Bild: Heng Heng Heng - AI Stock – stock.adobe.com
kurz & knapp
Die Aussagekraft von automatisierten Vorhersagen durch Wetter-Apps ist begrenzt.
Gute Apps verwenden verschiedene Modelle und Vorhersagen.
Die App oder das Modell, welches den tatsächlichen Wetterzustand bis zum aktuellen Zeitpunkt am besten erfasst hat, dürfte an diesem Tag weiterhin das beste sein.
Radarbilder zeigen beinahe live Wolken und Niederschlag, reichen aber als alleinige Quelle für Prognosen nicht aus.
1 Wettermodelle dienen als Basis
Vor der eigentlichen Wettervorhersage müssen die anbietenden Dienste mehrere Schritte durchführen. Als Erstes erfassen Meteorologen den aktuellen Wetterzustand durch Messungen und Beobachtungen. Als Zweites füttern sie ein mathematisch-physikalisches Modell mit diesen Daten. Es beschreibt die Änderungen in der Atmosphäre durch ein komplexes System von Differenzialgleichungen. Für diese Gleichungen gibt es keine analytische Lösung als Formel, aber es ist möglich, sie numerisch wie eine Statistik zu bearbeiten. Ein Wettermodell teilt die Atmosphäre in kleine Würfel. Für jeden einzelnen dieser Würfel berechnet es in kleinen Zeitschritten die wahrscheinliche Entwicklung. Allein die Berechnung dieser Wettermodelle benötigt gigantische Rechenzentren. Der Computer, der das GFS-Modell (Global Forecast System des US-Wetterdienstes) erzeugt, leistet aktuell etwa 8,4 Petaflops (1 Petaflop = 1 Billiarde Gleitkommaoperationen pro Sekunde, entspricht der Leistung von 400 M1-Ultra-Chips). Das GFS ist das bekannteste und am häufigsten genutzte den Globus umspannende Modell. Es gibt aber auch zahlreiche andere und sehr unterschiedliche solcher globalen Modelle. Ihre Ergebnisse unterliegen einer permanenten Verifikation anhand des tatsächlichen Wetters. Gut sind Modelle mit einer geringen Abweichung von Prognose und eingetroffenen Werten. Einige dieser Wettermodelle stehen als Open Data zur freien Verfügung, andere sind kostenpflichtig.
Weitere wichtige globale Wettermodelle sind die des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF), die des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ICON, ICON EU, ICON D2 und das Modell des britischen Wetterdienstes United Kingdom MetOffice (UKMO).