MIT Technology Review 1/2021
S. 32
Horizonte
Vorschau 2021

KI wird persönlich

Künstliche Intelligenz erstellt zunehmend individualisierte und maßgeschneiderte ­Medieninhalte für uns. Das ist nicht immer eine gute Sache.

Von Wolfgang Stieler

Photoshop war schon immer ein geeigneter Ort, um digitale Zauberei zu bestaunen. Doch was in der neuesten Version der Bildbearbeitungssoftware ­unter der Bezeichnung Neurale Filter zu sehen ist, geht weit über die übliche Pixel-Manipulation hinaus: Die cloudbasierte Software Adobe Sensei kann das Alter von Gesichtern verändern, Haare dazu- oder wegrechnen und die Blickrichtung des Porträts ­verändern.

Diese neuen Fähigkeiten beruhen im Wesentlichen auf zwei Fortschritten im ­Bereich des maschinellen Lernens: Zum ­einen trainieren große Internetkonzerne wie Google, Facebook und auch Baidu ­tiefe neuronale Netze mit immer größeren Datenmengen. Die so trainierten Modelle werden dadurch nicht nur besser darin, zum Beispiel Bilder zu erkennen oder Texte zu übersetzen. Sie gewinnen zum Teil auch Fähigkeiten hinzu, für die sie nicht einmal explizit trainiert worden sind. Das Sprachverständnis, des von OpenAI entwickelten Sprachmoduls GPT-3 ist ein gutes Beispiel dafür: Die Software kann aus ein paar Sätzen eine einigermaßen sinnvolle Geschichte stricken, obwohl sie nichts über Spannungsbögen und Erzählstruktur weiß. KI könnte uns gar im Job unterstützen: Im Herbst 2020 kündigte Microsoft an, man habe eine exklusive Lizenz für das Sprachmodell GPT-3 erworben. Wenn Microsoft aber von „Unterstützung der menschlichen Kreativität und des Einfallsreichtums in Bereichen wie Schreiben“ spricht, fürchten manche bereits eine neue Welle der Rationalisierung.

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