SICHERHEIT
Universal-Fingerabdruck
Immer mehr Smartphones und Türen haben einen Fingerabdruck-Sensor. Absolut sicher ist der allerdings nicht. Philip Bontrager und seine Kollegen von der New York University konnten aus den Fingerabdrücken von 720 Testpersonen einen künstlichen, universellen Fingerabdruck errechnen (arXiv:1705.07386v4). Damit ließ sich in knapp einem Drittel der Versuche ein Smartphone entsperren. Möglich war das deshalb, weil kleine Sensoren nur einen Teil der Fingerkuppe erfassen.
Der selbstlernende Algorithmus der Forscher filterte genau die Muster aus Schleifen und Wirbeln heraus, die am ehesten allen eingespeisten Fingerabdrücken ähnelten. Wies der Sensor eine Falschtrefferrate von 0,1 Prozent auf – akzeptierte also in einem von tausend Versuchen einen falschen Fingerabdruck –, war das berechnete Muster in knapp 30 Prozent der Fingerabdrücke erfolgreich. Auch zehnfach genauere Sensoren ließen sich bei jedem 14. Versuch täuschen.
Bisher nutzten die Forscher nur Sensoren, die Bilder von Fingerabdrücken akzeptieren. Prinzipiell ließe sich das Riefenmuster aber auch auf dreidimensional strukturiertes Silikon übertragen.
Dieses Experiment zeigt, dass Fingerabdruck-Sensoren einen möglichst großen Bereich mit Auflösungen von mindestens 500 dpi aufnehmen sollten. Relativ hohe Sicherheit versprechen aktuelle Android-Geräte, die nach Google-Vorgaben höchstens eine Falschtrefferrate von 1 zu 50000 erlauben dürfen. JAN OLIVER LÖFKEN