Fliegende Augen
An dieser Stelle blicken wir auf frühere Artikel der MIT Technology Review zurück, die heute wieder aktuell sind. Diesmal geht es um Drohnen – die 2009 noch in erster Linie ein Thema für begeisterte Bastler waren.
2007 holten die beiden deutschen Ingenieure Holger Buss und Ingo Busker mit ihrem Start-up HiSystems die „Mikrokopter“ nach Deutschland. Die anfangs in der Regel als Bausätze verkauften Vehikel erfreuten sich vor allem unter Modellfliegern großer Beliebtheit. „Im Mai dieses Jahr brachten Buss und Busker mit ihrem Unternehmen HiSystems den ersten Mikrokopter mit acht Motoren auf den Markt – einen sogenannten Oktokopter“, berichtete TR im Dezember 2009. „Der Clou: Er bleibt sogar noch dann in der Luft, wenn vier Rotoren ausfallen.“ Man sieht: Die Technologie war brandneu. So neu, dass wir noch das Flugprinzip erläutern mussten („Für Richtungsänderungen muss der Mikrokopter praktisch aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Durch Drehzahlerhöhung an einer Stelle neigt sich das Fluggerät zur anderen Seite.“).
Heutzutage ist das Flugprinzip den meisten Menschen längst vertraut. Und gelötet und geschraubt wird auch nicht mehr. Das ist auch nicht mehr nötig, denn das Angebot an Drohnen ist vielfältig wie nie: von der zusammenklappbaren Taschendrohne „Pixie“, die ihren User ein paarmal umkreist, um Fotos oder Videos zu schießen, bis hin zur professionellen Drohne mit integrierter Hinderniserkennung und dreh- und schwenkbarer Kamera. Wie leistungsfähig die Elektronik geworden ist, zeigt sich auch an sogenannten „Follower Drohnen“ wie der Skydio 2. Der Quadrokopter ist in der Lage, seinem Nutzer mit bis zu knappen 60 Stundenkilometern auch durch schwieriges Gelände zu folgen und ihn dabei zu filmen.