Dreispurig fürs 6er-WLAN
AVM Fritz-Repeater 6000 mit Wi-Fi 6
AVMs erster Repeater fürs aktuelle Wi-Fi-6-WLAN ist funktechnisch besser ausgestattet als die aktuellen Wi-Fi-6-Fritzboxen. Das bringt Reserven für die Zukunft, aber er funkt auch mit Wi-Fi-5-Routern schon flott.
Der Fritz-Repeater 6000 ist AVMs neues Repeater-Topmodell. Wie sein Wi-Fi-5-Vorgänger Fritz-Repeater 3000 arbeitet der Neuling in drei Frequenzbereichen gleichzeitig, bei 2,4 GHz und in zwei 5-GHz-Blöcken. Eine 5-GHz-Schnittstelle dient der Mesh-Verbindung (Backbone) mit dem WLAN-Router, die andere bedient wie die 2,4-GHz-Schnittstelle die Clients.
Der 6000er nutzt Qualcomm-WLAN-Chips (PHY: QCN 5024/5054), das System-on-Chip konnten wir nicht zweifelsfrei identifizieren. Der restlichen Hardware nach müsste es ein IPQ8074A sein.
Der Repeater lässt sich wie gewohnt leicht ins Netz einbinden und übernimmt dabei die WLAN-Einstellungen der Fritzbox. Er soll sich laut AVM auch mit WLAN-Routern anderer Hersteller sowie denen von Providern verstehen. Wir haben ihn mit zwei Fritzboxen (7530 AX und 7580) probegefahren. Mit der ausgelieferten Firmware 7.20 mochte der 6000er im Repeater-Modus in unserem Aufbau mit der 7530 AX keine Clients auf 2,4 GHz annehmen. AVM hat während des Tests eine verbesserte Beta-Ausgabe der nächsten Firmware-Version bereitgestellt, die den Bug beseitigt. Sie soll bei Erscheinen des Geräts im Handel als FritzOS 7.25 bereitstehen.
Gegen unseren Standard-Wi-Fi-6-Client Intel AX200 schaffte der Fritz-Repeater im optionalen Access-Point-Modus (Netzanbindung per LAN-Kabel) einen hohen Durchsatz, auch wenn der Downstream beider 5-GHz-Schnittstellen im Nahbereich circa 45 Prozent langsamer war als der Upstream (501 zu 918 und 502 zu 922 MBit/s). Möglicherweise gleicht sich das bei kommenden Firmware-Updates an. Über die 20-Meter-Strecke durch Wände lagen die Richtungen ungefähr gleichauf.
Als Repeater war der Backbone-Durchsatz über die Mesh-Verbindung und 20 Meter mit maximal 340 MBit/s gegen die Fritzbox 7530 AX zufriedenstellend. Mit der älteren Wi-Fi-5-Fritzbox 7580 verstand sich der 6000er besser (bis 520 MBit/s). Am 26-Meter-Punkt bekam der AX200-Client von der 7530 AX über den Repeater hinweg dann 156 MBit/s (2,4 GHz) beziehungsweise 103 MBit/s (5 GHz) zugespielt; auch hier war es mit der 7580 etwas mehr (193/138 MBit/s).
Laut Beacons bietet der 6000er-Repeater die üblichen Roaming-Helferfunktionen fürs Mesh (IEEE 802.11k, Radio Resource Measurement und 11v, BSS Transition) sowie die wesentlichen Wi-Fi-6-Funktionen (BSS Coloring: effizientere Spektrumsnutzung, Target Wait Time: leichteres Energiesparen in Mobilgeräten, Down- und Uplink-MU-MIMO für gleichzeitigen Datenverkehr mit mehreren Geräten).
Fazit
Der Fritz-Repeater 6000 ist eine interessante, wenn auch teure Option für Fritzbox-Besitzer, die schon mehrere Wi-Fi-6-Clients betreiben und ihr WLAN vergrößern möchten. An der Performance wird AVM mit kommenden Firmware-Verbesserungen gewiss noch schrauben. Richtig aufdrehen dürfte der 6000er, wenn optimal zu ihm passende 4-Stream-Fritzboxen mit Wi-Fi 6 erscheinen. (ea@ct.de)
| AVM Fritz!Repeater 6000 | |
| WLAN-Repeater | |
| Hersteller | AVM, www.avm.de |
| WLAN | 3 × Wi-Fi 6 (4) = IEEE 802.11ax-1200 / -2400 / -2400, WPA3, WPS, DFS |
| Bedienelemente | Connect-Taste, 2 Statusleuchten |
| Anschlüsse | 2 × RJ45 (1 × Multigigabit-Ethernet bis 2,5 GBit/s, 1 × Gigabit-Ethernet) |
| Getestete Firmware | 7.20 / 7.24 beta |
| WLAN 2,4 GHz nah / 20 m¹ | 377 / 202–251 MBit/s |
| 5 GHz I nah / 20 m¹ | 710 / 145–220 MBit/s |
| 5 GHz II nah / 20 m¹ | 712 / 250–290 MBit/s |
| Backbone-Durchsatz 20 m² | 226–338 MBit/s |
| Client-Durchsatz 26 m 2,4 / 5 GHz² | 156 / 103 MBit/s |
| Leistungsaufnahme³ | 8,3 Watt / 18 VA |
| Jährliche Stromkosten³ | 22 € |
| Preis | 219 € (UVP) |
| ¹ gegen Intel AX200 im Access-Point-Modus (LAN-Brücke, FritzOS 7.20) ² im Repeater-Betrieb (FritzOS 7.24 beta) mit Fritzbox 7530AX (FritzOS 7.22) ³ Repeater ohne Ethernet-Links, idle, bei Dauerbetrieb, 30 Cent/kWh, gerundet | |