MIT Technology Review 7/2023
S. 40
Titel
AR im Redaktionstest

Animierter Altar

Im belgischen Gent kann man sich einen berühmten Renaissance-Altar mit Augmented Reality erklären lassen. Ist das wirklich hilfreich?

Gregor Honsel

Der Genter Altar ist ein Feuerwerk der Farben und Figuren. Nicht nur lokalpatriotische Belgier sehen seinen Erschaffer Jan van Eyck (um 1390 – 1441) auf Augenhöhe mit Raffael oder Leonardo. Wie nähert man sich einem solchen Monument der Kunstgeschichte? Versuchen wir es doch mal mit der Technik des 21. Jahrhunderts. Die St.-Bavo-Kathedrale, die den Altar beherbergt, bietet verschiedene Augmented-Reality-Führungen an. Ich entscheide mich für die halbstündige Standard-Tour, die nicht nur den Altar, sondern auch die Geschichte der Kathedrale umfasst. In der Krypta bekomme ich eine Microsoft Hololens aufgesetzt und einen Akku umgehängt. Die Hololens hat transparente Brillengläser, in die dreidimensionale Bilder eingespiegelt werden. Dadurch bleibt – im Gegensatz zu Virtual-Reality-Brillen wie der Oculus von Meta – die Umgebung immer sichtbar.

In der Animation der Kathedrale wuseln Handwerker hin und her, prozessieren Pilger über den Vorplatz, erklingen Hammerschläge, Gemurmel und Gesänge. , Bilder: Alphavision
In der Animation der Kathedrale wuseln Handwerker hin und her, prozessieren Pilger über den Vorplatz, erklingen Hammerschläge, Gemurmel und Gesänge.
Bilder: Alphavision

Die Bedienung ist einfach: Ich folge auf den Boden projizierten Pfeilen zu verschiedenen Stationen, an denen mir Animationen vorgespielt werden. Als virtueller Führer begrüßt mich der Genter Bischof Antonius Triest (1576 – 1657). Sein durchsichtiges Abbild steht in Lebensgröße ein paar Meter vor mir. Hier fallen mir die ersten Schwächen der Hololens auf: Ihr Blickwinkel ist so klein, dass ich, wenn ich dem Bischof ins Gesicht schaue, dessen Füße nicht mehr sehen kann.

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