Wie ein Drehzahl-regler funktioniert
Um die Drehzahl von Bohrmaschinen, Bandschleifern und unzähligen anderen elektrischen Maschinen einzustellen, drehen wir an einem kleinen Rädchen, ohne darüber nachzudenken. Hinter diesem Rädchen verbirgt sich ein – sowohl mechanisch als auch elektronisch – ausgeklügeltes Teil. Wir gehen auf Erkundungsreise ins Innere einer raffinierten Alltagsschaltung.
Letztes Jahr wollte mein alter, treuer Rührer der Marke ATIKA, den ich 2017 für 54,90 Euro gekauft hatte, nicht mehr mitspielen. Immer öfter bekam ich beim Anrühren von Beton oder Putz leichte Stromschläge, wenn ich auf den Schalter drückte. Und irgendwann ging es gar nicht mehr: Sobald ich das Gerät über die Steckdose einschalten wollte, flog die Sicherung raus.
Als ich das Gerät zur Reparatur zerlegte, stellte ich schnell fest, dass der Schalter (links in Bild 1) einer gründlichen Reinigung bedurfte. Dazu tauchte ich die Teile in ein wohltuendes Zitronensäurebad, um Kalkreste zu lösen. Dann fiel mein Blick auf den Drehzahlregler (unten in Bild 1), ebenfalls ein trauriger Anblick. Das kleine Rädchen, mit dem die Leistung zwischen 1 und 6 eingestellt werden sollte, war mit Gips und Beton quasi eingegossen. Die Schrift an der Seite war kaum lesbar. Aber mit etwas Mühe konnte ich sie entziffern: DR2-8/1FE. Im Internet schnell gefunden für 19,99 Zloty, umgerechnet 4,66 Euro. Sofort ein neues bestellt, ist ja kein Geld. Aber was für eine Technik sich in dem zuckerwürfelgroßen Gehäuse verbirgt, wollte ich trotzdem wissen. Dafür eignete sich das alte Teil sehr gut für eine Obduktion. Also öffnete ich es, um zu verstehen, wie es funktioniert.