Glyphosat
Eine Bürgerinitiative soll es richten
Ein „Verbot von Glyphosat und Schutz von Menschen und Umwelt vor giftigen Pestiziden“ hat eine neue Europäische Bürgerinitiative zum Ziel. Verschiedene Nichtregierungsorganisationen, darunter Greenpeace, haben das Projekt angestoßen. Innerhalb eines Jahres müssen sie eine Million Unterschriften aus mindestens sieben EU-Ländern sammeln. Damit sollen nun die Bürger das richten, was der EU-Kommission bisher nicht gelang: Klarheit über den Einsatz des Breitbandherbizids Glyphosat in den nächsten 15 Jahren und Einschränkungen für andere Pestizide herbeiführen.
Um eine klare Stellungnahme der EU-Kommission zum zweischneidigen Thema Glyphosat zu forcieren, ist die Bürgerinitiative durchaus begrüßenswert. Und dennoch scheint das Projekt in Bezug auf das Verbot in eine Sackgasse zu laufen. Denn geeignete Alternativen zu Glyphosat fehlen bisher am Markt – dort gilt Glyphosat gegenüber anderen Herbiziden als umweltschonend. „Es ist sehr schwer, neue Substanzen zu entwickeln, die vergleichbare Wirkungen wie Glyphosat erzielen und deutlich besser in Bezug auf Nebenwirkungen sind“, sagt Lothar Willmitzer, Direktor des Max-Planck-Instituts für molekulare Pflanzenphysiologie (siehe TR 7/2016). Bis zu zehn Jahre könne es dauern, bis sich das Angebot am Markt ändert. Für die Zwischenzeit sind strengere Regeln für den Einsatz von Glyphosat daher besser als ein komplettes Verbot.