Technology Review Special 2018
S. 78
Politik/Gesellschaft
Fake News
Aufmacherbild
Foto: Shutterstock

Im falschen Film

Mittels Deep Learning können nun auch Laien professionelle Videofälschungen erstellen. 2018 machte klar, wie politisch brisant die Technologie ist.

Für einen stets nüchtern wirkenden Spitzenbeamten zeigte Hans-Georg Maaßen zuletzt eine bemerkenswerte Neigung zu Verschwörungstheorien. Als im September 2018 ein Video aus Chemnitz veröffentlicht wurde, auf dem Rechtsradikale Ausländer angreifen, zweifelte er die Authentizität der Aufnahmen an – offenbar ohne jeden Beleg dafür. Das kostete ihn den Job als Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. In seiner Abschiedsrede dann erklärte er, „linksradikale Kräfte in der SPD“ hätten seine Absetzung betrieben. So wurde auch nichts mehr aus dem geplanten neuen Posten als Sonderberater im Innenministerium: Im November 2018 wurde Maaßen in den einstweiligen Ruhestand versetzt.

Dafür, dass das Chemnitzer Video gefälscht war, tauchten auch im Nachhinein keinerlei Anhaltspunkte auf. Trotzdem lag Maaßen mit seiner Mutmaßung zwar nicht richtig, aber zumindest im Trend: Anfang 2018 wurde das Open-Source-Programm FakeApp veröffentlicht, mit dem sich ohne tiefere Programmierkenntnisse Gesichter in Videos austauschen lassen. Deepfakes werden solche Clips in der Szene genannt. In den Monaten darauf wurde das Internet unter anderem mit gefälschten Pornovideos geflutet. Und Beobachter stellten sich die bange Frage: Wird man bald auch Videomaterial nicht mehr trauen können?

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