MIT Technology Review 12/2019
S. 32
Horizonte
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Der Roboter Mindar rezitiert in Kyoto buddhistische Texte. „Wenn ein Buddha-Bild spricht, werden die Lehren des Buddhismus wahrscheinlich leichter zu verstehen sein“, zitiert die „Japan Times“ Tensho Goto, den obersten Verwalter des Kodaiji-Tempels in ­Kyoto. „Wir wollen, dass viele Leute kommen, um den Roboter zu sehen, um über das Wesen des Buddhismus nachzudenken.“ Foto: Richard Artrero de Guzman/Nur/Getty Images

Gesegnete Maschinen

Können Roboter Priester ersetzen? Oder gar etwas Göttliches repräsentieren? Die Antwort auf diese Fragen ist vielschichtiger, als es auf den ersten Blick scheint.

Von Wolfgang Stieler

Du klammerst dich an dein egoistisches Ego“, sagt die ­Maschine mit einer hellen, kindlichen Stimme. „Welt­liche Wünsche sind nichts anderes als ein auf See ver­lorener Geist.“ Was der Roboter Mindar rezitiert, ist das Herz-­Sutra, einer der zentralen Texte des Zen-Buddhismus.

Der Einsatz der Maschine, die von einer audiovisuellen Präsentation begleitet wird, ist jedoch mehr als eine spektakuläre Show: Nach dem Glauben der Priester repräsentiert die Maschine in diesem Moment tatsächlich eine Gottheit. Für manche ­japanischen Robotiker ist die Interaktion mit einer Maschine zudem eine wirksame Methode, um Menschen mit der Frage zu konfrontieren, ob es wirklich einen Gegensatz gebe zwischen ­belebter und unbelebter Natur, zwischen dem eigenen Ego und der Welt. Der japanische Roboter-Pionier Masahiro Mori, der den Begriff vom „uncanny valley“ geprägt hat – wenn Roboter uns zu ähnlich werden, empfinden wir sie als unheimlich –, skizzierte die Idee bereits 1974 in einem Buch mit dem Titel „The Buddha in the Robot“.

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