MIT Technology Review 7/2022
S. 26
Titel
Computerchips

Das-Supply-Chain-Labyrinth

Die Politik mobilisiert Milliarden, um die Chipfertigung nach Europa zu verlagern. Doch eine wirkliche Autarkie ist selbst mit hohen Subventionen kaum zu erreichen. Experten raten: Die größte Chance auf zuverlässige Lieferketten besteht darin, die globalen Abhängigkeiten noch zu verstärken.

Manuel Heckel

Die große Hoffnung hat eine Heimat gefunden: Gewerbegebiet Eulenberg am südwestlichen Stadtrand von Magdeburg, an der Kreuzung von Autobahn 14 und Bundesstraße 81 gelegen. Hier will der US-Konzern Intel im kommenden Frühjahr damit beginnen, zwei Halbleiterfabriken zu errichten. 17 Milliarden Euro soll der Aufbau der gigantischen Werke kosten, 3000 Arbeitsplätze sollen hier einmal entstehen – und ab 2027 die Produktion der Chips starten. Sowohl für Intel selbst als auch für Industriekunden. Eine Stunde nur ist es beispielsweise über die Autobahn bis zum VW-Werk in Wolfsburg, etwa doppelt so lang bis zur Tesla-Gigafactory bei Berlin.

Ein kurzer Weg für die neuen Halbleiter, ein großer Schritt für eine Unabhängigkeit von asiatischen Lieferketten? Die Intel-Ansiedelung, im März dieses Jahres bekannt gegeben, dient vielen Politikern und Branchenorganisationen als ein wichtiges Symbol: Mit mehr Chips „Made in Europe“ wollen die europäischen Staaten ihre Wirtschaft ein Stück weit abkoppeln von geopolitischen Unsicherheiten: Die neuen Werke bei Magdeburg seien „ein wichtiger und starker Impuls für die Wirtschaft in schwieriger Zeit und ein zentraler Sprung für die digitale Souveränität Europas“, sagte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) im März. Der neue Standort soll zum einen die Intel-eigene Lieferkette absichern, aber auch als Auftragsfertiger Kapazitäten für große Industriekunden bereitstellen. Insbesondere die Automobilindustrie und ihre Zulieferer sind logische Kunden, die neugierig auf den Standort blicken. Man wolle mit den Magdeburger Fabriken „zu einem ausgewogeneren globalen Halbleitermarkt“ beitragen, teilt Intel mit.

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