Störung der Satellitennavigation: Appell von UN-Organisationen

Besonders in Konfliktgebieten ist die Satellitennavigation gestört. Drei UN-Organisationen haben angesichts wachsender Probleme einen Appell veröffentlicht.

In Pocket speichern vorlesen Druckansicht 6 Kommentare lesen
Darstellung eines Satelliten im Orbit

(Bild: US National Executive Committee for Space-Based Positioning, Navigation and Timing)

Lesezeit: 2 Min.

Mehrere Organisationen der Vereinten Nationen haben angesichts stark zunehmender Störungen der Satellitennavigation einen gemeinsamen Appell veröffentlicht. Das Papier richtet sich an die Mitgliedsstaaten und fordert diese auf, stärker gegen Störungen vorzugehen sowie alternative Navigationsmethoden zu erhalten und auszubauen.

Wie viele Störungen es genau gibt, ist unbekannt, doch die Zahl der gemeldeten Vorfälle hat deutlich zugenommen und dürfte laut Experten nur die Spitze des Eisbergs sein. Die Zahl der gemeldeten Vorfälle habe sich von 2023 auf 2024 verfünffacht, zitiert die Deutsche Presse-Agentur die internationale Fernmeldeunion (ITU). Betroffen sind vor allem Konfliktregionen wie die Ukraine oder Nahe Osten, aber auch Gebiete wie die Ostsee.

Unterschieden wird dabei zwischen Jamming und Spoofing. Jamming bezeichnet Funksignale auf derselben Frequenz und sorgt für einen Signalabbruch. Noch gefährlicher ist das Spoofing, bei dem gefälschte Signale ausgesendet werden, was Schiffe und Flugzeuge in die Irre führen kann.

Die Herausgeber des Appells, die Internationale Fernmeldeunion (ITU), die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) und die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO), weisen jedoch darauf hin, dass die Störungen der vier größten globalen Navigationssysteme GPS (USA), Galileo (EU), GLONASS (Russland) und BeiDou (China) sich nicht nur auf die Standortbestimmung in Luft- und Schifffahrt sowie im Landtransport auswirken. Die präzisen Zeitsignale seien auch für Finanztransaktionen, Kommunikations- und Stromnetze wichtig. Wissenschaft, Katastrophenhilfe und Rettungsdienste zählten ebenfalls zu den Betroffenen, wenn Signale gestört oder gefälscht werden.

Die drei Organisationen ermuntern auch dazu, Techniken zu entwickeln, um die Serviceausfälle zu mindern. Auf der Ostsee gibt es zum Beispiel Versuche, mit terrestrischen Signalen Abhilfe zu schaffen. Auf jeden Fall bitten die Organisationen die Empfänger des Appells auch, ihnen Störungen zu melden, um ein umfassendes Lagebild zu erhalten. Abhilfe müssen allerdings die Länder nach den ITU-Regeln selbst schaffen – da der Verdacht naheliegt, dass teilweise die Länder, in denen die Störungen gemeldet werden, selbst dafür verantwortlich sind, dürfte das ein frommer Wunsch bleiben.

(mki)