigene Unternehmens-IT unabhängig gestalten lässt.
European-alternatives.eu
Eine erste Anlaufstelle: die Webseite european-alternatives.eu, ehrenamtlich betrieben von Constantin Graf, einem österreichischen Softwareentwickler. Hier findet sich unter Categories ein praktisches Register für alternative IT-Dienste, ganz in der Tradition der Gelben Seiten aufgeschlüsselt nach Anwendungsfall. Souveränes Cloud-Computing steht hier neben nicht aus den USA stammenden Navigations-Apps, E-Mail-Providern und Suchmaschinen – was im gleichen Zuge zeigt, wie breit das Thema über die IT-Landschaft aufgefächert ist. Auch praktisch: Unter Alternatives liefert Graf eine Übersicht beliebter amerikanischer Dienste wie WhatsApp, Microsoft Teams, Azure und reCAPTCHA mitsamt Alternativvorschlägen. Wer über ein Umschwenken nachdenkt oder bei wem in absehbarer Zeit Verträge auslaufen, der erhält hier eine umfangreiche Handreichung, welche Dienste als Alternative in Betracht kommen. Über hundert beliebte Produkte sind hier aufgeführt, mit jeweils rund sieben bis zwölf Alternativen.