MIT Technology Review 4/2024
S. 48
Titel
Flutvorhersage
Am Großen Wellenkanal in Hannover müssen künftig Modellhäuser im Maßstab 1:2 ihre Standfestigkeit beweisen.
Am Großen Wellenkanal in Hannover müssen künftig Modellhäuser im Maßstab 1:2 ihre Standfestigkeit beweisen.
Foto: picture alliance / dpa

Wütende Wasser

Die Klimakrise verursacht immer mehr Starkregen, Hochwasser und Sturmfluten. Diese erfordern vielschichtige Antworten – von Künstlicher Intelligenz bis zu künstlichen Riffen.

Klaus Sieg

Nils Goseberg ist gerade aus Japan zurück. Am 1. Januar 2024 hatte ein Erdbeben der Stärke 7,5 vor der Halbinsel Noto einen Tsunami ausgelöst. „Dieses hat eine Flutwelle von vier bis sechs Metern Höhe verursacht, die in flachen Küstenabschnitten mehrere Hundert Meter ins Landesinnere vordringen konnte“, sagt der Professor am Leichtweiß-Institut für Wasserbau der TU Braunschweig. Ganze Siedlungen wurden weggespült. Gebäude stürzten ein. Häuser gingen in Flammen auf. Die Fluten rissen Brücken und Straßen weg, zerstörten nahezu die gesamte Infrastruktur. Goseberg hat die Schäden vor Ort für sein Forschungsprojekt aufgenommen.

Halle an der Saale (Juni 2013). Die Saale zählt zu den Flüssen mit einer hohen „Hochwasserkomplexität“ – ihre Pegel sind also besonders schwer vorherzusagen. , Foto: © André Künzelmann / UFZ
Halle an der Saale (Juni 2013). Die Saale zählt zu den Flüssen mit einer hohen „Hochwasserkomplexität“ – ihre Pegel sind also besonders schwer vorherzusagen.
Foto: © André Künzelmann / UFZ

Im Juli beginnt sein Forschungsprojekt Angry Waters („Wütende Wasser“). Es beschäftigt sich mit extremen Strömungsereignissen. Die können durch Tsunamis verursacht werden, aber auch durch Dammbrüche, wie im vergangenen Jahr im libyschen Derna, als zwei Staudämme brachen und eine sieben Meter hohe Flutwelle die Stadt traf. Oder durch Hochwasser wie bei der Katastrophe 2021 im Ahrtal oder am 29. Mai 2016 im Baden-Württembergischen Braunsbach, als eine verheerende Flutwelle den gesamten Ortskern unter Schlamm, Geröll und Trümmern begrub.

Alle heise-Magazine mit heise+ lesen

3,99 € / Woche

Ein Abo, alle Magazine: c't, iX, Mac & i, Make & c't Fotografie

  • Alle heise-Magazine im Browser und als PDF
  • Alle exklusiven heise+ Artikel frei zugänglich
  • heise online mit weniger Werbung lesen
  • Vorteilspreis für Magazin-Abonnenten
Jetzt unbegrenzt weiterlesen Vierwöchentliche Abrechnung.

Alle Ausgaben freischalten

2,09 € 1,60 € / Woche

Nach Testphase 2,09 € wtl.

  • Zugriff auf alle MIT Technology Review-Magazine
  • PDF-Ausgaben zum Herunterladen
  • Zugriff in der MIT Technology Review-App für unterwegs
  • Über 20% günstiger im Testzeitraum
Jetzt testen Nach Testphase jederzeit monatlich kündbar.

Ausgabe einmalig freischalten

14,99 € / Ausgabe

Diese Ausgabe lesen – ohne Abobindung

  • Sicher einkaufen im heise shop
  • Magazin direkt im Browser lesen
  • Dauerhaft als PDF behalten