DLP-Beamer
Ein Video-Projektor, was steckt da eigentlich drin? Wir haben in einen wegen altersschwacher Lampe und geringer Auflösung seinen Lebensabend unbeachtet im Keller fristenden Beamer hineingeschaut.
Das Öffnen eines Beamers und das anschließende Zerlegen ist eine schraubenreiche Angelegenheit, also Fotos für einen eventuellen Wiederzusammenbau machen! Auch vermeintlich unnötige Plastikteile erfüllen meist eine wichtige Aufgabe als Kühlluftführung, wozu auch das Gehäuse selbst dient. Daher sollte man einen offenen Beamer nicht längere Zeit in Betrieb nehmen.
Spiegel-Display
Dieser Toshiba-Beamer arbeitet mit einem DLP (Digital Light Prozessing)-Chip 1. Das ist eine Anordnung von winzigen, kippbaren Spiegeln (etwa 16 Mikrometer Kantenlänge). Sie sind in diesem Gerät in einer Matrix von 600 Zeilen zu je 800 Spiegelchen angeordnet. Damit ist auch die Bildauflösung festgelegt: 800 × 600 Pixel.
2 Dieses daumennagelgroße Spiegelfeld wird von vorn durch die Projektionslampe angestrahlt. Die einzeln ansteuerbaren Spiegel reflektieren dieses Licht entweder in Richtung Objektiv (Pixel ist hell) oder am Objektiv vorbei in eine gut gekühlte Lichtfalle (Bildpunkt dunkel). Die Helligkeit des zu projizierenden Pixels wird durch das Zeitverhältnis zwischen diesen beiden Zuständen bestimmt: Je heller das Pixel erscheinen soll, umso länger leitet es das Licht zum Objektiv.
Wie aber kommt da Farbe ins Spiel? Home-DLP-Beamer projizieren die Grundfarben des Videobildes (Rot, Grün, Blau) nacheinander. Dazu werden sie mit dem Licht der jeweiligen Farbe beleuchtet, was durch ein sich schnell drehendes Filterrad mit entsprechend gefärbten Sektoren im Strahlengang der Lampe erreicht wird. Um den Kontrast und die Helligkeit zu erhöhen, besitzen diese Filterräder oft auch noch einen ungefärbten Sektor, der die weißen Bildanteile heller macht. Dass die Farbbilder nacheinander projiziert werden, kann man übrigens sehen, wenn man nicht starr auf das Bild guckt, sondern die Augen bewegt. Dann erscheinen Farbränder, der so genannte Regenbogeneffekt, weil die Farbbilder nacheinander auf unterschiedliche Teile der Netzhaut fallen.
Damit dieses Zusammenspiel aus Lampe, Farbfiltern, Chip und Objektiv funktioniert, muss die Position der Teile zueinander exakt passen. Deshalb ist der Strahlengang meist als ein geschlossenes Bauteil mit versiegelten Schrauben ausgeführt 3. Achten Sie darauf, diese Schrauben nicht zu lösen, wenn Sie den Beamer weiterverwenden möchten.
Weiterverwendung
Wozu kann man solch einen Bildwerfer noch benutzen? Im großen Bild links ist zu sehen, dass neben der Elektronikplatine noch Platz zum Beispiel für einen Raspberry Pi 3 vorhanden ist, den man mit den Video- und Toneingängen verbinden kann. Mit der geeigneten Distribution (siehe Seite 18) kann man diesen Beamer dann als mobilen WLAN-Medienplayer oder Ähnliches verwenden. Allerdings sollte ein abzudunkelnder Raum zur Verfügung stehen. —hgb