Die Mehrweg-Rakete
Die schwerreichen Unternehmer Elon Musk und Jeff Bezos liefern sich einen Wettlauf um wiederverwendbare Raketen. Im Jahr 2016 konnten beide große Fortschritte melden, doch viele Fragen sind noch offen.
Aller guten Dinge sind sechs. Sechs gebrauchte Raketen lagern mittlerweile in einem Hangar des amerikanischen Raumfahrt-Start-ups SpaceX. Alle sechs waren bereits im All, und die ein oder andere soll dorthin zurückkehren: Mit seinen wiederverwendbaren Raketen will das Unternehmen des Milliardärs Elon Musk den Raumfahrtmarkt umkrempeln und Flüge in den Weltraum um den Faktor 100 billiger machen. Ähnliche Ziele verfolgt in einem erbitterten Wettstreit Blue Origin, die Raketenfirma des Amazon-Gründers Jeff Bezos.
Die meisten technischen Probleme scheinen tatsächlich bereits gelöst zu sein. Nachdem SpaceX im Dezember 2015 eine ausgebrannte Raketenstufe unweit der Startrampe in Cape Canaveral gelandet hatte, gelang dies im April 2016 auch auf einer schwimmenden Plattform im Atlantik. Die erste Stufe der Falcon 9 setzte sicher auf, nachdem sie zuvor fast 7000 Kilometer pro Stunde und eine Höhe von mehreren Hundert Kilometern erreicht hatte. Vier weitere gelungene Landungen im weiteren Jahresverlauf folgten. Ein Versuch schlug fehl, weil im letzten Moment, wenige Meter über der schwimmenden Plattform, der Treibstoff zur Neige gegangen war.