MIT Technology Review 5/2019
S. 86
Meinung

»Wir waren zu leichtfertig«

Der p-Wert ist das Arbeitspferd der Statistik. Oft entscheidet er darüber, ob eine Studie veröffentlicht, eine Versuchsreihe weitergeführt, ein Medikament auf den Markt gebracht wird. Diese Fixierung auf einen Kennwert nervt viele Forscher schon lange. Gemeinsam mit zwei US-Autoren hat Valentin Amrhein seinem Ärger in einem „Nature“-Artikel Luft gemacht. Innerhalb einer Woche unterschrieben 850 Forscher das Manuskript.

TR: Was genau stört Sie am p-Wert?

Valentin Amrhein: Ich bin nicht gegen den p-Wert, ich benutze ihn auch selbst in meiner Forschung. Aber ich versuche, das Wort „signifikant“ zu vermeiden. Wir wenden uns gegen vereinfachte Ja-Nein-Darstellungen. Oft wird gesagt, wenn ein p-Wert über 0,05 liegt, dann gibt es keinen Effekt. Diese Aussage kann man aber mit einem p-Wert schlicht nicht machen. Solche falschen „Beweise der Nullhypothese“ passieren oft unbeabsichtigt, sind aber manchmal auch eine bewusste Missinterpretation, unterstelle ich: Etwa um zu zeigen, dass eine Behandlung keine Nebenwirkungen hat.

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