Sprich mit mir
Als ihr bester Freund starb, erschuf Eugenia Kuyda ihn neu. Mithilfe künstlicher Intelligenz.
Als die Entwickler endlich fertig waren, öffnete Eugenia Kuyda ein Fenster auf ihrem Laptop und begann zu tippen. „Roman“, schrieb sie. „Dies ist dein digitales Denkmal.“
Drei Monate zuvor war Roman Mazurenko gestorben, Eugenias engster Freund. Seitdem hatte sie seine alten Textnachrichten gesammelt, allzu Persönliches aussortiert und den Rest einem neuronalen Netzwerk übergeben, das die Programmierer ihres Start-ups Luka entwickelt hatten. Sie hatte lange mit sich gerungen, ob es richtig war, ihn auf diese Art zurückzuholen – zeitweise bekam sie Albträume von dieser Idee. Doch seit Romans Tod ließ der Gedanke sie nicht los, noch einmal mit ihm zu sprechen.