MIT Technology Review 2/2023
S. 36
Titel
Medizin
Seit immer mehr Einzelfälle und Studien dokumentieren, dass psychedelische Drogen wie Psilocybin aus Zauberpilzen bei psychischen Erkrankungen helfen können, boomt die Forschung.
Seit immer mehr Einzelfälle und Studien dokumentieren, dass psychedelische Drogen wie Psilocybin aus Zauberpilzen bei psychischen Erkrankungen helfen können, boomt die Forschung.
Foto: Mauritius Images / Science Photo Library

Trip für die Gesundheit

Psychedelische Substanzen erleben derzeit ein fulminantes Revival in der psychiatrischen Forschung. Depressionen, Traumata, Ängste und sogar Süchte sollen sie heilen können. Was ist dran?

Susanne Donner

Am Tag nach dem Trip ist der Psychiatrieprofessor Gregor Hasler erst einmal erschöpft. Dabei hat nicht er die psychedelische Droge LSD eingenommen, sondern nur einer seiner Probanden. Aber es dauert eben zwölf Stunden, bis diese Person durch Sinnesillusionen, emotionale Rückschauen, Phasen des Einsseins und der Einsamkeit hindurchgereist ist. Der Trip verläuft keineswegs nur euphorisch. Als furchterregendste Erfahrung ihres Lebens beschrieben Patienten die psychedelische Psychotherapie gegenüber Matthew Johnson, dem Erfinder des Konzepts von der Johns Hopkins University. Der Therapeut begleite die Patienten „durch die Hölle und wieder zurück“, sagte dieser auf einer Fachkonferenz 2021.

„Das will man nicht gleich wieder haben“, bekräftigt Hasler von der Universität Freiburg in der Schweiz. „Mir reicht das einmal pro Woche, weil meine Betreuer oder ich ja bei der Person bleiben müssen.“ Vielleicht muss er den Betroffenen im Rausch aus der liegenden Position aufsetzen, wenn er doch etwas zu viel Angst bekommt. Vielleicht will er im entscheidenden Moment mit ihm reden, wenn er auf traumatische frühere Ereignisse zu sprechen kommt. Denn der Trip ist Therapie.

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