MIT Technology Review 1/2016
S. 20
Aktuell

MEDIZINTECHNIK

Plasmakamm gegen Kopfläuse

Der Plasmakamm beseitigt Läuse schonend. Foto: Fraunhofer IST

Unter Kindern kursieren sie häufiger: Kopfläuse, Pediculus humanus capitis, die sich von menschlichem Blut ernähren. Die Parasiten sind gut an ihren Wirt angepasst und verbreiten sich schnell von Mensch zu Mensch.

Mittel, um die Quälgeister wieder loszuwerden, gibt es einige. In der Regel kommen Läusekämme und chemische Wirkstoffe, die man mehrere Wochen lang anwendet, zum Einsatz. Forscher am Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik (IST) in Göttingen haben nun eine Methode entwickelt, die sanfter sein soll und schneller hilft: Sie nutzen kaltes Atmosphärendruckplasma, um Parasiten samt den Eiern (Nissen) zu beseitigen.

Benutzt wird für das Verfahren ein akkubetriebener Plasmakamm. Eingebaut ist ein Hochspannungserzeuger, der die Luft zwischen jeweils zwei Kammzinken ionisiert, sodass Plasma entsteht. Da die Hochspannung nur kurz aktiviert wird, heizt sich die Umgebung nicht auf, und das Plasma hat quasi Raumtemperatur. Es genügt aber, um die Kopfläuse zu bekämpfen. Haar und Haut werden geschont. Die Technik soll in Kürze in einer kleinen Stückzahl auf den Markt kommen. BEN SCHWAN

Architektur

Robotermodule bauen Möbel

Im doppelten Boden: Schwärme solcher kleinen Roboter sollen Möbel aufbauen. Foto: Asmbld

Das Start-up Asmbld aus New York will Räume auf Knopfdruck vollautomatisch umgestalten. Aus einem nüchternen Büroraum könnte so innerhalb von wenigen Minuten eine Lounge zur Entspannung oder eine Bühne für Präsentationen werden.

Möglich machen soll das ein spezieller Fußboden, aus dem die Möbel gewissermaßen herauswachsen. Der Boden besteht aus kleinen, beweglichen Quadern. Unter ihm soll ein Schwarm kleiner Roboter herumwuseln. Die Roboter drücken einzelne Bodenplatten hoch und bauen darunter jeweils ein Gerüst aus standardisierten Aluminium-Stützelementen.

Petr Novikov, der das Unternehmen mit seinem Bruder Fedor gegründet hat, kennt sich mit solchen Systemen aus: Am Institute for Advanced Architecture of Catalonia forschte er an Roboterschwärmen für die Architektur. Einzelne Prototypen der Roboter existieren schon. Sie sind aber noch zu groß, um praktisch nutzbar zu sein. WOLFGANG STIELER