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Lexus NX 450h+ im Test: Teurer Plug-in-Hybrid mit Nobelanspruch

Martin Franz
Lexus NX 450+

(Bild: Pillau)

Lexus kombiniert den klugen Hybridantrieb von Toyota mit einer feineren Verpackung als SUV. Was macht das teure PHEV in seinem Umfeld attraktiv?

Hin und wieder werden Automarken Attribute zugeschrieben, die sich erstaunlich hartnĂ€ckig halten. CitroĂ«n wurde fĂŒr herausragende Fahrwerke gelobt, BMW fĂŒr seine Motoren. Mercedes stand fĂŒr hochwertige Verarbeitung, Toyota fĂŒr mustergĂŒltige ZuverlĂ€ssigkeit. Mit der Praxis muss das nicht zwingend etwas zu tun haben: Die aktuelle C-Klasse enttĂ€uschte mich bei Materialauswahl und Verarbeitung, BMWs Vierzylinder sind nicht schlecht, aber nichts Besonderes und der Federungskomfort in jĂŒngeren CitroĂ«ns ist bestenfalls durchschnittlich. Und Toyotas Nobelmarke Lexus [1] [1]? Ich verband die Marke immer mit einer außergewöhnlichen GerĂ€uschdĂ€mmung, beruhend auf einer Mitfahrt im ersten Lexus, der in Europa angeboten wurde. Aktueller Bestseller der Marke ist der Lexus NX. Wir haben die Version mit Plug-in-Hybridantrieb getestet.

Der Lexus NX wirkt optisch mĂ€chtiger, als er ist: Mit einer LĂ€nge von 4,66 m ist er etwa so lang wie ein VW Golf Variant und ein paar Zentimeter kĂŒrzer als ein Mercedes GLC. Das Platzangebot entspricht dem guten Durchschnitt in diesem Segment: Auch vier Erwachsene kommen ordentlich unter, der Kofferraum fasst 545 Liter. Beides liegt etwas unterhalb dessen, was Skoda im kĂŒrzeren Enyaq bietet. Die Sportsitze im NX erscheinen im ersten Moment etwas eng, haben aber reichlich Seitenhalt. Insbesondere Menschen mit breitem Kreuz empfehle ich dringend eine lĂ€ngere Probefahrt. In der Topausstattung "F Sport" sind nicht nur eine elektrische Verstellung, sondern auch LederbezĂŒge und eine BelĂŒftung serienmĂ€ĂŸig. Letztere könnte allerdings wirksamer und auch leiser arbeiten.

Wie in vielen Autos wirkt die Integration der Isofix-Haken zur Befestigung von Kindersitzen, als wenn jemand im letzten Moment noch an sie gedacht hat. Sie sind schlecht zu erreichen und bei der Montage sollte man vorsichtig agieren, um den Bezug nicht zu beschĂ€digen. Nervend war im Testwagen auch die elektrische BetĂ€tigung der Heckklappe. Lexus hat an eine Taste gedacht, mit der sich die Klappe schließen und das Auto verriegeln lĂ€sst. In unserem NX aber reagierte sie hin und wieder einfach nicht.


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[1] https://www.heise.de/hintergrund/Der-Aufstieg-von-Lexus-6001808.html