MIT Technology Review 2/2025
S. 76
Report
PFAS
Der US-Anwalt Robert Billot fand die Ursache für ein Kühesterben und für Krankheitsfälle von Menschen in Dokumenten der Firma DuPont. Das Unternehmen lieferte Kartons mit Tausenden Seiten. Es dauerte Monate, sie zu sichten.
Der US-Anwalt Robert Billot fand die Ursache für ein Kühesterben und für Krankheitsfälle von Menschen in Dokumenten der Firma DuPont. Das Unternehmen lieferte Kartons mit Tausenden Seiten. Es dauerte Monate, sie zu sichten.
Foto: Imago / USA Today Network

Der Anwalt, mit dem alles begann

Der US-Anwalt Robert Bilott lüftete den weltweit ersten Umweltskandal durch die Fluorchemikalien PFAS. Er initiierte eine Gesundheitsstudie, brachte die Umweltbehörden auf Trab und rang der Industrie Milliardenzahlungen ab. 2017 erhielt er den Alternativen Nobelpreis.

Andrea Hoferichter

Dunkler Blazer, weißes Hemd, Kurzhaarschnitt: Rein optisch kommt „der schlimmste Albtraum von DuPont“ – Zitat der New York Times – eher brav daher. Im Videotelefonat wirkt Robert Bilott zudem ausgesprochen freundlich. Und tatsächlich war der Anwalt der Kanzlei Taft in Cincinnati einst auch der Chemieindustrie wohlgesonnen, denn er beriet sie viele Jahre lang zu Chemikalienvorschriften und zum Umweltrecht. Bis er im Oktober 1998 einen wütenden Rinderzüchter am Apparat hatte.

Der Anrufer war Wilbur Tennant, ein Bekannter von Bilotts Großmutter. Er lebte bei Parkersburg, West Virginia, wo DuPont eine Teflon-Fabrik betrieb. Sein Bruder hatte dem Chemiekonzern ein Stück Weideland verkauft, auf dem angeblich harmloser Müll deponiert werden sollte. Doch im Bach, der beide Grundstücke durchzog, entdeckte Tennant weißen Schaum. Einige Jahre später verhielten sich seine Kühe, die aus dem Gewässer tranken, ungewöhnlich aggressiv. Sie wurden immer dünner, ihre Augen färbten sich bläulich, die Zähne wurden schwarz. Blut tropfte aus ihren Nasen und aus den Mäulern schäumte es. Als Bilott das Elend auf Videos und Fotos sah, waren schon mehr als 150 Kühe verendet. Weder DuPont noch die Tierärztinnen und Tierärzte hatten auf die beunruhigenden Berichte reagiert. Nach einem Besuch auf der Farm entschied der Anwalt, den Fall zu übernehmen. „Es fühlte sich einfach richtig an, ich fühlte mich mit den Menschen dort verbunden“, sagt er.

Alle heise-Magazine mit heise+ lesen

3,99 € / Woche

Ein Abo, alle Magazine: c't, iX, Mac & i, Make & c't Fotografie

  • Alle heise-Magazine im Browser und als PDF
  • Alle exklusiven heise+ Artikel frei zugänglich
  • heise online mit weniger Werbung lesen
  • Vorteilspreis für Magazin-Abonnenten
Jetzt unbegrenzt weiterlesen Vierwöchentliche Abrechnung.

Alle Ausgaben freischalten

2,09 € 1,60 € / Woche

Nach Testphase 2,09 € wtl.

  • Zugriff auf alle MIT Technology Review-Magazine
  • PDF-Ausgaben zum Herunterladen
  • Zugriff in der MIT Technology Review-App für unterwegs
  • Über 20% günstiger im Testzeitraum
Jetzt testen Nach Testphase jederzeit monatlich kündbar.

Ausgabe einmalig freischalten

14,99 € / Ausgabe

Diese Ausgabe lesen – ohne Abobindung

  • Sicher einkaufen im heise shop
  • Magazin direkt im Browser lesen
  • Dauerhaft als PDF behalten