Virtual Reality
Mehr Realismus durch Muskelstimulation
Das Hasso-Plattner-Institut aus Potsdam will virtuelle Realität realistischer machen. In bisherigen Anwendungen kann der Nutzer zwar Gegenstände greifen und mit seiner Umwelt interagieren, doch er bekommt kein haptisches Feedback. Die Forscher aus Potsdam versuchen, mit elektrischer Muskelstimulation das Gefühl zu vermitteln, echte Gegenstände zu bewegen (DOI: 10.1145/3025453.3025600).
Dafür werden dem Nutzer Elektroden an die großen Muskeln im Arm- und Schulterbereich geklebt. Für ihre Studie entwickelten die Forscher ein Spiel zur Demonstration. Wenn in diesem ein Objekt berührt wird, erregt die aufgeklebte Elektrode den Antagonisten des beanspruchten Muskels. Wenn zum Beispiel eine Kiste gehoben wird, wird der Trizeps erregt – dieser zieht den Arm nach hinten. Der Nutzer muss deshalb den Bizeps anspannen, was ihm das Gefühl vermittelt, ein Gewicht zu heben.
Wenn die Nutzer an Wände oder andere feste Hindernisse drücken, bemerken sie jedoch, dass der Antagonist den Arm vom Hindernis wegzieht, da die Stimulation bei fixen Hindernissen länger aufrechterhalten werden muss. Sie ersetzten deshalb die festen Wände durch Kraftfelder, um das Erlebnis realistischer zu machen. Ein realistisches Druckgefühl konnten sie jedoch nicht erzeugen. MARCO LEHNER